Gleichstellungsministerin Aminata Touré fordert die Bundesregierung auf, ein Gesetz vorzulegen, das Frauen vor Missbrauch, sexualisierter Gewalt und Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte schützt. Aktuelle Fälle zeigen, dass Schutzlücken bestehen.
Digitale Gewalt ist reale Gewalt
„Immer häufiger sind Frauen von Deepfakes, pornografischen KI-Bildern, Cyberstalking und Datenmanipulation betroffen. Es ist dieselbe Gewalt wie früher, nur digital verstärkt. Frauen müssen ihr Leben und ihre Privatsphäre verteidigen“
, so Touré.
Appell an Männer
Touré fordert Männer auf, in ihrem Umfeld problematisches Verhalten zu hinterfragen, einzuschreiten und solidarisch zu handeln. „Jede Frau kann von sexualisierter Gewalt berichten. Auf der Straße, in Clubs, im privaten oder beruflichen Umfeld - und das analog wie auch digital. Wir brauchen mehr Männer, die in ihrem eigenen männlichen Umfeld problematisieren, dass ihre Kumpels sich Frauen gegenüber so verhalten. Männer müssen einschreiten, dagegenhalten und ihre eigenen Männlichkeitsbilder hinterfragen. Frauen brauchen solidarische Männer, damit sich etwas verändert in unserer Gesellschaft. Frauen klagen diese Umstände seit Ewigkeiten an. Es wird Zeit, dass Frauen geglaubt wird und mehr Männer sanktioniert werden. Wir brauchen mehr Schutz für Frauen und weniger Täterschutz!"
Technik-Sprechstunde unterstützt Betroffene
In der Kieler Frauenberatungsstelle „die Lerche“ besuchte Touré das Modellprojekt „Technik-Sprechstunde“. Fachkräfte schulen Betroffene im Schutz ihrer Geräte und beraten zu digitaler Gewalt. Neue Technologien verstärken Gewalt auch im analogen Raum.
Landesförderung und Beratung
Schleswig-Holstein unterstützt Frauenfacheinrichtungen mit rund 13 Mio. Euro und fördert Schutztechnik für Handys und Laptops. Frauen und Mädchen erhalten kostenlose, anonyme Beratung – online, telefonisch oder vor Ort. Hilfetelefon: 116 016, Polizei bei akuter Gefahr: 110.