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Thema : Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein

Graues Gold statt altes Eisen: Wie Unternehmen das Potenzial älterer Mitarbeitender neu entdecken

Wie gelingt es Unternehmen, erfahrene Mitarbeitende über das gesetzliche Rentenalter hinaus zu halten, warum lohnt sich das – und welche Unterstützungsmöglichkeiten stehen ihnen dabei zur Verfügung? Genau diesen Fragen widmete sich die Informationsveranstaltung „Graues Gold statt altes Eisen – praktische Lösungen zum Fachkräftemangel“, die am 26. Februar 2026 im Druckzentrum des sh:z in Büdelsdorf stattfand. Zahlreiche Unternehmensvertretende aus der Region nutzten die Gelegenheit, sich über konkrete Strategien, Förderangebote und erfolgreiche Praxisbeispiele zu informieren.

Letzte Aktualisierung: 25.03.2026

Erfahrungswissen als Zukunftskapital

Zum Auftakt zeigte Frau Wieben eindrucksvoll, welches Potenzial in älteren Beschäftigten steckt. Sie machte deutlich, dass Leistungsfähigkeit nicht automatisch mit dem Renteneintritt endet, im Gegenteil: Erfahrung, Gelassenheit, Loyalität und ein hohes Verantwortungsbewusstsein seien Stärken, die gerade in Zeiten des Fachkräftemangels unverzichtbar sind. Gleichzeitig stellte sie erste praxisnahe Ansätze vor, wie Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen können, die es älteren Mitarbeitenden ermöglichen, länger motiviert und produktiv im Betrieb zu bleiben.

Ein Praxisbeispiel, das Mut macht

Wie das in der Realität aussehen kann, präsentierte anschließend Frau Dr. Bez Geschäftsführerin der AWO Bildung und Arbeit gGmbH. Sie berichtete, wie es ihrem Unternehmen gelingt, Mitarbeitende auch über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus zu beschäftigen und warum beide Seiten davon profitieren. Flexible Arbeitszeitmodelle, wertschätzende Kommunikation und individuelle Einsatzmöglichkeiten seien dabei zentrale Erfolgsfaktoren. Ihr Beispiel machte deutlich: Mit der richtigen Haltung und passenden Strukturen können ältere Beschäftigte ein echter Gewinn für Betriebe sein.

Unterstützung durch zentrale Institutionen

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den vielfältigen Unterstützungsangeboten, die Unternehmen bereits heute nutzen können.
Drei wichtige Institutionen stellten ihre Leistungen vor:

  • Die Deutsche Rentenversicherung stellte ihren Firmenservice vor, der Unternehmen dabei hilft, die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden zu stärken. Ob Beratung zur Einführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM), Unterstützung beim Aufbau eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) oder Hinweise zu passenden Reha-Angeboten, all diese Maßnahmen tragen dazu bei, Fehlzeiten zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
  • Die Bundesagentur für Arbeit stellte ihren Arbeitgeberservice vor, der Unternehmen bei der Gewinnung und Beschäftigung älterer Mitarbeitender unterstützt. Vorgestellt wurden insbesondere Fördermöglichkeiten wie Eingliederungszuschüsse, die finanzielle Unterstützung bei der Einarbeitung bieten, Praktika, die einen niedrigschwelligen Einstieg in eine Beschäftigung ermöglichen, sowie Qualifizierungsangebote, mit denen Betriebe ältere Mitarbeitende gezielt weiterbilden und an neue Aufgaben heranführen können.
  • Die Betriebliche Koordinierungsstelle für Betriebliche Gesundheitsförderung erläuterte, wie die Krankenkassen Unternehmen mit Beratung, Begleitung, Strukturaufbau und gezielten Maßnahmen dabei unterstützen, gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen zu entwickeln und gesundheitsbewusstes Verhalten im Betrieb zu stärken.

Die Beiträge machten deutlich: Es gibt bereits zahlreiche Programme, Beratungsangebote und finanzielle Fördermöglichkeiten, sie müssen nur bekannter werden.
Fazit: Ein Perspektivwechsel, der sich lohnt


Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass ältere Beschäftigte kein „altes Eisen“, sondern ein wertvolles „graues Gold“ sind. Wer ihre Kompetenzen erkennt und fördert, gewinnt nicht nur engagierte Mitarbeitende, sondern stärkt auch die eigene Zukunftsfähigkeit. Die Teilnehmenden nahmen viele konkrete Impulse mit – und die Erkenntnis, dass der Schlüssel zur Fachkräftesicherung oft näher liegt, als man denkt.

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