Auszeichnungen - Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein
Zum ersten Mal wurde der neu gestiftete "Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein" 2008 verliehen. Er löste die Schleswig-Holstein-Medaille ab. Der Orden ist eine besondere Geste des Staates, um herausragende Leistungen zu würdigen.
Der Orden trägt auf der Vorderseite ein stilisiertes Landeswappen und wird an einem Band an der linken oberen Brustseite getragen. Schleswig-Holstein war bis dato das einzige Flächenland in Deutschland ohne eigenen Landesorden. Wegen des hohen Ranges des Verdienstordens soll die Gesamtzahl lebender Inhaberinnen und Inhaber fünfhundert nicht überschreiten.
Für Verdienste mit landesweitem Bezug
Gewürdigt werden vornehmlich Verdienste mit landesweitem Bezug.
Die bisher höchste Auszeichnung des Landes, die 1978 gestiftete Schleswig-Holstein-Medaille, ging in den neuen Landesorden über. Träger der Schleswig-Holstein-Medaille sind automatisch auch Inhaber des Verdienstordens.
Laudationes
Ministerpräsident Daniel Günther zeichnet zum 80. Landesgeburtstag fünf Persönlichkeiten aus Schleswig-Holstein mit dem Verdienstorden des Landes aus: Dr. Christian Kuhnt/Lübeck, Intendant Schleswig-Holstein Musik Festival,Prof. Dr. Katja Matthes/Laboe, Direktorin des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel,Prof. Dr. Ilka Parchmann/Kiel, Leiterin der Abteilung Didaktik der Chemie am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, Reinhard Sager/Scharbeutz, ehemaliger Landrat und Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages, ehemaliger Präsident des Deutschen Landkreistages und Hans-Jakob Tiessen/Nordhastedt, ehemaliger Präsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein.
Ausgezeichnete
Dr. Christian Kuhnt
Dr. Christian Kuhnt prägt seit 1997 das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) - zunächst als künstlerischer Direktor und seit 2013 als Intendant. Dank seiner Ideen und seines Engagements konnte das SHMF stetig wachsen und sich weiterentwickeln. Christian Kuhnt etablierte neue Konzertveranstaltungen, die neben klassischen Werken auch populäre Musikstile einbeziehen. Unter seiner Leitung wurden Formate wie das „Lübeck Musikfest mit Daniel Hope“, die Konzerte auf dem Gelände der NordArt, die „Zoom“-Konzerte, die Reihe „Werftsommer“ sowie Konzerte des Festivalchors ins Leben gerufen. In der Corona-Pandemie entwickelte Christian Kuhnt den „Sommer der Möglichkeiten“ mit über 100 Aktionen in ganz Schleswig-Holstein. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Programmatik des SHMF von länderspezifischen Themen hin zu Porträts von Komponisten sowie Musikerinnen und Musikern und umfasst auch Lesungen, Kabarett und Theateraufführungen. Darüber hinaus ist er Jury-Mitglied in zahlreichen Wettbewerben und Preisen, beispielsweise dem Leonard Bernstein Award.
Verdienstorden des Landes, August 2026
Prof. Dr. Katja Matthes
Prof. Dr. Katja Matthes ist seit 2020 Direktorin des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und engagiert sich auch als Vorstandsmitglied der Deutschen Allianz Meeresforschung. International stärkt sie die Zusammenarbeit in der Meeresforschung, baut Partnerschaften aus, initiiert neue Kooperationen und vertritt die deutsche Meeresforschung bei internationalen Verhandlungen wie den Weltklimakonferenzen und den Ozeankonferenzen der Vereinten Nationen. Zudem verantwortete sie die Errichtung eines neuen GEOMAR-Forschungscampus. Mit der Neuausrichtung eines integrierten Ocean Research & Technology Centers fördert sie technologische Innovationen in der Meeresforschung und schafft den Nährboden für Ausgründungen und Patente in der maritimen Wirtschaft. Mit ihrem Einsatz stärkt sie Schleswig-Holstein als Wissenschafts- und Innovationsstandort und setzt Impulse für Meeres-, Klima- und Küstenschutz. Als erste Frau an der Spitze des GEOMAR übernimmt sie eine Vorbildfunktion für junge Wissenschaftlerinnen und setzt sich für Geschlechtergerechtigkeit in Führungspositionen ein, beispielsweise durch die Gründung eines Women’s Executive Board.
