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Thema : Auszeichnungen und Ehrungen

Auszeichnungen - Ehrennadeln

Menschen, die über viele Jahre ehrenamtlich tätig gewesen sind, können mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet werden. Vorausgesetzt werden selbstständige Leistungen über einen langen Zeitraum.

Letzte Aktualisierung: 27.11.2025

Die Verleihung der Ehrennadel setzt eine lange ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle der Allgemeinheit voraus. Das ehrenamtliche Engagement muss in einer außergewöhnlichen selbstständigen Leistung bestehen. Die Ehrennadel ist 15 Millimeter groß, besteht aus Silber und zeigt das Landeswappen.

Laudationes

Am 2. Dezember verleiht Ministerpräsident Daniel Günther die Ehrennadel des Landes an sieben ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer aus Schleswig-Holstein. Ausgezeichnet werden Herwart Bansemer aus Ratekau (Engagement im Umwelt- und Naturschutz), Gerhard Büge aus Hartenholm (Wild- und Tierschutz), Anna Gertraud Gräfin von Schlieffen aus Altenholz (u.a. Deutsches Rotes Kreuz), Dr. Klaus Knaack aus Lübeck (u.a. Kinder- und Jugendschutz), Norbert Meinert aus Glückstadt (Kunst- und Kulturgeschichte), Anne-Gertrud Pistol aus Scharbeutz (Hospizinitiative) und Anne Schmaljohann aus Bälau (Landfrauen).

Ehrennadeln – Aktuelle Laudationes

Herwart Bansemer, Ratekau

Herwart Bansemer setzt sich seit nahezu fünf Jahrzehnten für den Schutz von Natur und Umwelt ein. 1974 war er Mitbegründer der heutigen NABU-Gruppe Lübeck und hat von Beginn an Verantwortung übernommen. Herwart Bansemer trug entscheidend zur Ausweisung zahlreicher Schutzgebiete bei, wie zum Beispiel dem Schellbruch an der Trave. Er brachte seine Expertise in eine Vielzahl von Planfeststellungsverfahren ein und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Berücksichtigung naturschutzfachlicher Belange in öffentlichen Planungen. Außerdem verfasste er über 70 Fachaufsätze über den Naturschutz und weckte durch vogelkundliche Führungen am Ruppersdorfer See bei vielen Menschen das Interesse für den Natur- und Umweltschutz. 2023 schied Herwart Bansemer aus dem Vorstand aus, steht dem NABU Lübeck jedoch weiterhin als Ratgeber zur Seite.

Anfang der 1980er Jahre gründete Herwart Bansemer gemeinsam mit anderen die Arbeitsgemeinschaft "Umweltgemeinde Ratekau e.V.", in der er sich über viele Jahre engagierte. Er war unter anderem maßgeblich an der Wiederherstellung und erneuter Flutung des trockengelegten Ruppersdorfer Sees beteiligt, der ein wichtiges Brutgebiet für zahlreiche Wasservogelarten ist. Herwart Bansemer war zudem viele Jahre auch kommunalpolitisch in der Gemeinde Ratekau engagiert.

Ehrennadel des Landes, Dezember 2025

Gerhard Büge, Hartenholm

Gerhard Büge engagiert sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich für den Wild- und Tierschutz. In dieser Zeit hat er mit seinen professionell ausgebildeten Schweißhunden bereits tausende Nachsuchen auf verletztes Wild durchgeführt. Pro Jahr wird er rund 250 mal gerufen, um verletzte Tiere, beispielsweise nach einem Verkehrsunfall, aufzufinden und die Jagd waid- und tierschutzgerecht auszuüben. Dafür ist er Tag und Nacht im Einsatz.

Seit 1989 engagiert Gerhard Büge sich auch als Ausbilder für Jagdhunde und prüft in seiner Funktion als Verbandsrichter des Jagdgebrauchshundeverbandes die jungen Jagdhunde für den Jagdgebrauch. Zudem ist er als Referent für die Ausbildung von Jagdaufsehern im Auftrag des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein tätig sowie als Obmann für Naturschutz und Begrünung in seiner Kreisjägerschaft Segeberg, wo er mit seinem Fachwissen als Gärtner viele Naturschutzprojekte betreut hat. In der Zusammenarbeit mit der Jägerschaft, den Landesforsten und Behörden genießt Herr Büge durch seinen Einsatz hohes Vertrauen.

