Die Häfen als Teile der internationalen Logistikketten sind Zentren des Warenaustauschs und der Personenverkehre. Außerdem bieten sie den Rahmen für ein wirtschaftlich leistungsfähiges und breit aufgestelltes maritimes Umfeld, bestehend aus Werften, der Zulieferindustrie, den Schiffsausrüstern und maritimen Dienstleistern.
In den schleswig-holsteinischen Häfen brummt es: Hier werden Containerschiffe, Stückgutfrachter, Massengutfrachter, Tanker, RoRo-Schiffe, Bohrinselversorger, Fähren, und Fahrgastschiffe unterschiedlichster Größe betreut. Die Fahrzeuge sind so verschieden wie ihre Aufgaben. Die Häfen werden zudem auch im Zusammenhang mit der Wiederherstellung einer ausreichenden Verteidigungsfähigkeit erheblich an Bedeutung gewinnen.
Der Fährverkehr zu den Inseln und Halligen ist für die dort lebende Bevölkerung überlebenswichtig. Der internationale Ostseeverkehr nach Skandinavien und ins Baltikum ist für Schleswig-Holstein von besonderer wirtschaftlicher und touristischer Bedeutung. Kiel und Lübeck sind bedeutende RoRo- und Kreuzfahrthäfen und spielen eine wesentliche Rolle in Schleswig-Holsteins Funktion als Bindeglied zwischen den kontinentaleuropäischen Verkehrsnetzen und Skandinavien sowie dem Baltikum.
Die Nordseehäfen Büsum und Brunsbüttel sind im Bereich Windenergie teilweise wichtig, Büsum ist darüber hinaus als Hafen für die Krabbenfischerei und als leistungsfähige Anbindung nach Helgoland bekannt.
Güterumschlag und Passagiere
Insgesamt bewältigten die großen und kleinen Häfen des Landes durchschnittlich einen Güterumschlag von rund 50 Millionen Tonnen brutto pro Jahr und fertigten mehr als 12 Millionen Passagiere im Reiseverkehr ab.
Während der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 haben die Häfen erhebliche Einbußen im Personen- und Ausflugsverkehr hinnehmen müssen. Dies galt besonders für den vorher erfolgsverwöhnten Kreuzfahrtbereich. Davon konnte sich die Branche allerdings schnell erholen. So sind 2024 1.1 Mio Passagiere mit dem Kreuzfahrtschiff nach Kiel gekommen oder haben dort auf ein Kreuzfahrtschiff eingeschifft. Der Güterumschlag war von den Auswirkungen der Pandemie jedoch weniger betroffen. Das breite Leistungsspektrum der Häfen hat diese vor schweren Schäden geschützt.
Brunsbüttel
Brunsbüttel ist in Schleswig-Holstein der bedeutendste Standort der chemischen Industrie. Die von der Brunsbüttel Ports GmbH betriebenen Häfen Elbehafen, Ölhafen und Hafen Ostermoor stellen die Versorgung des Industriegebietes sicher. Daneben kann der Elbehafen nahezu jede Art von Massengut, d.h. von gasförmiger Ladung, Öl und Schüttgütern abfertigen und ist speziell gerüstet für die Verladung auch besonders schwerer oder großer Projektladung, wie z. B. Komponenten für die Windenergie.
Die Bundes- und Landesregierung haben Brunsbüttel zudem als geeigneten Standort für ein LNG-Terminal identifiziert. Flüssigerdgas hat als Energieträger zunehmend an Bedeutung gewonnen. Bislang ist Deutschland beim Import auf ausländische Pipelines und Terminals oder auf schwimmende Einheiten angewiesen. Um hiervon unabhängiger zu werden, sind eigene deutsche Importterminals erforderlich.
Häfen Lübeck und Travemünde
Lübeck sowie Lübeck-Travemünde verzeichnen jährlich ca. 25 Millionen Tonnen Güterumschlag.
Aktuelle Marktentwicklungen wie z. B. die größer werdenden Schiffe sind eine große Herausforderungen für die Häfen. Der Größe, besonders aber auch dem größeren Tiefgang muss bei den Infrastrukturprojekten Rechnung getragen werden. Insbesondere am Skandinavienkai in Travemünde wurde und wird massiv investiert. Das Land hat den Flächenausbau und den Neubau des Anlegers 5 finanziell unterstützt und seinen Beitrag dazu geleistet, den Hafen zukunftssicher zu gestalten. In Planung ist eine Elektrifizierung der Terminals, um die Emissionen der Schiffe während ihrer Liegezeit im Hafen zu reduzieren.
Neben der Lübecker Hafen Gesellschaft sind in den Lübecker Häfen unter anderem die Hamburger Hafen und Logistik AG, die Firma Hans Lehmann KG, die claus rodenberg port logistic gmbh und weitere Unternehmen aktiv.
Hafen Kiel
Kiel hat neben dem traditionellen Fährverkehr nach Göteborg, Oslo und Klaipeda seine führende Position in der Ostseekreuzfahrt festigen können. Das Kreuzfahrtterminal Ostseekai ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Um den größer werdenden Schiffe gerecht werden zu können, hat der Seehafen das bestehende Abfertigungsgebäude modernisiert und vergrößert.
Die ab 2021 in Betrieb genommenen Anlagen zur landseitigen Stromversorgung der Schiffe sind Meilensteine in Hinblick auf Klima- und Umweltschutz. Die Anlagen können die größten in der Ostsee verkehrenden Kreuzfahrtschiffe und gleichzeitig ein weiteres Terminal für RoRo-Fähren zuverlässig mit zertifiziertem Ökostrom versorgen. Diese Anlagen wurden vom Land gefördert. Eine ähnliche Anlage hat der Seehafen im Ostuferhafen errichtet.
Zudem wurden im Ostuferhafen die Anleger 5 und 6 neu gebaut und die Wegeführung im Terminal optimiert. Dazu hatte das Land Fördermittel aus dem Landesprogramm Wirtschaft mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) bereitgestellt.
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