Verdienstorden des Landes, August 2026
Prof. Dr. Ilka Parchmann
Prof. Dr. Ilka Parchmann ist Professorin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und leitet seit 2009 die Abteilung „Didaktik der Chemie“ am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik. Seitdem hat sie den Ausbau einer MINT-Bildungslandschaft maßgeblich mitgestaltet. Sie initiierte zahlreiche außerschulische Lernorte wie Schülerlabore, Forschungszentren, MINT‑Cluster und die Kieler Forschungswerkstatt und setzte mit dem Projekt „Chemie im Kontext“ bundesweit neue Standards für den Chemieunterricht. Sie ist Mitinitiatorin des Netzwerks „Evidence-Based Science Outreach“ und erarbeitet Strategien, damit komplexe Forschung für alle zugänglich wird. Durch Schulmodule, Ausstellungen, Laborführungen und Podcasts hat sie auch in Sonderforschungsbereichen Wissenschaft für junge Menschen erlebbar gemacht. Zudem schuf sie innovative Plattformen, die Wissenschaftler und Didaktiker vernetzen und über die Grenzen Schleswig‑Holsteins hinaus als Vorbild dienen. Als Vizepräsidentin der CAU gestaltete Ilka Parchmann die Lehrkräftebildung entscheidend mit. Heute führt sie diese Arbeit als Vorsitzende der Allianz für Lehrkräftebildung in Schleswig‑Holstein fort.
Verdienstorden des Landes, August 2026
Reinhard Sager
Reinhard Sager hat sich über 40 Jahre in der Kommunalpolitik große Verdienste erworben. Er begann in den 1980er-Jahren als Gemeindevertreter in der Gemeinde Grömitz, bevor er Mitglied im Kreistag Ostholstein und im Schleswig-Holsteinischen Landtag wurde. Von 2001 bis 2023 war er erster direkt gewählter Landrat im Kreis Ostholstein. Er ordnete die Schulentwicklungsplanung neu, sicherte die Krankenhausversorgung und begleitete die Fusion der Sparkassen zur Sparkasse Holstein. In seiner Zeit als Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages und seiner Präsidentschaft des Deutschen Landkreistages engagierte er sich für die Interessen der Landkreise und beriet Politik, Behörden und Dienststellen bei der Vorbereitung und Umsetzung von Gesetzen, Verordnungen und anderen Regelungen. Unter seiner Leitung meisterten die Kreise zahlreiche große Herausforderungen wie die Corona-Pandemie, die umfassende Betreuung zahlreicher Geflüchteter in der Flüchtlingskrise 2015/2016 sowie ab 2022 nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine.
Verdienstorden des Landes, August 2026
Hans-Jakob Tiessen
Hans-Jakob Tiessen war von 2013 bis 2024 ehrenamtlicher Präsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein. Er legte Meilensteine für die Weiterentwicklung des Sports wie die Verabschiedung des Sportfördergesetzes, die Begleitung der landesweiten Sportentwicklungsplanung sowie die Positionierung des Landes als „Sportland Schleswig-Holstein“. Besonders am Herzen lag ihm die Initiative „Kein Kind ohne Sport!“ der Sportjugend Schleswig-Holstein. Er setzte sich dafür ein, die wirtschaftliche Bedeutung des Sports sichtbar zu machen und initiierte gemeinsam mit der IHK sowie der Handwerkskammer zwei Studien zum „Wert des Sports“. Unter seiner Präsidentschaft brachte der LSV ein Integrationsprogramm auf den Weg, das geflüchteten Menschen eine Teilhabe am Vereinsleben ermöglichte. Zudem setzte er sich in der Corona-Pandemie und der Energiekrise für eine Unterstützung und die Belange der Sportvereine und -verbände ein. Darüber hinaus war er über 30 Jahre Vorsitzender des für Schleswig-Holstein und Hamburg zuständigen Mühlenverbandes sowie Gründungsvorsitzender der Akademie für die ländlichen Räume in Schleswig-Holstein.
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