Schleswig-Holstein will den Flächenverbrauch reduzieren und setzt dabei auf ein nachhaltiges Flächenmanagement. Im gleichnamigen Projekt arbeiten Fachleute aus dem Innen-, Umwelt- sowie Wirtschaftsministerium eng zusammen.
Letzte Aktualisierung: 04.02.2026
Flächensparen heißt, weniger Flächen für Siedlungen und Verkehr neu zu beanspruchen und notwendige oder wünschenswerte Siedlungsentwicklung möglichst auf Flächen umzusetzen, die bereits in Anspruch genommen wurden. Das kann zum Beispiel durch den Umbau und die Sanierung von Wohnungs- und Gewerbeleerstand geschehen, durch die Wiedernutzung von Brachflächen, Aufstockung bestehender Gebäude oder Nachverdichtung auf Baulücken statt Neubau auf der "grünen Wiese".
Durch Nachverdichtung in Baulücken kann Wohnraum entstehen, ohne dass zusätzliche Infrastrukturen gebaut werden müssen. Auch Baurecht ist oftmals bereits vorhanden. Mit dem Wohn- und Gewerbegebäude am "Lieblingsplatz" in Kiel wird eine Lücke zwischen der Veloroute 10 und Christian-Kruse-Straße geschlossen.Quelle: Innenministerium
In vielen Kommunen gibt es stillgelegte Industrie- oder Gewerbebetriebe, Militärliegenschaften oder Verkehrsflächen, die durch Flächenrecycling neu genutzt werden können. So zum Beispiel auf dem im neuen Wohn- und Gewerbequartier auf dem Stock-Gelände in Neumünster.Quelle: Innenministerium
Im Kieler Stadtteil Wik entstand in einer Baulücke ein neues Mehrfamilienhaus.Quelle: Innenministerium
Mehr Umwelt- und Lebensqualität
Weniger und kompakte Siedlungs- und Verkehrsflächen bedeuten in vielerlei Hinsicht mehr Umwelt- und Lebensqualität und helfen dabei, Kosten zu sparen. Straßen und Kanalnetze, Kindergärten oder Gesundheitseinrichtungen sind besser ausgelastet, wenn mehr Menschen in unmittelbarer Nähe wohnen. Außerdem sinken Ressourcenverbrauch und Unterhaltungsaufwand im Verhältnis bei mehr Nutzerinnen und Nutzern.
Menschen profitieren von kurzen Wegen zu belebten Ortskernen oder Innenstädten mit attraktiven Versorgungseinrichtungen. Sie verbringen weniger Zeit im Stau und sparen Kosten fürs Pendeln. Weniger klimaschädliche Emissionen und weniger Lärm sind gut für Mensch und Umwelt. Umgekehrt bleiben bei einer flächensparenden Siedlungspolitik mehr Flächen für die Tier- und Pflanzenwelt, für die Naherholung und für die Nahrungsmittelproduktion erhalten. Schließlich ist Bodenschutz auch Klimaschutz. Weniger Versiegelung hilft, Hochwasserereignisse und Hitzeperioden in ihren Auswirkungen abzumildern. Unbefestigter Boden bildet Grundwasser neu und speichert Kohlenstoff.
Die Öffentlichkeit muss in Deutschland bei der Entwicklung von Flächen beteiligt werden. Hier finden Sie Informationen zur Bauleitplanung sowie die Phasen eines Bauleitplanverfahrens.
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