Wie gelingt zukunftsorientierte berufliche Bildung? Eine Delegation aus Oberfranken tauschte sich zwei Tage lang mit dem SHIBB über innovative Lernansätze, Schulentwicklung und Praxisbeispiele aus Schleswig-Holstein aus – von KI-gestütztem Lernen bis hin zu spezialisierten Ausbildungsstandorten.
Am 27. und 28. April 2026 durfte das Schleswig-Holsteinische Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) eine Delegation von Berufsbildnern aus Oberfranken begrüßen. Insgesamt 14 Schulleitungen sowie zwei Vertreter der Regierung von Oberfranken unter der Leitung von Stefan Kuen (Abteilungsdirektor Bereich 4 Schulen) und Gerhard Topinka (Ltd. Regierungsschuldirektor Sachgebiet Berufliche Schulen) nahmen am fachlichen Austausch teil. Seitens des SHIBB begleiteten der Leiter des Landesseminars Berufliche Bildung und stellvertretende Direktor des SHIBB Dr. Arno Broux sowie vier Arbeitsfeldleitungen aus diesem Dezernat das Programm.
Der erste Tag stand im Zeichen praxisnaher Einblicke in die Berufliche Bildung in Schleswig-Holstein. Nach der gemeinsamen Anreise von Kiel nach Lübeck besuchte die Delegation die bundesoffene Landesberufsschule für Hörakustikerinnen und Hörakustiker sowie den Campus Hörakustik. Nach der Begrüßung durch Schulleiter Michael Blau und den Vizepräsidenten der Bundesinnung für Hörgeräteakustik Robin Hartmeyer stellte die stellvertretende Schulleiterin Andrea Lürmann die Struktur und Besonderheiten des Campus vor. Ein fachlicher Schwerpunkt lag auf einem Keynote-Vortrag von Stefan Nitzschner zum Thema „Lerntypenorientierte Unterstützung durch KI-generierte Inhalte in Moodle“, der innovative Ansätze zur Individualisierung von Lernprozessen aufzeigte. Der anschließende Austausch sowie ein Rundgang über den Campus ermöglichten vertiefte Einblicke in die Verzahnung von Ausbildung, Technologie und Lernumgebung. Ergänzt wurde der Besuch durch die Besichtigung eines Boardinghauses, das die Unterbringung der Auszubildenden am bundesoffenen Standort unterstützt.
Am Nachmittag führte das Programm weiter zum Priwall, wo die Landesberufsschule für Bootsbauer besucht wurde. Im Fokus standen hier die besonderen Anforderungen eines spezialisierten handwerklichen Ausbildungsberufs sowie die enge Verbindung von traditionellem Handwerk und modernen Fertigungstechniken.
Den Abschluss des Tages bildete der Besuch der Schleswig-Holsteinischen Seemannsschule. Nach einer Einführung in die besonderen Merkmale der Schule sowie deren Einordnung in die Bildungslandschaft wurde die zentrale Bedeutung der Ausbildung von Seeleuten für den Wirtschaftsstandort Deutschland durch den Schulleiter Joachim Thomsen sowie seinen Stellvertreter Oliver Baum hervorgehoben. Im Rahmen eines Rundgangs erhielt die Delegation praxisnahe Einblicke in die Ausbildung, unter anderem an der Brandübungsanlage sowie im Bereich Rettungsdienst und Hafen. Besonders eindrucksvoll waren die Besichtigungen eines Rettungsbootes und eines Freifallrettungsbootes. Ein gemeinsames Abschlussgespräch bot Raum für Fragen und vertiefenden Austausch.
Neben den fachlichen Impulsen bot der Besuch zahlreiche Gelegenheiten zum kollegialen Austausch über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in der Beruflichen Bildung. Der erste Tag klang mit einem gemeinsamen Abendessen in Kiel aus.
Der zweite Tag des Delegationsbesuchs fand im RBZ Wirtschaft . Kiel statt und widmete sich zentralen Fragen der Steuerung und Weiterentwicklung beruflicher Schulen. Nach der Begrüßung durch Dr. Arno Broux standen zunächst Ansätze der datengestützten Schulentwicklung im Mittelpunkt. Michael Gülck, (Dezernatsleiter Dezernat 3) und Kirk Fünderich zeigten auf, wie Daten gezielt für Qualitätsentwicklung und Steuerungsprozesse genutzt werden können.
Im Anschluss gewährte Schulleiter Gerhard Müller Einblicke in die Praxis der Schulführung am RBZ Wirtschaft und stellte zentrale Herausforderungen sowie Erfolgsfaktoren vor. Am Nachmittag wurde der aktuelle „Masterplan“, der die strategischen Entwicklungslinien der Beruflichen Bildung in Schleswig-Holstein beleuchtet, präsentiert.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Vorstellung des SHIBB durch Direktor Jörn Krüger, der die Aufgaben, Strukturen und Zielsetzungen der Institution erläuterte. Abschließend wurde mit dem Beitrag zur Reform des Übergangs von der Schule in den Beruf erneut ein zentrales bildungspolitisches Handlungsfeld aufgegriffen.
Im abschließenden Fazit zog Dr. Arno Broux eine sehr positive Bilanz des zweitägigen Austauschs, der durch fachliche Tiefe, Innovationsorientierung und kollegialen Dialog geprägt war. Den Ausklang bildeten ein Spaziergang durch Kiel sowie ein Abendessen, das weitere Gelegenheiten zum informellen Austausch bot.
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