Landesbetrieb
Straßenbau und Verkehr
Schleswig-Holstein: Thema: Ministerien & Behörden
Ersatzneubau eines Fledermauswinterquartiers
Letzte Aktualisierung: 15.09.2023
Im Zuge eines Radwegeneubaus an der Landesstraße 57 zwischen Schönwalde und Lensahn musste auch ein bestehender Gewässerdurchlass durch einen Neubau ersetzt werden. In Zukunft wird das Fließgewässer Kremper Au durch ein Wellstahlrohr geleitet. Das vorherige Bauwerk bestand im Wesentlichen aus Feldsteinen und Bruchsteinplatten. Bei dieser Bauart entstehen oft Spalten und Höhlungen, in denen Fledermausarten Tagesverstecke finden oder überwintern. Das bestehende Bauwerk wies einen vergleichsweise hohen Verfugungsgrad auf. Mit fachlicher Unterstützung durch den LBV.SH hat die Gemeinde Lensahn als federführende Vorhabenträgerin fledermauskundliche Untersuchungen durchführen lassen. Im Ergebnis wurden diverse Fledermausarten nachgewiesen, weshalb die Gemeinde Lensahn Planung und Bau eines Fledermausersatzquartieres in Auftrag gegeben hat. Dabei hat der LBV die Unterlagen für die erforderliche standortbezogene Vorprüfung des Einzelfalls nach dem Landesgesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung erarbeitet.
August 2023: Die Mulde auf dem Dach des Quartiers wurde mit Teichfolie ausgelegt und mit Kies verfüllt. In diesem Reservoir sammelt sich zukünftig Feuchtigkeit. Über die im Juli noch deutlich sichtbaren Rohre gelangt sie in das Bauwerk. Die Bedingungen im Bauwerk werden dadurch für die Fledermäuse noch attraktiver.
August 2023: Die eigens für das Bauwerk gefertigte Tür wurde eingebaut. In Verbindung mit einem Übersteigschutz sind die Fledermäuse nun sicher vor ungebetenen Gästen. Ein Fledermausschlitz ermöglicht den Tieren den Zutritt zur neuen Behausung.
Juli 2023: Die Andeckung mit Oberboden ist erfolgreich abgeschlossen. Das flache Dach wird im weiteren Bauverlauf mit einer Teichfolie abgedichtet werden. In einer entstehenden, flachen Mulde sammelt sich Feuchtigkeit. Durch die auf dem Foto bereits erkennbaren Rohverbindungen ist der Innenraum des Bauwerks an dieses Reservoir angebunden. Die Konstruktion trägt zu fledermausfreundlichen Bedingungen innerhalb des Bauwerks bei.
Juli 2023: Überschüssiges Wasser wird auf der anderen Seite des Bauwerks abgeleitet. Die Drahtgitterkörbe werden mit Gabionenschotter angedeckt und mit Betonplatten überdeckt. Darüber wird stark bindiger Oberboden modelliert.
Juni 2023: Das Erdreich wird abseits der geplanten Radwegstrecke abgetragen.
Mit der Errichtung dieses Artenschutzbauwerks wurde Anfang Juni 2023 begonnen. Parallel gewährleistete eine Kombination von Vermeidungsmaßnahmen die Fledermausfreiheit des bestehenden Durchlassbauwerks. So konnte am 26. Juni 2023 unter Anwesenheit und fachlicher Aufsicht des Landesamtes für Archäologie mit den Abrissarbeiten begonnen werden. Das Baumaterial wies keine denkmalpflegerischen Besonderheiten auf und wird zum Teil vor Ort landschaftsgestalterisch wieder eingebaut werden. Der artenschutzfachliche Maßnahmenmix war ein voller Erfolg: Bei den Arbeiten wurden keine Tiere verletzt oder getötet.
Die Fertigstellung des Fledermausbauwerks ist für Ende August geplant, so dass die Bewohner ab Anfang September in ihr neues Versteck einziehen können. Durch die Maßnahme konnten bei gleichbleibenden Habitatbedingungen die Anzahl verfügbarer Spalten und Höhlen erheblich gesteigert werden – wie sich die Zunahme dieser gemütlichen, winterfesten Versteckmöglichkeiten auf die lokale Fledermauspopulation auswirkt, wird die Zukunft zeigen!
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