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Landesbetrieb
Straßenbau und Verkehr
Schleswig-Holstein
: Thema: Ministerien & Behörden

Informationsveranstaltung vom 23. März 2023


Straßenbauverwaltungen von Schleswig-Holstein und Niedersachsen informierten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in Hohnstorf und per Livestream.

Letzte Aktualisierung: 22.03.2023

Eine Frau steht redend auf einer Bühne.
Britta Lüth (LBV.SH-Geschäftsbereichsleiterin Neubau) stellt den aktuellen Stand der Planung vor.

HONHSTORF/ELBE. Seit über 70 Jahren verbindet die Elbquerung bei Lauenburg die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein als kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke. Das bestehende Bauwerk befindet sich im vollständigen Eigentum der Deutschen Bahn. Das Bauwerk ist inzwischen in die Jahre gekommen und wird zukünftig die Lasten von Schiene und Straße nicht mehr verlässlich tragen können. Um auch in Zukunft die Verfügbarkeit der wichtigen Infrastruktur im Norden zu gewährleisten, entschied das Bundesverkehrsministerium in Abstimmung mit den Auftragsverwaltungen der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein, abschließend nach einer Bereisung im Juni 2021, in die Planung eines Ersatzneubaus für den Straßenverkehr einzusteigen.

Stand der Dinge

Über den aktuellen Planungsstand informierten die beiden zuständigen Straßenbauverwaltungen gestern (21. März 2023) gemeinsam beim Bürgerinformationstermin im niedersächsischen Hohnstorf sowie über einen Livestream im Internet. Zuletzt hatten der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) und die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) am 19.November 2021 in Lauenburg/Elbe eine Auftaktveranstaltung für die Öffentlichkeit durchgeführt. Seitdem ist die Planung vorangeschritten. Hauptthema der diesjährigen Veranstaltung waren die naturschutzfachlichen Untersuchungen: Dabei wurden etwa die Methodik und Ergebnisse der Kartierung des Elbquerungsprojekts mit Ortsumgehungen erstmals öffentlich vorgestellt. 

Anspruchsvolle Bauplanung

LBV.SH-Geschäftsbereichsleiterin Britta Lüth startete mit einem Überblick: „Der Untersuchungsraum umfasst rund 4.000 Hektar, so groß wie 6.000 Fußballfelder. In diesem Untersuchungsraum wurden ein Jahr lang Flora und Fauna untersucht. Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung werden diese Daten nun bewertet und Lösungen für die Vermeidung oder Minimierung der Auswirkungen der unterschiedlichen technischen Lösungen gesucht. Natürlich stehen auch die Menschen im Fokus – sowohl die direkt Betroffenen als auch die, die indirekt durch Lärm oder Luftschadstoffe beeinträchtigt werden.“ Und NLStbV-Geschäftsbereichsleiter Dirk Möller ergänzte: „Das Besondere an diesem länderübergreifenden Bauprojekt ist die geografische Lage: Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben keine gemeinsame feste Landgrenze; sie sind durch die Elbe getrennt und nur durch zwei Brücken miteinander verbunden. Umso wichtiger ist es, die gegebene Infrastruktur zu optimieren.“ 

Flora und Fauna

Die Biologen sind los!

Zu den naturschutzfachlichen Ergebnissen sagte der beauftragte Lübecker Landschaftsarchitekt Peter Hermanns: „In einem ersten Schritt haben wir den Untersuchungsraum und die Untersuchungsinhalte definiert und mit den zuständigen Behörden und Verbänden abgestimmt. Bei der Öffentlichkeitsveranstaltung haben wir die Ergebnisse unserer Untersuchungen zu Pflanzen und Tieren präsentiert. Im Ergebnis liegt insbesondere beidseits der Elbe ein hochwertiger Naturraum vor“, so der Landschaftsarchitekt. Und der beauftragte niedersächsische Landschaftsplaner Holger Runge ergänzte: „Es gilt bei der Planung einer neuen Elbquerung und den Ortsumgehungen auf jeden Fall auf den Erhalt der Biodiversität zu achten.“

Die Ergebnisse

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Im Ergebnis wurden in den europäischen Schutzgebieten erwartungsgemäß Biotoptypen von besonderer Bedeutung bis hin zu prioritären Lebensraumtypen angetroffen. Zudem stellt der Untersuchungsraum für Brutvögel eine Wertigkeit mit überdurchschnittlicher Bedeutung dar. So wurden unter anderem die Beutelmeise, der Flussuferläufer, die Knäkente, das Braunkelchen, der Große Brachvogel, der Kiebitz, der Wachtelkönig, der Wiesenpieper, der Feldschwirl und das Rebhuhn aufgefunden. Bedeutsame Rastgebiete sind die Stecknitz-Delvenau-Niederung für Gänse und Kraniche, die Stecknitzmündung für Möwen, Kormorane und Gänsesänger sowie die Vordeichflächen bei Hohnstorf für Enten und Gänse.

Ebenfalls umfangreich untersucht wurden die Fledermäuse. Mittels spezieller Ultraschalldetektoren (Batcordern), Netzfängen, Habitatstrukturkartierung und Höhlenbaumerfassung wurden insgesamt 13 Arten festgestellt; darunter für sechs Arten Reproduktionsnachweise. Bei der Untersuchung des Fledermauszuges stellte sich eine hohe Bedeutung der Elbe und ihrer Uferstrukturen insbesondere im Bereich des Elbhangs für Nahrungssuche sowie Paarung während des Zuges heraus. Der Bereich der Vorlanddeichflächen wurde während der Zugzeit als Jagdrevier genutzt.

Haselmäuse wurden auf der schleswig-holsteinischen Seite bestätigt. Zudem fanden sich mehrere Nachweise des Bibers in Elbnähe. Auch Amphibien wie etwa Kammmolch, Knoblauchkröte und Moorfrosch wurden aufgefunden sowie Libellen, darunter die Zierliche Moosjungfer und die Asiatische Keiljungfer. Nachweise planungsrelevanter Schnecken oder Muscheln gab es nicht.

Die Öffentlichkeitsveranstaltung im Sportzentrum Hohnstorf fand als hybride Veranstaltung statt. Vor Ort haben sich rund 130 Bürginnen und Bürger direkt informiert. Das Besondere: Die Veranstaltung wurde auch im Internet übertragen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Hier nahmen rund 180 Interessierte teil. Aufgrund des schlechten Zustands des Bestandsbauwerks lag ein Hauptinteresse auf den jetzt anstehenden nächsten Schritten und dem weiteren zeitlichen Ablauf. Im nächsten Schritt werden Linien für die unterschiedlichen Bauwerksarten im Dialog von Umwelt und Technik entwickelt. Diese Linienüberlegungen sollen in der nächsten Öffentlichkeitsveranstaltung am 28. Juni 2023 in Lauenburg zur Diskussion gestellt werden.

Das Gute: Wer dieses Mal nicht live dabei sein konnte, hat weiterhin die Möglichkeit, sich ausführlich zu informieren: Die Veranstaltung bleibt als Video und mit vielen Dokumenten und Übersichten auf der Internetseite des LBV.SH abrufbar unter: www.schleswig-holstein.de/elbquerung-lauenburg

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