Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein: Thema: Ministerien & Behörden
L 29: Fahrbahnerneuerung zwischen Sollbrück und Kleinjörl
Letzte Aktualisierung: 17.07.2026
Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) erneuert zwischen Sollbrück und Kleinjörl die beschädigte Fahrbahn der Landesstraße 29 zwischen Juli und Mitte August 2026. Die Fahrbahnerneuerung erfolgt mit einem innovativem Bauverfahren. Finanziert werden die Gesamtkosten von rund 2,5 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes.
Die Sanierung der L 29 erfolgt mit einem innovativem Bauverfahren: „Kaltrecycling in situ mit Bitumen und Zement“. Dabei wird die vorhandene Asphaltfahrbahn wird gefräst. Direkt nach dem Fräsen wird das Fräsgut in dem sogenannten „Einbauzug“ weiter verarbeitet, indem es mit Schaumbitumen (Bitumen und Wasser) gemischt und zusätzlich Zement beigefügt wird. Der Zement hat „nur“ die Aufgabe zur Einstellung des Wassergehaltes. Anschließend wird das Mischgut direkt mit einem Fertiger einbaut und durch Walzen verdichtet. Nach dem Einbau der Tragschicht im Kaltrecycling erfolgt der Einbau einer Asphaltdeckschicht im „normalen“ Heißeinbau.
Die Vorteile:
Kurze Planungszeit: Verzicht auf umfassende straßenplanerische Bearbeitung einer tiefgreifenden Erneuerung, dafür aber eingehende Analyse des vorhandenen Materials.
Arbeitsschutz: Verzicht auf gesundheitsschädliche Belastung des Baustellenpersonals durch Bitumenaerosole (ab 1. Juli 2027 sind schärfere Arbeitsplatzgrenzwerte einzuhalten, die ein veränderte Konzeption der Asphaltbauweise / Temperaturabsenkung erfordert).
CO2-Einsparung: Reduktion der notwendigen Baustofftransporte: Bei der klassischen Asphaltstraßensanierung wird der ausgebaute Asphalt als Fräsgut zum Asphaltmischwerk transportiert, dort aufbereitet und dann im Rahmen der Asphaltproduktion recycelt. Das neue Asphaltmischgut wird dann wieder zur Baustelle transportiert und anschließen eingebaut. Durch die Aufbereitung des vorhandenen Materials vor Ort entfallen die Transporte, es wird lediglich zusätzlich benötigtes Material antransportiert. Durch die entfallenden Transporte kann CO2 eingespart und die Beanspruchungen von Straßen durch Massentransporte von Schüttgütern reduziert werden.
Kurze Bauzeit durch schnellere bauliche Realisierung mit Verringerung der Verkehrseinschränkungen.
Ressourcenschonung durch unmittelbare Aufbereitung des vorhandenen Materials.
Kosteneinsparung.
Wegweisender Pilot
Es handelt es sich um ein innovatives Verfahren, das bereits außerhalb Deutschlands Anwendung findet und sich dort bereits bewährt hat. Bereits in den Voruntersuchungen und Laboruntersuchungen zur Vorbereitung der Maßnahme wurden aber in Schleswig-Holstein zu beachtende Besonderheiten deutlich. Die geologischen Verhältnisse haben Auswirkungen auf die verfügbaren und die in der Vergangenheit verwendeten Straßenbaustoffe, die bei der Aufbereitung der Baustoffe relevant sind (insbesondere fehlt Schotter). Vor diesem Hintergrund soll die Pilotstrecke zeigen, ob sich die Bauweise in Schleswig-Holstein grundsätzlich eignet.
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