Darüber hinaus engagiert sich Gerhard Büge seit über 50 Jahren ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr Hartenholm.

Ehrennadel des Landes, Dezember 2025

Dr. Klaus Knaack, Lübeck

Klaus Knaack engagiert sich seit vielen Jahren für das Wohl von Kindern und Jugendlichen in Lübeck. Unter seiner Leitung wurde 2004 der "Förderkreis Ein Kinderhaus für Lübeck e.V." gegründet, der heutige "Förderkreis Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Lübeck e.V.". Herr Knaack hat maßgeblich den Aufbau und die nachhaltige Entwicklung mehrerer Kindertagesstätten und sozialer Einrichtungen in Lübeck ermöglicht – darunter das Kinderhaus "Blauer Elefant", die Bewegungskita "Weltenbummler" und die Regiokita "Hundert Welten". Auch die Errichtung einer Mensa und eines Verwaltungsgebäudes zur Entlastung bestehender Einrichtungen sowie die Finanzierung von Projekten für den Offenen Ganztag gehen auf sein Engagement zurück. Trotz seines hohen Alters ist Herr Knaack weiterhin aktiv und leitet derzeit den Arbeitskreis Marie-Juchacz-Weg zur Planung einer neuen Kita.

Darüber hinaus hat sich Klaus Knaack auf verschiedensten Ebenen für den Verband Deutscher Ingenieure (VDI) eingesetzt, insbesondere im Bezirksverein Lübeck, unter anderem als dessen Vorsitzender und in überregionalen Gremien. Die Gründung des VDIni-Clubs Lübeck, der Kindern spielerisch technisches Interesse und naturwissenschaftliches Verständnis vermittelt, ist ein weiteres Beispiel für die Wirkungskraft seines Engagements mit der Klaus Knaack Bildungsförderung mit gesellschaftlicher Teilhabe verbindet.

Ehrennadel des Landes, Dezember 2025

Norbert Meinert, Glückstadt

Norbert Meinert setzt sich seit mehreren Jahrzehnten für die Kunst- und Kulturgeschichte der Elbregion um Glückstadt ein und ist eng mit dem Detlefsen-Museum verbunden.

1993 übernahm Norbert Meinert das Amt des 1. Vorsitzenden des Vereins der Freunde und Förderer des Detlefsen-Museums Glückstadt e.V.. Seitdem engagiert er sich für die Erweiterung der Museumssammlung, indem er neue Exponate und Kunstwerke beschafft. Er brachte sich nicht nur organisatorisch ein, sondern übernahm auch praktische Aufgaben wie Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten. Besonders hervorzuheben sind der Bau der Remise und die Erweiterung des Museums durch den Kavaliersflügel, wodurch zusätzliche Räume für Ausstellungen und Veranstaltungen geschaffen wurden. Norbert Meinert setzte sich auch für die Einführung hauptamtlicher Stellen ein und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung des Museumsbetriebs. Durch die Gewinnung neuer Förderer und sein Engagement für die Steigerung der Besucherzahlen trug er dazu bei, das Museum für zukünftige Generationen zu sichern und weiterzuentwickeln. Die Erfolge des Museums sind eng mit Herrn Meinerts Wirken verbunden. 2020 wurde das Museum als "außerschulischer Lernort" anerkannt, und 2022 erhielt es das Zertifikat als "Zertifiziertes Museum".

Seit 1979 engagiert sich Norbert Meinert zudem als Sprecher der Vereinigung ehemaliger Primaner des Detlefsengymnasiums in Glückstadt.

Ehrennadel des Landes, Dezember 2025

Anne-Gertrud Pistol, Scharbeutz

Anne-Gertrud Pistol engagiert sich seit über 27 Jahren ehrenamtlich in der Hospizinitiative Eutin e.V. und steht seitdem Schwerstkranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen ehrenamtlich zur Seite. Zunächst als ausgebildete Sterbebegleiterin, später als Trauerbegleiterin und schließlich als Vorstandsmitglied des ambulanten Hospizdienstes – zuletzt als langjährige stellvertretende Vorsitzende. Anne-Gertrud Pistols Herzensanliegen ist es seit jeher, das Themenfeld Sterben, Tod und Trauer zurück in die Mitte der Gesellschaft zu holen.

