Schleswig-Holsteins Bevölkerungsschutzstäbe können künftig in einem einheitlichen System Infomationen fast in Echtzeit austauschen und besser und schneller zusammenarbeiten.
In Krisensituationen zählt schnelles Handeln, nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für die Behörden, die schnell und sicher koordinieren, planen und handeln müssen. Schleswig-Holstein führt dafür nun landesweit eine einheitliche Software ein. Mit dem System können die Einsatzstäbe in allen Kreisen, kreisfreien Städten und beim Land Informationen zur Lage nahezu in Echtzeit austauschen, gemeinsame Lagebilder schneller erstellen und vor allem bei großflächigen Schadenslagen oder landesweiten Krisen deutlich besser koordinieren. Auch können sie schneller erkennen, welche und wie viel Personal und Material verfügbar sind, und dort einsetzen, wo Unterstützung benötigt wird.
Stärkere und effizientere Zusammenarbeit
Einige der 16 unteren Katastrophenschutzbehörden arbeiten bereits mit der künftigen Software, andere und auch das Land müssen ihr System umstellen. Parallel zur Einführung würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einsatzstäbe einheitlich geschult und regelmäßig mit dem System üben, versicherte Innenministerin Magdalena Finke. „Mit der Einführung einer einheitlichen Software schaffen wir eine wichtige Voraussetzung für einen noch leistungsfähigeren Bevölkerungsschutz in Schleswig-Holstein“, ergänzte Finke.
Die Ministerin begrüßte die Bereitschaft der Behörden zur Zusammenarbeit. Der Wunsch sei von den unteren Katastrophenschutzbehörden an sie herangetragen worden. Die einheitliche Software werde den Brand-, Katastrophen- Bevölkerungsschutz stärken und effizienter gestalten, betonte auch Marc Ziertmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städteverbandes Schleswig-Holstein für die Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Landesverbände.
Auftrag geht in den Norden
Das Land hatte zuvor den Auftrag europaweit ausgeschrieben und an das Unternehmen „Eurocommand“ aus Eckernförde/ Hamburg vergeben. Das Auftragsvolumen beträgt rund sechs Millionen Euro.
Starkes Zeichen für den Standort
Digitalisierungsminister Dirk Schrödter sagte, nach der Netzhärtung für den BOS-Digitalfunk und der erfolgreichen Inbetriebnahme der eigenen 5G Campuszellen sei die einheitliche Software ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur resilienten Krisen-Kommunikationsinfrastruktur im Land. Die Vergabe an ein heimisches Unternehmen sei zugleich ein starkes Zeichen für die Kompetenz am Digitalstandort Schleswig-Holstein.
Erster Baustein für Datenplattform
Das einheitliche Führungsunterstützungssystem ist die erste Komponente der gemeinsamen Datenplattform für Katastrophen-, Brand- und Zivilschutz (DIKatS), die in Schleswig-Holstein bis 2030 fertiggestellt werden soll. Als nächstes soll in enger Abstimmung mit den Gemeinden, Städten und Kreisen sowie ihren Feuerwehren ein Verwaltungsprogramm ausgeschrieben werden, durch das Abläufe und Prozesse im Zusammenhang mit Personal und Material vereinfacht und vereinheitlicht werden sollen.
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