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Landesamt für Umwelt : Thema: Ministerien & Behörden

1.000 Hektar NSG-Initiative

Letzte Aktualisierung: 09.07.2026

Die Landesregierung hat mit der Biodiversitätsstrategie des Landes „Kurs Natur 2030“ beschlossen, dass 3,6 Prozent der Landesfläche bis zum Jahr 2030 als Naturschutzgebiete ausgewiesen sein sollen. Aktuell liegt der Flächenanteil bei 3,3 Prozent. Um das Ziel bis 2030 erreichen zu können, weist das zuständige MEKUN zunächst vier weitere Naturschutzgebiete mit zusammen rund 1.000 ha Fläche aus.

Mehr Informationen zum Verfahren finden Sie hier: LfU-Broschüre "Der Weg zum Naturschutzgebiet" (PDF, 7MB, Datei ist barrierefrei)


Geplant ist die Ausweisung der Gebiete:

Winderatter See

ca. 341 Hektar, Kreis Schleswig-Flensburg

Der Winderatter See ist ein von Grünland umgebener, eiszeitlich entstandener See im Talzug der Kielstau.

Blick auf den Winderatter See
Blick auf den Winderatter See

Die Strukturvielfalt und enge Verzahnung verschiedenster Lebensräume macht den Winderatter See im Kreis Schleswig-Flensburg landesweit zu etwas Besonderem. Bedrohte und seltene Arten wie Laubfrosch oder Rotbauchunken profitieren von dem Angebot an offenen Wasserflächen, Röhrichten, artenreichem Grünland, Streuobstwiesen und naturnahen Laubwäldern. Der Winderatter See stellt einen repräsentativen Ausschnitt der für das zentrale Angeln typischen kuppigen Grundmoränenlandschaft der letzten Eiszeit dar. Prägendes Element ist neben dem tief in die Moränenlandschaft eingeschnittenen Niederungskomplex mit Moorböden das Senkenreichtum der Landschaft. Im Gebiet befinden sich über 70 Kleingewässer, die nicht nur eine Vielfalt an Wasser- und Uferpflanzen beherbergen, sondern auch Lebensraum für Amphibien sind. Auch verschiedenste Vogelarten nutzen aufgrund der unterschiedlich strukturierten Bereiche das Gebiet als Nahrungs-, Rast- oder Bruthabitat. Hierzu zählen auch Arten der EU-Vogelschutzrichtline wie Neuntöter, Flussseeschwalbe, Blaukehlchen, Rohrweihe, Seeadler, Kranich, Weißstorch oder Singschwäne. Das vernetzte System von Fließ- und Stillgewässer mit störungsarmen Ufern lockte auch den Fischotter zurück ins Gebiet.

Zahlreiche Pflanzenarten der Rote Listen befinden sich in dem Gebiet, darunter auch Verantwortungsarten des Landes für die bundesweiten Vorkommen wie die Niedrige Schlüsselblume. Zudem zeigte ein externes Expertengutachten, dass der Winderatter See ein Hotspot für Pilze ist, mit einem besonders hohen Artenvorkommen und teils auch Erstnachweisen für Schleswig-Holstein. Um dieses wertvolle Stück Natur dauerhaft zu erhalten, erfolgt nun die Ausweisung als Naturschutzgebiet mit einer Größe von etwa 341 ha. Die Naturschutzgebiets-Verordnung mit ihren präzisen Schutzregelungen ist das wirksamste Mittel zum Schutz der Landschaft, der Arten und Lebensgemeinschaften.

Status: Prüfung der Stellungnahmen

Das Beteiligungsverfahren ist beendet. Die Einsichtnahme in die Unterlagen, die zur Beteiligung auslagen, ist über folgenden Link möglich: https://bolapla-sh.de/verfahren/nsg-winderatter-see/public/detail

Tierarten (Auswahl): Rotbauchunke, Laubfrosch, Kammmolch, Neuntöter, Sprosser, Kranich, Singschwan, Fischotter

Pflanzenarten (Auswahl): Niedrige Schlüsselblume, Blutweiderich, Echter Baldrian, Schwanenblume, Haken-Wasserstern, Wunderseggenried, Teufelsabiss, Roter Zahntrost.

