Von wegen Daddeln: In Grömitz können Jugendliche jetzt in einem neu gestalteten Raum im Jugendzentrum gemeinsam E-Sport trainieren – als Breitensport oder auch für Wettkämpfe. Staatssekretär Sönke Schulz hat den neuen Raum nun eröffnet, welcher mit knapp 25.000 Euro aus der E-Sport-Landesförderung unterstützt wurde. Mit dem Geld wurden Netzwerktechnik eingerichtet und Hard- und Software beschafft. Das Angebot steht allen Jugendlichen in Grömitz und Umgebung kostenfrei offen.
„Wir möchten nicht, dass junge Menschen allein zu Hause vor dem PC sitzen und dort spielen
“, erläuterte Schulz das Engagement der Landesregierung. „In Sportvereinen und Verbänden wird die Jugend auf ehrenamtliche Tätigkeiten beispielsweise als Trainerin und Trainer oder als Schiedsrichterin und Schiedsrichter vorbereitet. Im E-Sport wird ebenso nach festen Regeln gespielt und Fairplay und Kameradschaft im Team spielen hier genau wie beim klassischen Sport eine zentrale Rolle. Um den E-Sport versammeln sich viele junge Leute. Deshalb ist es uns wichtig, die Jugend möglichst früh abzuholen und gemeinschaftlich in Bewegung zu bringen
“, sagte der Staatssekretär.
Einrichtung und Ausstattung
Der neue E-Sport-Raum ist mit modernen High-End-Gaming-PCs, Konsolen und einer leistungsfähigen Netzwerk-Infrastruktur ausgestattet. Zusätzlich stehen ergonomische Sitzmöbel, ein Beleuchtungssystem, das auf unterschiedliche Spielmodi angepasst werden kann, und ein Audio-Setup mit akustischer Abschirmung zur Verfügung. Die technische Ausstattung wurde in Zusammenarbeit mit dem E-Sport-Verband Schleswig-Holstein ausgewählt, um sowohl Breitensport- als auch Wettkampf-Formate zu ermöglichen.
Neben den reinen Spielgeräten gibt es einen Schulungsbereich, in dem Trainerinnen und Trainer Fortbildungen zu Themen wie Fair Play, Kommunikation im Team und digitaler Selbstregulation absolvieren können. Die Räumlichkeiten sind barrierefrei gestaltet, sodass Jugendliche mit unterschiedlichen Bedürfnissen gleichberechtigt teilnehmen können.
Förderung und Finanzierung
Seit 2019 unterstützt die Landesregierung den Aufbau einer kommunalen E-Sport-Infrastruktur. Im Rahmen dieses Programms wurden insgesamt mehr als 1,6 Millionen Euro an den E-Sport-Verband Schleswig-Holstein sowie an zahlreiche lokale Projekte vergeben. Die Landesregierung plant, das Netzwerk weiter zu verdichten und weitere Einrichtungen in ländlichen Gemeinden zu etablieren.
Weitere Informationen zum Förderprogramm
Klare Kriterien
Die Förderung ist an klare Kriterien gebunden: Die Einrichtung muss ein Konzept zur Medienkompetenz, zum Jugendschutz und zur Suchtprävention sowie ein Bewegungsangebot vorweisen. Die Mittel werden nur dann ausgezahlt, wenn das Projekt die festgelegten Standards für kind- und jugendgerechte Nutzung erfüllt und ausgebildete Übungsleitende die Kinder und Jugendlichen begleiten.
Jugendschutz und Prävention
Ein zentrales Element der Landesförderung ist die Verknüpfung von Spielangeboten mit einem umfassenden Jugendschutz- und Präventionskonzept. Alle Übungsleitenden, die im Gaming-Raum tätig sind, absolvieren verpflichtend das Grundlagen-Seminar des E-Sport-Verbands (EVSH e.V.), das in der Regel im Landeszentrum für E-Sport und Digitalisierung (LEZ.SH) in Kiel stattfindet. Das Seminar behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen des Kinder- und Jugendschutzgesetzes, altersgerechte Spielauswahl, den Umgang mit Hate Speech und die Erkennung von Suchtverhalten.
Darüber hinaus werden Präventionsmaßnahmen wie regelmäßige Pausen, Bewegungsangebote und Aufklärung über gesunden Medienkonsum in den Trainingsplan integriert. Die Einrichtung verwendet ein Monitoring-System, das Spielzeiten und Nutzungsdaten anonymisiert erfasst, um frühzeitig mögliche Risikofaktoren zu identifizieren. Bei Bedarf können Fachkräfte aus dem Bereich Suchtprävention hinzugezogen werden, um individuelle Unterstützungsangebote zu entwickeln.
Beteiligung und Ausblick
Das pädagogische Team des Jugendzentrums organisiert und koordiniert offene Spiel- und Trainingszeiten. Der EVSH organisiert Turniere und führt Workshops zu Themen wie Strategieentwicklung und Teamführung, aber auch die Trainer C-Lizenz E-Sport Breitensport durch. Eltern, Sportvereine und Vertreter der E-Sport-Branche sind stets eingeladen, sich an der Weiterentwicklung des E-Sport-Angebots im Land Schleswig-Holstein zu beteiligen, etwa durch Sponsoring, Bereitstellung von Fachwissen oder die Mitgestaltung von Turnierformaten sowie ehrenamtlicher Tätigkeit im LEZ.SH oder in einer der fünf regionalen E-Sport-Zentren in Flensburg, Heide, Husum, Mölln oder Neumünster.
Mehr Informationen zum Landeszentrum für E-Sport und Digitalisierung Schleswig-Holstein (LEZ.SH)