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Landesamt für Zuwanderung
und Flüchtlinge
: Thema: Ministerien & Behörden

Mechatroniker in Rendsburg 

Junger Afghane ist freiwillig ausgereist, um zur Ausbildung legal zurückzukehren.

Letzte Aktualisierung: 29.01.2026

Herr Ahmadi wechselt gerade den Reifen am angehobenen Auto.
Jamil Ahmadi

Gekommen, um zu bleiben

Junger Afghane reist freiwillig nach Griechenland aus, um mit Visum für eine Ausbildung in Rendsburg zurückzukehren

Jamil Ahmadi weiß, was er will. Und wenn er sich ein Ziel gesetzt hat, dann verfolgt er es konsequent. Wo andere aufgeben, lässt er sich nicht entmutigen.

2017 hat sich der junge Afghane gemeinsam mit Verwandten auf den Weg nach Europa gemacht. Vorher hatte er in Afghanistans Hauptstadt Kabul zwei Jahre Ingenieurwesen studiert. Aber Perspektiven auf ein freies Leben sah er nicht

Nach 10 Tagen kam er in Griechenland an. Jamil bekam einen internationalen Schutzstatus und versuchte sieben Jahre lang, sich eine Existenz, ein Leben aufzubauen. Er lernte Englisch. Er lernte Griechisch. Er bekam eine Festanstellung als Dolmetscher. Aber die Arbeitslosigkeit in Griechenland ist hoch, auch für Einheimische. Für Jamil gab es keine Perspektive, sich weiterzuentwickeln.

In Deutschland, so war seine Vorstellung, ist das anders, einfacher: Es gibt zivilgesellschaftliche Organisationen, die einen zu Beginn unterstützen. Man lernt die Sprache, findet Arbeit und baut sich eine Existenz auf. Dass es unterschiedliche Wege der Einreise nach Deutschland gibt, war ihm nicht bekannt. Dass er als Fachkraft nach Deutschland kommen könnte, ein Visum zur Erwerbsmigration beantragen könnte, wusste er nicht.

Im Februar 2024 kam er einfach und stellte einen Asylantrag. Einige Monate später, im September, kam die erwartbare Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge: Sein Antrag wurde aufgrund des Schutzstatus in Griechenland als unzulässig abgelehnt. Er wurde ausreisepflichtig.

Den Frühling und Sommer 2024 hatte Jamil bereits genutzt, um Deutsch zu lernen. Beim Autohaus Süverkrüp in Rendsburg hatte er ein Praktikum begonnen und konnte seine Geschicklichkeit und schnelle Auffassungsgabe unter Beweis stellen. Eine Ausbildung als Mechatroniker wurde sein Ziel. Sein Meister, Stefan Kippschull, signalisiert, dass er sich das vorstellen könnte. Voraussetzung für einen Ausbildungsvertrag war aber ein sicherer Aufenthaltsstatus.

Jamil ließ sich nicht beirren. Sein Ziel war gesetzt und er war bereit, viel auf sich zu nehmen, um es zu erreichen.

Ein Experte aus der Zentralstelle für Fachkräfteeinwanderung im Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge wurden hinzugezogen. Er zeigte Jamil den einzig realistischen Weg auf – ein Weg, vor dem viele in ähnlicher Situation zurückschrecken: Jamil musste zunächst freiwillig ausreisen, zurück nach Griechenland.

Vor seiner Ausreise bekam er bereits einen Ausbildungsvertrag von der Firma Süverkrüp für den Spätsommer 2025 – verbunden mit der Hoffnung, dass alles planmäßig verläuft. Und er legte das Sprachzertifikat B1 vor. Das bestätigt eine selbstständige Verwendung der deutschen Sprache und entspricht der dritten Stufe auf der sechsstufigen Kompetenzskala des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER). Abschlussnote: sehr gut.

Anfang Juni 2025 kam er nach Athen. Er konnte schnell eine Beschäftigung in einem Supermarkt finden, um in der Zeit seines Aufenthalts dort seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Die Firma Süverkrüp stellte nach seiner Ausreise den Antrag für ein beschleunigtes Fachkräfteverfahren in der Zentralstelle für Fachkräfteeinwanderung. Nach Prüfung übermittelte die Zentralstelle ihre Zustimmung für eine Visumserteilung an die Deutsche Botschaft in Athen. Nach sechs Wochen hielt Jamil sein Visum in den Händen.

Er kehrte zurück, suchte sich eine günstige Unterkunft in einem Wohnheim in Kiel und ist nun seit August 2025 Auszubildender als Mechatroniker im Renault-Autohaus Süverkrüp in Rendsburg. Stefan Kippschull hat es nicht bereut. Nebeneinander sitzen der Meister und sein Auszubildender an einem Besprechungstisch in den Verkaufsräumen und berichten von ihren Erfahrungen. Die Atmosphäre ist geprägt von Wohlwollen und Respekt – von beiden Seiten. Jamil fühlt sich wohl an seinem Arbeitsplatz und hat sich schnell ins Team integriert. Er kann sich fließend auf Deutsch unterhalten, nur bei wenigen Wörtern oder Sätzen fragt er nach. Stefan Kippschull lobt sein Engagement.

Jamil Ahmadi & Stefan Kippschull
Jamil Ahmadi & Stefan Kippschull

Die Frage, ob dieser Weg eine Möglichkeit ist, dem Fachkräftemangel zu begegnen, bejaht er. Aber man müsse genau hinschauen und sich, wie bei jedem Bewerber, ein objektives Urteil bilden: Passt die Person ins Team? Erfüllt sie die Voraussetzungen, um erfolgreich durch die Ausbildung zu kommen und danach möglichst auch das Team zu verstärken.

Bei Jamil hat es gepasst: Mit Mut, Zielstrebigkeit und Fleiß ist er seinen Weg bis hierher gegangen. Und vieles deutet darauf hin, dass er ihn auch erfolgreich weiter gehen wird.

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