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Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung : Thema: Ministerien & Behörden

Aminata Touré

Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung

Grußwort von Aminata Touré zur Feierlichkeit 15 Jahre LFSH



Letzte Aktualisierung: 23.09.2023

Liebe Frau Katharina,

liebe Melanie,

liebe Abgeordnete,

liebe alle,

muss es erst zu Gewalt kommen, damit etwas passiert?

Das ist die Frage, die wir uns heute alle stellen.

Es kann nicht sein, dass eine Frau entführt wird.

Dass eine Frau Gewalt erfährt.

Ein Kontaktverbot und Gefährderansprache als Konsequenzen haben scheinbar nicht ausgereicht.

Dieser Fall macht auf traurige Weise deutlich, warum es so wichtig ist, dass wir über geschlechtsspezifische Gewalt sprechen.

Denn sie tötet.

Dieser Fall zeigt, warum es so wichtig ist, die Fragen zu stellen:

Wie gehen wir mit geschlechtsspezifischer Gewalt um?

Und vor allem:

Wie verhindern wir es, dass sowas überhaupt passiert?

Ich sage und betone es immer wieder:

Wir brauchen ein Paradigmenwechsel in der gesamten Gesellschaft.

Ich möchte dem LFSH dafür danken.

Ich möchte Euch allen dafür danken, dass ihr euch das seit 15 Jahren zu Aufgabe macht.

Wenn wir als Land beim Thema Gewaltschutz vorrankommen wollen, dann geht das nicht ohne Euch.

Noch immer gehen viele davon aus, dass es die Betroffene sind, die übertreiben.

Aber es ist die Gesellschaft, die Täter nicht ausreichend verurteilt und diese Gefahr untertreibt.

Denn Gewalt hat so viel mehr Gesichter, als die rein körperliche Gewalt.

Und sie hat viel mehr Auswirkungen, als körperliche Schmerzen.

Ich glaube, wir sollten nie unterschätzen, welche psychischen Auswirkungen eine solche Tat haben kann.

Wie sich der Vertrauensverlust durch Gewalttaten auf alle Lebensbereiche auswirken kann.

Was das nicht nur mit den Frauen selbst, sondern auch mit ihrem Umfeld macht.

Umso wichtiger ist es, dass wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht haben, diese Umstände zu ändern.

Und ich glaube, dass wir in den letzten 15 Jahren ein ganzes Stück weitergekommen sind.

Das liegt vor allen an Euch!

Denn, was euch vom LFSH auszeichnet, ist, dass ihr euch nicht zufriedengebt.

Ihr hört nicht auf immer wieder deutlich zu machen:

Dass wir beim Thema Gewaltschutz noch nicht dort sind, wo wir gerne sein wollen.

Der gestrige Fall zeigt das ganz deutlich.

Ich denke wir alle teilen den Wunsch, dass Frauenberatungsstellen sich nicht mehr mit dem Thema sexualisierte Gewalt auseinandersetzen müssen.

Und da kommt es wieder auf das an, was ich zu Beginn meiner Rede gesagt habe:

Prävention ist der beste Gewaltschutz.

Ich freue mich sehr darüber, dass der LFSH Ideengeber und Partner beim Kompetenzzentrum gegen geschlechtsspezifische Gewalt ist.

Mit der Organisationsberatung ist seit Juli der erste Baustein des Kompetenzzentrums in der Umsetzung.

Gerade eure Erfahrungen durch das Projekt SCHIFF wird für das Kompetenzzentrum Gold wert sein.

Ich freue auch mich sehr darüber, dass hier auch die Arbeitgeber*innenseite als neue Netzwerkpartner einbezogen wird.

Wir wollen außerdem eine Studie auf den Weg bringen.

Eine Studie, die sich auf SH konzentriert und die sich mit Gewalt auseinandersetzt.

Dass Staatsanwaltschaft und Polizei im Sinne der Istanbul-konvention nachbessern können.

Unser aller Wunsch ist es, dass Taten wie gestern nie wieder stattfinden.

Dabei kommt es auf uns alle an.

Vielen Dank.

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