Noch ist Geesthacht die größte Stadt in Schleswig-Holstein ohne Bahnanschluss, doch das soll sich ändern. Eine Reaktivierung der Strecke Bergedorf-Geesthacht ist schon lange angedacht und jetzt wurde der wichtige nächste Schritt getan: Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein haben sich auf weitere Schritte verständigt. Bei der gemeinsamen Kabinettssitzung in Hamburg unterzeichneten Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und Hamburgs Verkehrs-Staatsrat Martin Bill eine Ländervereinbarung.
Infraspot.SH ist das Sanierungsprogramm, mit dem die Mittel des Sondervermögens Infrastruktur in die Verkehrsinfrastruktur investiert werden. Aus dem vom Bund bereitgestellten Sondervermögen wird das Land Schleswig-Holstein – neben laufenden Projekten – in den nächsten Jahren 200 Millionen Euro zusätzlich in die Schieneninfrastruktur stecken. www.schleswig-holstein.de/infraspot
Wichtiges Projekt
"Wir wollen die Reaktivierung unbedingt, es ist ein sehr wichtiges Projekt für uns. Viele Menschen aus Geesthacht pendeln nach Hamburg und eine gute Bahnanbindung wäre eine große Verbesserung. Deshalb freue ich mich, dass wir jetzt in die nächste Phase eintreten und die Vorplanung beginnen kann", sagte Minister Madsen.
Länder verbinden
Staatsrat Bill betonte: "Es ist über 70 Jahre her, dass der letzte reguläre Personenzug nach Geesthacht gefahren ist. Ich freue mich, dass wir die Planungen für die Reaktivierung jetzt angehen. Neben den bereits im Bau befindlichen Linien S4 bis Bad Oldesloe und S5 bis Kaltenkirchen, ist die Verbindung Bergedorf-Geesthacht ein weiteres Vorhaben, das Hamburg und Schleswig-Holstein noch enger zusammenbringt."
Vorplanung startet
Die AKN Eisenbahn GmbH soll nun mit der Vorplanung beauftragt werden. Ziel ist eine Regionalbahn-Verbindung im 20-Minuten-Takt. Auch eine zusätzliche direkte Regionalexpress-Verbindung zum Hamburger Hauptbahnhof wird geprüft. Wenn die Vorplanung fertig ist, wird über das weitere Vorgehen entschieden. Eine erste grobe Kostenschätzung aus dem Jahr 2024 hatte die Gesamtkosten auf circa 177 Millionen Euro beziffert für den zweigleisigen Ausbau der 14 Kilometer langen Strecke inklusive Elektrifizierung und Reaktivierung bzw. Neubau von Stationen. Im Rahmen der Vorplanung wird eine detailliertere Kostenschätzung aufgestellt. Auf schleswig-holsteinischer Seite wird die Reaktivierung der Strecke als InfraSpot.SH Projekt vorangetrieben. Es ist zudem geplant, eine Förderung aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes zu beantragen.
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