Vor 15 Jahren ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft getreten. Seitdem hat Schleswig-Holstein viele inklusionsfördernde Projekte auf den Weg gebracht.
Mehr als eine halbe Million Menschen im echten Norden leben mit einer Behinderung – das entspricht fast 20 Prozent der Bevölkerung. Ihre Rechte zu stärken und ihnen eine möglichst gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen, das hat sich die Landesregierung zum Ziel gesetzt. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens der UN-Behindertenrechtskonvention hat Minister und Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter im Landtag nun einen Überblick über die Inklusion im Land gegeben.
Gemeinsam Hürden überwinden
"15 Jahre nach Inkrafttreten der Konvention haben wir in Schleswig-Holstein viel erreicht und zahlreiche inklusionsfördernde Maßnahmen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention auf den Weg gebracht", resümierte Schrödter in seiner Rede. "Dennoch bleiben wir alle gefordert, damit jeder Mensch in Schleswig-Holstein inklusiv und barrierefrei leben kann." Aufgabe sei es, Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen. Dazu müssten Diskriminierungen und Barrieren im Alltag der Betroffenen beseitigt werden.
Landesaktionsplan zeigt Wirkung
Deshalb habe Schleswig-Holstein unter anderem im Jahr 2022 einen Landesaktionsplan verabschiedet. Mehr als 80 Prozent der darin vorgesehenen Vorhaben seien bereits eingeleitet oder umgesetzt. "Es ist ein Plan mit 53 konkreten Maßnahmen aus den Ressorts und der Staatskanzlei, der allen Menschen im Land zugutekommt", betonte Schrödter.
In den vergangenen Jahren seien inklusive Sozialräume in Kommunen und barrierefreie Kultur-Einrichtungen sowie Tourismus-Angebote entstanden. "Wir haben Inklusionszentren im Bereich Kita etabliert, genauso wie das Institut für Inklusive Bildung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Auch in unseren Verwaltungen verankern wir den Gedanken der Inklusion und Barrierefreiheit. Dafür haben wir diese Themen in die Lehrpläne an unseren Ausbildungsstätten in Altenholz und Bordesholm aufgenommen. Auch unsere Führungskräfte in der Landesverwaltung bilden wir beständig darin fort", erklärte Schrödter.
Zudem seien seit 2019 bereits mehr als 200 Projekte aus dem Fonds für Barrierefreiheit gefördert worden. Mit Mitteln in Höhe von mehr als 13 Millionen Euro ließen sich beispielsweise Sportplätze und Sanitätsräume an Grundschulen umbauen.
Weitere Schritte geplant
"Die Handlungsempfehlungen der UN für Deutschland geben uns Ansatzpunkte, wie und wo wir bei der Inklusion besser werden können und müssen", sagte Schrödter. "Ob bei Bildung, Arbeit, Wohnen, Schutz vor Gewalt, Barrierefreiheit oder Sonderstrukturen wie den Werkstätten – Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Um die Handlungsempfehlungen des Landesaktionsplan aufzugreifen, habe das Land bereits einen dialogorientierten "Follow-up-Prozess" eingeleitet. Dieser werde gemeinsam mit der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen weiterentwickelt.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: