Die Sanierung der Fahrbahn
Was bedeutet eigentlich Fahrbahnsanierung genau? Wie muss man sich eine solche Fahrbahnerneuerung vorstellen? Das Ziel der Fahrbahnerneuerung ist die Sicherung der Tragfähigkeit der Straße. Wenn durch Risse und Aufbrüche im Asphalt Oberflächenwasser in die darunterliegenden Schichten gelangt, kann dies zu Schäden führen, insbesondere, wenn das Wasser im Asphalt im Winter gefriert. Außerdem ist ein Schichtenverbund zwischen den einzelnen Asphaltschichten erforderlich. Zusätzlich muss der Fahrbahnaufbau der Verkehrsbelastung entsprechen. Ist die Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet, ist eine Fahrbahnerneuerung erforderlich. So war es auch in Schönwalde, weshalb der Fahrbahnaufbau nun erneuert werden muss.
Wie ist eine Straße aufgebaut?
Ein solcher Aufbau besteht aus mehreren Einzelschichten. Unter der sogenannten Asphaltdeckschicht, der Schicht eben, die dann auch befahren wird, liegt die Asphaltbinderschicht. Unterhalb der Asphaltbinderschicht befindet sich die Asphalttragschicht. Aufbau und Höhe der Schichten richten sich nach den jeweiligen Anforderungen und Verkehrsbelastungen. In Schönwalde muss der Aufbau so sein, dass auch die Lasten von schweren LKWs mit ihrem enormen Gewicht abgefangen werden. Unter der Asphalttragschicht wird eine Schottertragschicht aufgebracht. Zwischen der Schottertragschicht und dem anstehenden Erdplanum wird die Frostschutzschicht hergestellt. Das Erdplanum wiederum stellt die Grenze zwischen dem beschriebenen Oberbau und dem gewachsenen Boden dar. Es bildet als ebene, verdichtete Oberfläche die Basis für den Straßenoberbau.
Wie wird gearbeitet? Straßenbau in 10 Schritten:
In Schönwalde ist die gesamte Strecke in sieben Teilabschnitte unterteilt worden. In den einzelnen Teilabschnitten wird in Strecken von jeweils 20 bis 25 m am Tag gearbeitet. Und zwar in folgenden Einzelschritten:
1. Zunächst wird der vorhandene Asphalt um ca. 10 cm abgefräst. (Dieser Teil des bestehenden Aufbaus kann übrigens wiederverwendet werden.)
2. Der übrige Asphalt wird aufgebrochen und auf Grund seiner hohen PAK-Belastung (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) einer thermischen Verwertung zugeführt.
3. Unterhalb des Erdplanums wird in 40 cm Tiefe ein Drainagerohr zur Entwässerung während der Bauphase verlegt werden.
4. Liegt der anstehende Boden frei, muss zügig die 30 cm starke Frostschutzschicht aufgebracht werden.
5. Die anschließend aufgebrachte Schottertragschicht in 15 cm Dicke wird dann mit einem Grader / Straßenhobel bearbeitet, um die Ebenheit bzw. die korrekte Neigung der Oberfläche sicherzustellen.
6. Neben den vorhandenen Granitbordsteinen wird im Fahrbahnbereich eine 2-reihige Pflasterrinne hergestellt. Ca. alle 40 m werden in der Pflasterrinne Straßenabläufe eingebaut, die das Oberflächenwasser von Fahrbahn und Gehweg aufnehmen.
7. Nach Fertigstellung der Pflasterarbeiten kommt die Asphaltkolonne und stellt nacheinander die 3 Asphaltschichten im Fahrbahnbereich her. Während der Asphaltierungsarbeiten darf die Fahrbahn lediglich von Baufahrzeugen befahren werden. Am ersten Tag wird die Asphalttragschicht aufgebracht. Der ca. 170° heiße Asphalt wird angeliefert, mit einem Asphaltfertiger eingebaut und mit Walzen verdichtet. Am Abend wird dann mit einem Spezialgerät eine Bitumenemulsion als aufgebracht. Die Bitumenemulsion verklebt die einzelnen Asphaltschichten, wie die Asphalttrag- und die Asphaltbinderschicht bzw. die Asphaltbinder- und die Asphaltdeckschicht miteinander, damit sich u.a. die Schichten unter der Verkehrslast nicht gegeneinander verschieben. Die Bitumenemulsion darf nicht befahren werden. Verschmutzungen der Oberfläche hätten einen reduzierten Schichtenverbund zwischen den Asphaltschichten und somit eine reduzierte Lebensdauer des Asphaltaufbaus zur Folge.
8. Am nächsten Morgen wird dann die nächste Asphaltschicht (= Asphaltbinder-schicht) nach dem gleichen Verfahren aufgebracht und, wie am Tag zuvor, am Abend die Bitumenemulsion auf die neue Asphaltschicht aufgesprüht.
9. Am dritten Tag kann dann die Asphaltdeckschicht hergestellt werden.
10. Abschließend, an den Folgetagen, müssen noch die dauerelastischen Fugen hergestellt und die Einbauten, wie z. B. die Schachtabdeckungen und Schieberkappen, höhenmäßig an die neue Asphaltoberfläche angeglichen werden. Überall dort, wo unterschiedliche Materialien aufeinanderstoßen, also beispielsweise zwischen Asphalt und gepflasterter Rinne oder zwischen Asphalt und Schachtabdeckung aus Gusseisen braucht es eine Fuge, weil die Materialien unterschiedlich auf Temperaturen reagieren. Die Fugen werden mit einem speziellen Schneidegerät eingeschnitten. Die dort eingebrachte bituminöse Vergussmasse bildet dann die dauerelastische Fuge.