Justizministerium fördert Anlaufstellen
Justizstaatssekretär Otto Carstens wollte sich persönlich ein Bild über den Umsetzungsstand der Gewaltpräventionsambulanzen in Schleswig-Holstein machen. Die durch das Justizministerium geförderten Anlaufstellen wenden sich an Menschen, die gefährdet sind, Gewalttaten zu begehen. Dabei kann eine Kontaktaufnahme sowohl direkt durch betroffene Menschen, als auch durch Personen aus dem Umfeld dieser erfolgen, wenn diese künftige Gewalt befürchten.
Justizstaatssekretär Otto Carstens: „Der Messerangriff bei Brokstedt hat schmerzlich vor Augen geführt: Es bedarf vielfältiger Anstrengungen, um das Risiko zu verringern, dass solche Taten passieren. Eine Garantie, sie zu verhindern, kann es nicht geben. Aber jeder Baustein, der dabei hilft, damit Gewalt gar nicht erst entsteht, ist äußerst wertvoll. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten für das große Engagement und den Aufbau der Ambulanzen!
“ Angebunden ist das neue Angebot an die bereits bestehenden forensischen Ambulanzen in Schleswig-Holstein, die umfassende Beratung und therapeutische Unterstützung für Menschen anbieten, die Sexual- oder Gewaltstraftaten begangen haben.
Potenziell gewaltbereite Personen erfahren Hilfe
Die Hilfe für gewaltbereite Personen kann beispielsweise darin bestehen, Betroffene in ihrem Lebensumfeld aufzusuchen und bedarfsorientierte Unterstützung anzubieten, die flexibel gestaltet werden kann. Diese reicht von wiederkehrenden Gesprächsterminen über Unterstützung bei lebenspraktischen Angelegenheiten bis zur Vermittlung ins bestehende Hilfesystem. Die Gewaltpräventionsambulanzen übernehmen eine Art Lotsenfunktion. Ziel ist es, gerade auch Personen mit problematischen Verhaltensweisen langfristig zu begleiten und durch koordinierte Hilfsangebote dissozialen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Gewaltpräventionsambulanzen an vier Standorten
Das Justizministerium fördert Gewaltpräventionsambulanzen an vier Standorten in Schleswig-Holstein, um flächendeckend therapeutische Angebote anbieten zu können. Die Träger sind der Wendepunkt e.V. in Elmshorn, die ZIP gGmbH in Kiel sowie pro familia e.V. in Flensburg und Lübeck.
Kontakte der Präventionsambulanzen für Betroffene, Angehörige oder Umfeld:
- Flensburg (pro familia): 0461 9092622
- Kiel (IFSP): 0431 50098601
- Lübeck (pro familia): 0451 3991077
- Elmshorn/ Außenstelle HH (Wendepunkt): 040 70298761
Neben Angeboten für Menschen, die straffällig geworden sind oder drohen straffällig zu werden, engagiert sich das Justizministerium im Opferschutz: Mit der „Zentralen Anlaufstelle für Opfer von Straftaten und deren Angehörige“ sowie der Benennung der Opferschutzbeauftragten wurden Strukturen geschaffen, die den Opferschutz maßgeblich unterstützen.
Weitere Informationen
zu den umfangreichen Hilfsangeboten sowohl für Opfer von Straftaten als auch für straffällig gewordene Menschen in Schleswig-Holstein finden Sie hier:
Opferschutzbeauftragte und Zentrale Anlaufstelle
Strafrechtspflege