In Quarnstedt soll das "Dörpshus" zu einer Anlaufstelle im Krisenfall werden, bei der die Menschen bei Stromausfall lebensnotwendige Geräte aufladen können.
Im Rahmen seiner Sommertour hat Innenstaatssekretär Sönke Schulz das neue Bevölkerungsschutzprojekt in Quarnstedt besucht. In der Gemeinde im Kreis Steinburg soll auf dem sogenannen „Dörpshus“ eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher installiert werden, die im Sommer das Haus und das nahe Freibad mit günstigem, klimafreundlichem Strom versorgt. Bei einem Stromausfall wird das Dörpshus vom öffentlichen Netz getrennt und dient dann als „Notstrominsel“, Notfallinfopunkt und Anlaufstelle für die Einwohnerinnen und Einwohner.
In der Notstrominsel können die Bürgerinnen und Bürger im Blackout wichtige Informationen erhalten, ihre Akkus für lebenswichtige Geräte wie Beatmungs‑ oder Dialysegeräte aufladen, sich aufwärmen oder Babynahrung erhitzen. Das Konzept, das gemeinsam mit Schleswig‑Holstein Netz (SH Netz), der Hochschule Flensburg, der Fachhochschule Westküste und dem Gemeindetag entwickelt wurde, soll kurzfristig umgesetzt werden.
Gut gerüstet für den Krisenfall
Für den Fall, dass die Solaranlage und der Batteriespeicher nicht genug Energie liefern, ist ein mobiles Notstromaggregat vorgesehen, das an die Zapfwelle eines Traktors angeschlossen wird. Damit ist die Gemeinde gut gerüstet, um im Krisenfall schnell zu handeln und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. „Hier gehen innere Sicherheit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand“, lobte Schulz das Projekt. Damit stärke die Gemeinde die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und gleichzeitig die Infrastruktur ihrer regionalen Daseinsvorsorge.
Blaupause für andere Gemeinden
Das Modell kann anderen Kommunen als Vorlage dienen, die Planung vereinfachen, die Kosten senken und über die kommunale Säule des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität gefördert werden, vorausgesetzt, die Investitionskosten erreichen mindestens 50.000 Euro. Weitere Informationen zur Fördermöglichkeit, den Antragsunterlagen und häufigen Fragen finden Sie auf den Seiten des Finanzministeriums.
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