Anne-Gertrud Pistol verstand es, ihre Vorstandskolleginnen und -kollegen für Themen, Inhalte und Vorhaben zu begeistern und neue Akzente für die Arbeit des Vereins zu finden. So entstanden unter ihrer Leitung eine Vielzahl von kostenfreien Angeboten wie Trauerwanderungen, ein Stammtisch für Trauerende als niedrigschwellige Möglichkeit des Austauschs unter Gleichgesinnten wie auch kurz- und langfristig angelegte Einzel-Trauerbegleitungen, die sie auch selbst anleitete. Auch die Bildungsarbeit der Hospizinitiative Eutin liegt Anne-Gertrud Pistol sehr am Herzen. So ist sie bereits seit vielen Jahren als regionale Kursleiterin sogenannter "Letzte Hilfe-Kurse" tätig, die interessierten Bürgerinnen und Bürgern Grundkenntnisse und praktische Tipps in der Begleitung von Sterbenden vermitteln.

Ehrennadel des Landes, Dezember 2025

Anna Gertraud Gräfin von Schlieffen, Altenholz

Anna Gertraud Gräfin von Schlieffen hat sich über viele Jahrzehnte Verdienste um das Gemeinwohl erworben. 1969 trat sie dem Deutschen Roten Kreuz – Kreisverband Kiel e.V. bei und übernahm von Beginn an Verantwortung – etwa beim Aufbau der Ortsgruppe Mettenhof und im Katastrophenschutz. Als Konventionsbeauftragte vermittelte sie über viele Jahrzehnte ehrenamtlich innerhalb des DRK die Regelungen der Genfer Konventionen. Zudem hat Anna Gertraud Gräfin von Schlieffen maßgeblich dazu beigetragen, das Nette-Kieler-Ehrenamtsbüro in Trägerschaft der Kreisarbeitsgemeinschaft der Kieler Wohlfahrtsverbände zu etablieren. Von 1999 bis 2024 engagierte sie sich im DRK-Ortsverein Altenholz e. V., zuletzt als stellvertretende Vorsitzende. Besonders setzte sie sich für die Einrichtung einer Krippengruppe und die Erweiterung der Kindertagesstätte ein.

Darüber hinaus engagierte sich Anna Gertraud Gräfin von Schlieffen auch im Vorstand des Vereins Kieler Jugenderholung e.V.. Ihr besonderes Augenmerk galt den Ferienmaßnahmen, der finanziellen Stabilität des Vereins sowie dem Erhalt und Ausbau der Infrastruktur im Feriendorf. Mit Nachdruck setzte sie sich für sozial gerechte Preise zugunsten armutsbetroffener Familien ein. Zudem wirkte Anna Gertraud Gräfin von Schlieffen entscheidend an der Planung des neuen Seminarhauses mit und unterstützte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur beruflichen Integration.

Ehrennadel des Landes, Dezember 2025

Anne Schmaljohann, Bälau

Anne Schmaljohann hat sich über Jahrzehnte für Frauen auf dem Land und in der Landwirtschaft engagiert. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit begann sie 2010 als Beisitzerin im LandFrauen-Ortsverein Breitenfelde. 2016 übernahm sie das Amt der ersten Vorsitzenden des KreisLandFrauen-Verbandes Herzogtum Lauenburg, welches sie bis 2024 innehatte. Anne Schmaljohann hat maßgeblich zum Zusammenhalt der Ortsvereine im Kreis beigetragen und sich wesentlich für frauenpolitische und aktuelle gesellschaftliche Themen eingesetzt. Besonders am Herzen lag ihr die Zukunft der LandFrauen. Sie gilt als eine der ersten Unterstützerinnen der "Jungen LandFrauen" in Schleswig-Holstein und hat diese sowohl auf Kreis- als auch auf Landesebene wesentlich gefördert. Zudem entwickelte sie ein Seminarprogramm, um den Herausforderungen des Generationenwechsels in landwirtschaftlichen Betrieben zu begegnen. Dieses wurde im Kreis Herzogtum Lauenburg erfolgreich durchgeführt und bildet heute die Grundlage eines Seminars zur Hofübergabe der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

Darüber hinaus hat sich Anne Schmaljohann als Landwirtin auch 20 Jahre ehrenamtlich in der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, davon zehn Jahre als Repräsentantin der Landwirtschaftskammer im Kreis Herzogtum Lauenburg, für die Interessen der Landwirtinnen und Landwirte eingesetzt.

Ehrennadel des Landes, Dezember 2025

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