Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Piwik. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Mineralische Abfälle, Bau- und Abbruchabfälle

Staatskanzlei

Mineralische Abfälle, Bau- und Abbruchabfälle

LAGA-Mitteilung 20 "Anforderungen an die stoffliche Verwertung mineralischer Abfälle - Technische Regeln -"

Bauabfälle müssen so verwertet bzw. wiederverwendet werden, dass keine Umweltbeeinträchtigungen entstehen, die nicht zu vertreten sind. Die von der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) erarbeitete Mitteilung 20 "Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Abfällen - Technische Regeln" - wurde in den 1990er Jahren mit dem Ziel geschaffen, diese Abfälle in den Stoffkreislauf zurückzuführen und als Sekundärrohstoffe zu verwerten

Der Teil I (Allgemeiner Teil) beschreibt die übergreifenden Grundsätze und die allgemein gültigen Rahmenbedingungen für die schadlose Verwertung, die unabhängig vom jeweiligen Abfall zu beachten sind.

Der Teil II (Abfallspezifischen Anforderungen – Technische Regeln) enthält konkrete Festlegungen für die Untersuchung und Bewertung der jeweiligen Abfälle sowie ergänzende Vorgaben für den Einbau. Die Technischen Regeln sind so aufgebaut, dass die Abfälle - abhängig von stoffspezifischen Belastungen des Materials - in drei Einbauklassen unterschieden werden (Zuordnungswerte Z 0, Z 1 und Z 2). Zu jedem Zuordnungswert werden technische Randbedingungen, ortsspezifische Einbaubeschränkungen und Anwendungsempfehlungen bestimmt bzw. vorgegeben. Die festgelegten Werte sind Vorsorgewerte, die vor allem aus Sicht des Boden- und Grundwasserschutzes festgelegt wurden.

Im Teil III (Probenahme und Analytik) sind die allgemein gültigen und anerkannten Verfahren für die Probenahme, Probenaufbereitung und die Analytik sowie spezifische Vorgaben für die in den jeweiligen Technischen Regeln behandelten Abfälle festgelegt.

Die LAGA-Mitteilung 20 ist eine Vollzugshilfe, die Hinweise zur Ausübung des Ermessens der Verwaltung bei der Bewertung der Schadlosigkeit der Verwertung von mineralischen Abfällen gemäß § 5 Abs. 3 KrWG enthält. Die darin festgelegten Zuordnungswerte sind Orientierungswerte. Abweichungen von den Zuordnungswerten können dann zugelassen werden, wenn im Einzelfall der Nachweis erbracht wird, dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird.

In Schleswig-Holstein wurde die LAGA-Mitteilung 20 im April 1998 verbindlich eingeführt.

Hinweise zur Anwendung der LAGA Mitteilung 20

Aufgrund veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen entsprach der Allgemeine Teil (Teil I) nicht mehr der aktuellen Rechtslage. Er wurde überarbeitet und auf der Homepage der LAGA veröffentlicht. Der "Allgemeine Teil", Stand: 06.11.2003 kann unter http://www.laga-online.de/servlet/is/23874/ heruntergeladen werden.

Auch die "Technische Regel für die Verwertung von Bodenmaterial" wurde überarbeitet und an das Bodenschutzrecht angepasst. Diese Technische Regel sowie der überarbeitete Teil III "Probenahme und Analytik", Stand: 05.11.2004 wurden nicht auf der LAGA-Homepage veröffentlicht.

Mit Urteil vom 14.04.2005 (Az.: 7 C 26.3, Verfüllung einer Tongrube mit Abfällen) hatte das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass die Schadlosigkeit der Verwertung nicht mehr anhand der LAGA-Mitteilung 20, Technische Regeln zur Verwertung von Boden zu bewerten sei, da die Anforderungen (Stand 06.11.1997) nicht das geltende Bodenschutzrecht berücksichtigen

Bis zu einer endgültigen Regelung auf Bundesebene sind für die Bewertung der Schadlosigkeit bei der Verwertung von Boden sowie der Probenahme und Analytik die überarbeiteten Teile II und III, Stand 05.11.2004 heranzuziehen.

Teil II: Technische Regeln für die Verwertung von Bodenmaterial, Stand: 05.11.2004 (PDF 300KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Teil III: Probenahme und Analytik, Stand: 05.11.2004 (PDF 177KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Hinweise zur Anwendung der LAGA Mitteilung 20 „Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Abfällen – Technische Regeln (PDF 136KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Selektiver Gebäuderückbau

Selektiver Rückbau - Was ist das?

Der selektive Rückbau von Gebäuden beginnt vor dem eigentlichen Abbruch: Ein Planungsbüro dokumentiert bei einem Rundgang durch das Gebäude die gesamte Gebäudesubstanz in einem Bauelementekatalog. Auf dieser Grundlage erarbeitet es den Demontageplan, anhand dessen das Gebäude rückgebaut wird. Von Anfang an werden die verschiedenen Bauelemente und Baustoffe getrennt. Das Abbruchunternehmen demontiert Fenster, Dachziegel, Dämmstoffe und schadstoffhaltige Materialien nacheinander. Das ist Voraussetzung, wenn einzelne Bauteile weiter genutzt und die sortenrein anfallenden Abfallstoffe hochwertig verwertet werden sollen.

Die Vorteile des selektiven Rückbaus

Brauchbare Bauteile können verkauft werden.

Sortenreine Fraktionen können hochwertig verwertet werden.

Schadstoffminimierung am Anfallort durch Separierung gefährlicher Abfälle (wie z.B. Asbest, PCB, mineralölverunreinigte Böden, usw.).

Einsparung von Entsorgungskosten, da sortierte Bau- und Abbruchabfälle in der Regel kostengünstiger entsorgt werden können als gemischte.

Im Grundsatz ist ein rechtskonformer Gebäudeabriss ohne selektiven Rückbau heute nicht mehr möglich, da nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz gefährliche Abfälle getrennt zu halten und andere Abfälle hochwertig zu verwerten sind.

Weitere Hinweise enthält das Merkblatt zur Abfallentsorgung bei Abbrucharbeiten (PDF 62KB, Datei ist nicht barrierefrei)