Sozialministerin Aminata Touré hat im schleswig-holsteinischen Landtag den weiterentwickeltenLandesaktionsplan „Echte Vielfalt 2.0“ vorgestellt. Das Kabinett hatte den Plan zuvor beschlossen. Der Aktionsplan umfasst 40 Maßnahmen. Sie sollen Diskriminierung abbauen, Teilhabe ermöglichen und die Sicherheit und Sichtbarkeit queerer Menschen stärken.
Neue Angebote für Bildung und Verwaltung
Neu sind unter anderem Maßnahmen zur Fortbildung und Sensibilisierung von Lehrkräften. Seit 2026 gibt es außerdem eine Koordinationsstelle für LSBTIQ\* am Zentrum für Prävention. Auch für Mitarbeitende der Landesbehörden und der Landespolizei sollen die Fortbildungsangebote erweitert werden. Bei Online-Anzeigen kann Queerfeindlichkeit künftig als eigener Anzeigegrund genannt werden. Bestehende Angebote werden fortgeführt. Dazu gehören die Geschäftsstelle Echte Vielfalt bei HAKI e. V., das Bildungsprojekt SCHLAU SH, die Beratungsstelle NaSowas und die Zentrale Ansprechstelle LSBTIQ\* bei der Landespolizei.
Unterstützung für queere Einrichtungen
Für die Arbeit von HAKI e. V. stellt das Land mehr Geld bereit. Die institutionelle Förderung wurde um 20.000 Euro auf 244.000 Euro erhöht. Für den Schutz queerer Einrichtungen stellt das Land gemeinsam mit dem Innenministerium 2026 weitere 60.000 Euro zur Verfügung.
Gemeinsam mit der queeren Community entwickelt
Der Aktionsplan informiert über queeres Leben und soll auch anderen Institutionen und Akteur\*innen als Orientierung dienen. Die Landesregierung hat „Echte Vielfalt 2.0“ gemeinsam mit Vertreter\*innen der queeren Community entwickelt. Der Plan soll nach fünf Jahren überprüft und ausgewertet werden.
Hintergrund
Der Landtag hatte bereits 2014 die Entwicklung eines Landesaktionsplans „Echte Vielfalt“ beschlossen. Seitdem wurden verschiedene Maßnahmen gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität umgesetzt. Dazu gehören die 2018 eingerichtete Geschäftsstelle Echte Vielfalt bei HAKI e. V., die Zentrale Ansprechstelle LSBTIQ\* bei der Landespolizei sowie verschiedene Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekte. Mit „Echte Vielfalt 2.0“ bündelt die Landesregierung bestehende Angebote, entwickelt sie weiter und ergänzt neue Maßnahmen.