Landesamt für Denkmalpflege: Thema: Ministerien & Behörden
Themen und Aufgaben
Das Landesamt für Denkmalpflege schützt und bewahrt das kulturelle Erbe des Landes, indem es Kulturdenkmale erfasst, bewertet und fachlich begleitet. Es berät u.a. Behörden, unterstützt denkmalpflegerische Maßnahmen und informiert die Öffentlichkeit über die Bedeutung von Denkmalen.
Das Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein und die Gemeinschaftsschule am Brutkamp in Albersdorf präsentieren den Teilabschluss des Projekts „KahL – Kriegsdenkmale als historische Lernorte“. Der erste Teil des Ehrenhains in Albersdorf wurde offiziell als Denkmal ausgewiesen – ein bedeutender Erfolg, den die engagierte Schülerschaft aktiv mitgestaltet hat. Erstmalig sind junge Menschen aktiv an der Eintragung eines Denkmals beteiligt. Weitere Objekte des Ehrenhains werden zeitnah als Denkmal bestätigt.
Um diesen Fortschritt zu würdigen und die Bedeutung anderer Gedenkstätten zu beleuchten, besuchte die Schülerschaft die Gedenkstätte Gudendorf und weitere Lernorte in Schleswig-Holstein. Lehrer Till Westermann, Initiator des Projekts, äußert sich erfreut: „In diesem Projekt hatten die Schüler die Gelegenheit, die Dimension von Kriegsdenkmalen über ihren Heimatort hinaus zu erfassen. Es war inspirierend zu sehen, wie sie sich mit der Geschichte intensiv auseinandergesetzt haben.“ Viele hätten sich anhaltend mit den historischen Ereignissen und der Suche nach geeigneten Quellen beschäftigt und auch eigeninitiativ Zeitzeugnisse aus der Familie und dem Umkreis gesammelt.
Die wissenschaftliche Bearbeitung und der denkmalpflegerische Prozess standen bei mehreren Lerneinheiten an der Schule im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Schülerschaft wurde so eine Grundlage für die Denkmalausweisung gelegt. Projektkoordinator Armin Häberle vom Landesamt für Denkmalpflege ergänzt: „Gemeinsam mit den jungen Leuten an der Ausweisung dieses besonderen Denkmal zu arbeiten, hat mich begeistert. Besonders beeindruckend war ihr Engagement bei der Diskussion über die Denkmalwerte des Ehrenhains.“ Dieser Exkursionstag in Gudendorf habe den Schülern nicht nur ermöglicht, ein weiteres Denkmal mit seiner historischen und pädagogischen Bedeutung kennenzulernen, sondern auch den Prozess des Denkmalschutzes anschaulich vertieft.
Bereits im Vorfeld zum Besuch in Gudendorf erkundete die Schülerschaft die Neulandhalle als außerschulischen Lernort. Nach dem Besuch der Gedenkstätte Gudendorf setzten die Schülerinnen und Schüler ihre Lerneinheit fort. Vor Ort wurde die friedenspädagogische Bedeutung von Denkmalen auf besondere Weise vermittelt. „Die Schülerinnen und Schüler werden sich auch mit einer Rede vom ehemaligen Bundespräsidenten Gauck zum Volkstrauertag auseinandersetzen“, so Lehrer Westermann.
Abschließend sind sich die Projektbeteiligten einig, dass dieses Projekt eine besondere Möglichkeit war junge Menschen aktiv in den Denkmalschutz einzubeziehen.
Zum Bestand der jüdischen Friedhöfe in Deutschland und Schleswig-Holstein
Über 2.000 jüdische Friedhöfe in Deutschland bilden ein reiches kulturelles und religiöses Erbe. Begräbnisstätten haben im Judentum eine besondere Bedeutung: Sie sind Teil des Lebens und auf Dauer angelegt: „Bet Olam“ – Haus der Ewigkeit – ist eine hebräische Bezeichnung für den Friedhof. Die Grabsteine mit ihren traditionell hebräischen Inschriften tragen wichtige Informationen über jüdisches Leben vergangener Zeit. In der NS-Zeit wurden fast alle jüdischen Friedhöfe geschändet, aber oft nicht vollständig zerstört. Daher sind sie vielerorts die letzte sichtbare Erinnerung an die jüdische Geschichte des Ortes und wichtige, geschützte Denkmale. In kleinen Gemeinden bilden sie oft die einzig sichtbare Erinnerung an die jüdische Geschichte des Ortes. In Schleswig-Holstein existieren heute 22 jüdische Friedhöfe. Die offenen Friedhöfe, die noch belegt werden, befinden sich im Besitz der jeweiligen jüdischen Gemeinde, die geschlossenen, sogenannten verwaisten Friedhöfe der ehemaligen, spätestens im Nationalsozialismus vernichteten Gemeinden sind heute größtenteils Eigentum der jüdischen Landesverbände.
Projekt „Steinerne Zeugen. Beschilderung der jüdischen Friedhöfe in Schleswig-Holstein“
2024/25 wurden alle jüdischen Friedhöfe in Schleswig-Holstein mit Informationstafeln ausgestattet – ein bundesweit einmaliges Projekt. Die Tafeln informieren über die Bedeutung des Bestands der jüdischen Friedhöfe in Deutschland, die Geschichte des jeweiligen Friedhofs sowie über die beim Betreten des Friedhofs einzuhaltenden Regeln. Durch sie wird die Sichtbarkeit der Friedhöfe und damit auch jüdischen Lebens als Teil der Geschichte und Gegenwart schleswig-holsteinischer Kommunen erhöht und zugleich ein nachhaltiger Beitrag zur stärkeren Verankerung des kostbaren historischen Erbes der jüdischen Friedhöfe im „kulturellen Gedächtnis“ des Landes geleistet.
Die Texte für die Informationstafeln sowie diese Website wurden unter der Leitung von Dr. Helge-Fabien Hertz im Wintersemester 2024/25 von Studierenden der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auf der Grundlage der jeweils verfügbaren Lokalliteratur, aber auch von Archivquellen erarbeitet. Unterstützung erfuhren sie bei ihrer Arbeit von den vielen Kooperationspartnern des Projekts, zu denen neben dem Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein auch die jüdischen Gemeinden und Landesverbänden in Schleswig-Holstein, die Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein e.V. (LAGSH), das Jüdische Museum in Rendsburg sowie zahlreiche lokale Expertinnen und Experten zumeist aus dem Kompetenznetzwerk NET OLAM zählen. Finanziert wurde das Projekt von den schleswig-holsteinischen Kommunen mit jüdischen Friedhöfen auf ihren Territorien (Ahrensburg, Bad Segeberg, Burg auf Fehmarn, Elmshorn, Eutin, Flensburg, Friedrichstadt, Glückstadt, Kiel, Lübeck, Neustadt in Holstein, Stockelsdorf, Westerrönfeld) sowie der Stiftung Diakoniewerk Kropp, der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein und dem Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein. Zudem wurde es aus dem Fonds für Lehrinnovation 2024/25 der Kieler Universität gefördert.
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