Brücken müssen grundsätzlich jederzeit ohne Einschränkungen für die Verkehrsteilnehmenden sicher nutzbar sein. Daher werden in Deutschland alle Bauwerke regelmäßig überwacht und geprüft, um so rechtzeitig Schäden festzustellen und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen einzuleiten. Die Überwachung, die regelmäßig erfolgt und aus der laufenden Beobachtung und Besichtigung besteht, dient dazu, offensichtliche Schäden am Bauwerk erkennen zu können.
Wie oft werden Brücken geprüft?
Die wichtigste Maßnahme, um den gesamten Zustand eines Bauwerkes festzustellen, ist der sogenannte „Brücken-TÜV“. Das ist die Hauptprüfung, die alle sechs Jahre zu erfolgen hat. Jedes dritte Jahr dazwischen findet zusätzlich eine reduzierte „Einfache Prüfung“ statt.
Wie wird die Hauptprüfung durchgeführt?
Bei der Hauptprüfung werden alle Bauteile durch eine erfahrene Ingenieurin oder einen erfahrenen Ingenieur, sogenannte Bauwerksprüfer -innen, begutachtet. Um alle Bauteile zu erreichen, werden für die Prüfung gegebenenfalls Unterflurbesichtigungsgeräte, Hubsteiger, Boote, Fahrzeuge der Bahn oder am Bauwerk vormontierte, bewegliche Brückenbesichtigungswagen eingesetzt.
Wesentliches Merkmal einer Brückenprüfung ist die handnahe Prüfung „mit Auge und Ohr“, um beispielsweise Betonhohlstellen oder Risse festzustellen. Oft werden zusätzlich Messgeräte und Prüfwerkzeuge wie beispielsweise ein Endoskop eingesetzt, um in das Innere der Brücke blicken zu können. Dabei werden in Einzelfällen auch Prüfwerkzeuge wie beispielsweise ein Endoskop eingesetzt.
Die Ergebnisse der Brückenprüfung dienen unter anderem als Grundlage für eine gezielte Erhaltungsstrategie, also einer Planung von erforderlichen Maßnahmen um das Bauwerk auch in der Zukunft uneingeschränkt nutzen zu können.
Die Einfache Prüfung findet drei Jahre nach der letzten Hauptprüfung statt. Sie dient dazu, festzustellen, ob sich der Zustand der Brücke seit der letzten Hauptprüfung verändert hat.
Dabei werden alle zugänglichen Bauteile kontrolliert. Größere Schäden oder Auffälligkeiten, die die Sicherheit beeinträchtigen könnten, werden sofort gemeldet um weitere Maßnahmen einzuleiten.
Wie wird der Zustand von Brücken bewertet?
Im Rahmen jeder Prüfung werden die Schäden an der Brücke bewertet.Dabei werden drei Hauptaspekte betrachtet:
Standsicherheit – hält die Brücke die einwirkenden Lasten aus?
Verkehrssicherheit – können die Verkehrsteilnehmer das Bauwerk gefahrlos nutzen?
Dauerhaftigkeit – wie beständig ist die Bausubstanz?
Für jede Brücke wird unter Berücksichtigung der festgestellten Schäden eine Zustandsnote vergeben, die von 1,0 (sehr guter Zustand) bis 4,0 (ungenügender Zustand) reicht. Diese Bewertung dient als Grundlage für Entscheidungen über gezielte Erhaltungsstrategien.
Werden ältere Brückenbauwerke häufiger geprüft?
Grundsätzlich gelten für alle Brücken die gleichen Prüfintervalle nach der DIN 1076. Allerdings werden ältere Bauwerke oft engmaschiger überwacht. Das kann bedeuten, dass zusätzliche Sonderprüfungen oder Kontrollmessungen angeordnet werden.
Was bedeutet „Nachrechnung“?
Die Nachrechnung nach der Nachrechnungsrichtlinie bewertet die Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit bestehender Straßenbrücken, die nicht nach aktuellem Normenstand sowie nach den aktuellen Entwurfs- und Konstruktionsgrundsätzen geplant und errichtet wurden. Hierbei wird für den genehmigungsfreien Schwertransport ein Ziellastniveau zugrundegelegt, dass dem gestiegenen Verkehrsaufkommen und Gütertransportvolumen Rechnung trägt. Die Nachrechnungsrichtlinie bietet Möglichkeiten, um die tatsächlich vorhandenen Tragreserven der Bestandsbrücke und der verwendeten Baustoffe stärker auszunutzen.
Bauwerksprüfung nach DIN 1076 – Kurzversion
Bauwerksprüfung nach DIN 1076 – Kurzversion
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