BERLIN. Die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen feiert heute (08. Juli) in Berlin ihr 80jähriges Jubiläum. Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke hat bei der offiziellen Feier die Arbeit der ARGE // SH gewürdigt und den Verantwortlichen für ihren Einsatz gedankt:
„Ich bin froh und dankbar, dass die ARGE dem Land Schleswig-Holstein seit mittlerweile 80 Jahren als verlässlicher Partner zur Seite steht.
“ Mit ihrer Arbeit habe die ARGE wichtige und wirksame Impulse auch über die Landesgrenzen hinaus gesetzt. Ein besonders schlagkräftiges Instrument war in den Gründungsjahren die Standardisierung. Die damals von der ARGE entwickelten Gebäudetypen prägen nicht nur die schleswig-holsteinischen Quartiere, sondern wurden bundesweit tausendfach realisiert.
Aber auch heute habe die ARGE eine unverzichtbare Bedeutung: „Wir stehen vor der Herausforderung, den Wohnungsbestand zu dekarbonisieren und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln – und zwar so, dass wir weder Eigentümerinnen und Eigentümer, noch die Mieterinnen und Mieter finanziell überfordern. Dabei hat uns die ARGE auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040 unter anderem mit der Machbarkeitsstudie zum klimaneutralen Wohnungsbau gezeigt, dass die Transformation im Gebäudebestand grundsätzlich machbar ist. Mit der nun beauftragten Machbarkeitsstudie 2.0 wird dieser Fahrplan weiter konkretisiert.
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Besonders hob Innenministerin Finke die Entwicklung des Regelstandards Erleichtertes Bauen durch die ARGE hervor, mit dem eines der drängendsten Probleme im Wohnungsbau angegangen werden konnte: die immensen Baukosten.
„Der Regelstandard ist mittlerweile zu einem echten Erfolgsmodell geworden, mit dem wir eine Trendumkehr eingeleitet haben. Durch höhere Baukosten und gestiegene Zinsen ist es immer schwieriger geworden Wohnungsbauprojekte zu realisieren. Der einzig richtige Ansatz ist daher, die Ursachen anzugehen und an den Stellschrauben zu drehen, die wir selbst beeinflussen können. Die Absenkung von übertriebenen Baustandards auf ein vernünftiges Niveau ist eine solche Stellschraube. Der Regelstandard bildet genau dieses vernünftige Maß ab.
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Der Regelstandard Erleichtertes Bauen stelle sämtliche Kostenpositionen im Wohnungsbau konsequent auf den Prüfstand, ohne auf gesetzliche Standards zu verzichten, so die Ministerin. Konkret bedeute das beispielsweise den bewussten Verzicht auf Tiefgaragen und Keller, wo sie nicht zwingend nötig sind. Bauteile werden exakt so dimensioniert, dass Brandschutz, Schallschutz, Statik und der gesetzliche Wärmeschutz gewährleistet sind. Das ist ein Standard, der sich auf das konzentriert, was für gutes Wohnen wirklich erforderlich ist.
„Mit der Sozialen Wohnraumförderung – und unter der fachlichen Begleitung der ARGE – wurde der Regelstandard am Markt etabliert. Ich freue mich außerordentlich, dass dieses Vorhaben schon heute ein voller Erfolg ist. Wir haben damit gezeigt, dass wir die Baukosten dauerhaft um rund 20 Prozent senken können, in einzelnen Projekten sogar um fast ein Drittel im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt.
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Diese Entwicklung bleibe nicht auf den geförderten Wohnungsbau beschränkt. Diese Effekte gebe es mittlerweile bei vier von fünf Wohnungsbauvorhaben im Land.
„Umso großartiger war die Anerkennung, die uns der zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) mit der Auszeichnung unserer Landesbauordnung und der Verbindung mit dem Regelstandard erleichtertes Bauen entgegengebracht hat. Das zeigt, dass die enge Verzahnung von praxisnaher Bauforschung mit allen Akteurinnen und Akteuren der Bau- und Wohnungswirtschaft das Fundament ist, um Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen, sie zu verstehen und politisch zu begleiten. Dies ist das Verdienst der ARGE, die für uns auch in Zukunft unverzichtbar sein wird.
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