Abbildung eines Laubfroschs
Abbildung eines Laubfroschs


Abbildung einer Rotbauchunke
Abbildung einer Rotbauchunke

Hasenmoor

ca. 351 Hektar, Kreis Segeberg

Blick auf eine Pütte des Hasenmoors
Blick auf eine Pütte des Hasenmoors

Das Hasenmoor verfügt über vielfältige Wechselbeziehungen unter anderem zwischen Hoch- und Niedermoor, Moorheiden, Sümpfen, Wasserflächen sowie großflächig umgebendem Grünland. Obwohl es durch menschliche Nutzung stark verändert wurde, beherbergt es eine Vielzahl seltener Lebensräume und daran angepasste Arten. Eine besondere Bedeutung kommt ihm als Rastgebiet für überwinternde Vogelarten zu. Durch gezielte Maßnahmen besteht zudem ein großes Potenzial, dass sich moortypische Arten weiter ausbreiten und sich neue ansiedeln.

Abbildung einer Wiedervernässungsmaßnahme im Hasenmoor
Abbildung einer Wiedervernässungsmaßnahme im Hasenmoor

Tierarten (Auswahl): Zwergschwäne, Singschwäne, Kraniche, Fischotter, Schlingnattern, Kreuzottern und Moorfrösche sowie Große Moosjungfer.

Pflanzenarten (Auswahl): Besen- und Glockenheide sowie Rosmarin-Heide, Rundblättriger Sonnentau, Gewöhnliche Moosbeere und verschiedene Torfmoosarten sowie Sumpf-Schlangenwurz und Wassernabel.

Status: In Vorbereitung

Das öffentliche Beteiligungsverfahren beginnt voraussichtlich am 20.07.2026. Eine Möglichkeit der Beteiligung finden Sie hier: https://www.bolapla-sh.de/plan/nsg-hasenmoor

Abbildung eines Zwergschwans
Abbildung eines Zwergschwans
Abbildung einer Schlingnatter
Abbildung einer Schlingnatter

Wittmoor

Erweiterung des bestehenden Naturschutzgebiets um 33 Hektar, Kreise Segeberg und Stormarn.

Im Wittmoor wird arten- und strukturreiches (Feucht-)Grünland auf moorigen Standorten in das Naturschutzgebiet aufgenommen, darunter auch seggen- und binsenreiche Nasswiesen. Diese Flächen sind ein wichtiger Pufferbereich für den Hochmoorkern und gleichzeitig Lebensbereich für besonders bedrohte Wiesenvögel.

Tierarten (Auswahl): Moorfrosch, Kleiner Wasserfrosch, Neuntöter, Bekassine, Wachtelkönig, Kranich.

Pflanzenarten (Auswahl): Sumpfdotterblume, Kuckucks-Lichtnelke, Wiesen-Schaumkraut.

Status: In Vorbereitung

Moore im Tielenautal

ca. 360 Hektar, Kreis Dithmarschen

Abbildung des Österborsteler Moors
Abbildung des Österborsteler Moors

Die Moore im Tielenautal gehören deutschlandweit zu den wenigen Relikten noch regenerierbarer Hochmoorkomplexe. Die Hoch- und Niedermoorflächen des Gebietes wurden zur Nutzung entwässert und parzelliert. Außerhalb der regenerationsfähigen Hochmoorkerne wird hier die Wiederherstellung einer komplexen Landschaft aus verschiedenen Hochmoor- und Niedermoorresten mit einigen extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen angestrebt. Einzelne Flächen sollen für den Wiesenvogelschutz optimiert bzw. erhalten werden. Bereits 2009 wurde mit Wiedervernässungsmaßnahmen im Dörplinger Moor begonnen. Hier wurden an zahlreichen Stellen Gräben verfüllt und Maßnahmen zur Erhöhung des Wasserstandes durchgeführt.

Abbildung einer Wiedervernässungsmaßnahme im Dörplinger Moor
Abbildung einer Wiedervernässungsmaßnahme im Dörplinger Moor

Tierarten (Auswahl): Kiebitz, Bekassine, Knäkente, Blaukehlchen und Braunkehlchen , Moorfrosch, Kreuzotter, Kleine Moosjungfer, Nordische Moosjungfer, Zwerg-Fledermaus, Fischotter.

Status: In Vorbereitung

Das öffentliche Beteiligungsverfahren beginnt voraussichtlich am 20.07.2026. Eine Möglichkeit der Beteiligung finden Sie hier: https://www.bolapla-sh.de/plan/nsg-moore-im-tielenautal

Abbildung eines Blaukehlchens
Abbildung eines Blaukehlchens
Abbildung einer Bekassine
Abbildung einer Bekassine
Abbildung von Moorfröschen
Abbildung von Moorfröschen

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