Flächensparen heißt, weniger Flächen für Siedlungen und Verkehr neu zu beanspruchen und notwendige oder wünschenswerte Siedlungsentwicklung möglichst auf Flächen umzusetzen, die bereits in Anspruch genommen wurden. Das kann zum Beispiel durch den Umbau und die Sanierung von Wohnungs- und Gewerbeleerstand geschehen, durch die Wiedernutzung von Brachflächen, Aufstockung bestehender Gebäude oder Nachverdichtung auf Baulücken statt Neubau auf der "grünen Wiese".
Mehr Umwelt- und Lebensqualität
Weniger und kompakte Siedlungs- und Verkehrsflächen bedeuten in vielerlei Hinsicht mehr Umwelt- und Lebensqualität und helfen dabei, Kosten zu sparen. Straßen und Kanalnetze, Kindergärten oder Gesundheitseinrichtungen sind besser ausgelastet, wenn mehr Menschen in unmittelbarer Nähe wohnen. Außerdem sinken Ressourcenverbrauch und Unterhaltungsaufwand im Verhältnis bei mehr Nutzerinnen und Nutzern.
Menschen profitieren von kurzen Wegen zu belebten Ortskernen oder Innenstädten mit attraktiven Versorgungseinrichtungen. Sie verbringen weniger Zeit im Stau und sparen Kosten fürs Pendeln. Weniger klimaschädliche Emissionen und weniger Lärm sind gut für Mensch und Umwelt. Umgekehrt bleiben bei einer flächensparenden Siedlungspolitik mehr Flächen für die Tier- und Pflanzenwelt, für die Naherholung und für die Nahrungsmittelproduktion erhalten. Schließlich ist Bodenschutz auch Klimaschutz. Weniger Versiegelung hilft, Hochwasserereignisse und Hitzeperioden in ihren Auswirkungen abzumildern. Unbefestigter Boden bildet Grundwasser neu und speichert Kohlenstoff.