Seit Jahrzehnten soll die Bahnstrecke Pinneberg-Elmshorn viergleisig ausgebaut werden, um die viel befahrene Strecke zu entlasten und Verspätungen und Ausfälle zu minimieren. Auf einer Informationsveranstaltung in Tornesch machte Verkehrsstaatssekretärin Susanne Henckel deutlich: "Das ist nur dann wirtschaftlich, wenn dort S-Bahn-Züge im Zehn-Minuten-Takt bis Elmshorn verkehren. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Untersuchung. Deswegen werden wir die Vorplanung jetzt beginnen und uns dabei auf die S-Bahn-Variante fokussieren."
Positives Kosten-Nutzen-Verhältnis
Für den Ausbau ist ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von mindestens 1,0 erforderlich. Das werde laut den Gutachtern der Münchner Firma Intraplan nur mit der S-Bahn-Variante möglich. Die diskutierte Regionalbahn-Alternative habe nur dann ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis, wenn die Baukosten maximal 122 Millionen Euro betragen, betonte Henckel. "Und das ist vollkommen unrealistisch." Ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis sei unter anderem die Voraussetzung dafür, dass der Bund das Projekt finanziell unterstütze. Nach einer Schätzung der Deutschen Bahn AG werden die Baukosten bei rund einer Milliarde Euro liegen.
Mehr Sitzplätze und mehr Stationen
Mit Blick auf die Untersuchungen von DB und Intraplan sagte Henckel: "Die S-Bahn wird auf jeden Fall auch zwei neue Stationen, Elmshorn-Süd und Pinneberg-Nord, bedienen und damit viele Fahrgäste näher an die Bahn bringen." Außerdem könne mit einer S-Bahn die Sitzplatzkapazität in der Hauptverkehrszeit um 60 Prozent gesteigert werden. Bei der Regionalbahn-Variante wären es dagegen nur 18 Prozent mehr. Aktuell nutzen täglich mehr als 34.000 Menschen die Bahnstrecke Pinneberg-Elmshorn.
Derzeitiges Angebot bleibt
Auch bei einer S-Bahn-Lösung bleiben die heutigen Regionalbahn-Züge von Elmshorn nach Hamburg-Hauptbahnhof in ihrem 30-Minuten-Takt ebenso erhalten wie die Regionalexpress-Züge der Linien Hamburg-Flensburg, Hamburg-Kiel und Hamburg-Westerland. Zusätzlich zu den bestehenden Regionalbahn-Verbindungen würde eine S-Bahn-Linie zudem im 10-Minuten-Takt Elmshorn, Tornesch und Prisdorf umsteigefrei mit Eidelstedt, Altona (alt), Reeperbahn, Landungsbrücken, Jungfernstieg und Hamburg Hbf verbinden, betonte Henckel.
Stabile Verbindung
Die S-Bahn soll zwischen Pinneberg und Elmshorn auf den zwei zusätzlichen Gleisen weitgehend autark unterwegs sein und Elmshorn zwei eigene Bahnsteigkanten bekommen. "Das macht die Verbindung unabhängig von Verspätungen im Regional- und Fernverkehr und damit stabil", sagte die Staatssekretärin. Auch der Deutsche-Bahn-Konzernbevollmächtigte Martin Walden betonte: "Die Strecke Pinneberg - Elmshorn ist ein wesentlicher Baustein für die Mobilität in Schleswig-Holstein sowie eine zentrale Verbindung nach Hamburg. Ziel ist es, den Nahverkehr nachhaltig zu stärken und zu verbessern. Schöner Nebeneffekt: Im Störfall auf der bestehenden Hauptstrecke können Fern- und Güterverkehrszüge punktuell auf die neuen Nahverkehrsgleise ausweichen und ihre Ziele noch erreichen. Wir freuen uns nun darauf, die nächsten Planungsschritte mit allen Beteiligten zusammen zu gestalten."
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