Wasserstoffstrategie des Landes Schleswig-Holstein
Wasserstoffstrategie des Landes Schleswig-Holstein
Die Landesregierung hat im Oktober 2020 die erste Wasserstoffstrategie für SH vorgelegt. Nachdem der enthaltene Maßnahmenkatalog erfolgreich vollständig umgesetzt werden konnte, wurde die Wasserstoffstrategie in 2023 fortgeschrieben.
Die fortgeschriebene Strategie fußt auf vier Säulen: Erzeugung, Import, Verteilung und Nutzung. Nach den Erfahrungen der ersten Phase der Wasserstoffstrategie werden alle Säulen verstärkt und ausgebaut. Dies gilt insbesondere für die Infrastruktur inklusive Speicher, aber auch für die Anwendung von Wasserstoff in den verschiedenen Sektoren.
Ziel ist es, die Erzeugungskapazitäten im Land bis zum Jahr 2030 auf 1,5 GW, bis zum Jahr 2040 auf 6 GW und bis zum Jahr 2045 auf 10 GW zu steigern.
Durch die Wasserstoffstrategie sollen bis 2030 2,5 Mio. Tonnen Treibhausgase eingespart werden. Die Einsparung erfolgt vor allem durch die Nutzung von grünem Wasserstoff im Industriesektor. Hier kommt in SH vor allem die Grundstoff-, Zement- und Chemieindustrie in Betracht.
Zur Erreichung der Ziele hat die Landesregierung das Maßnahmenpaket „Grüne Wasserstoffwirtschaft“ weiterentwickelt. Es besteht insgesamt aus 17 Maßnahmen, die die Themenfelder Bereitstellung von grünem Wasserstoff, den Aufbau einer Netzinfrastruktur für grünen Wasserstoff, Wasserstoffanwendungen, Wasserstoff in Forschung und Wissenschaft und die Entwicklung der Rahmenbedingungen für den Wasserstoff-Hochlauf umfassen.
Norddeutsche Wasserstoffstrategie
Norddeutsche Wasserstoffstrategie
Gemeinsam mit den anderen norddeutschen Bundesländern (Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern) verfolgt Schleswig-Holstein die Norddeutsche Wasserstoffstrategie. Die Region versteht sich innerhalb Deutschlands als treibende Kraft in diesem Prozess. Bereits im Mai 2019 haben die norddeutschen Länder als einer der ersten Akteure „Eckpunkte einer Norddeutschen Wasserstoffstrategie“ veröffentlicht. Im November 2019 wurde die Norddeutsche Wasserstoffstrategie verabschiedet. Die nationale Wasserstoffstrategie des Bundes wurde im Juni 2020 beschlossen.
Inzwischen haben mehrere Bundesländer eigene Wasserstoffstrategien erstellt. Das zeigt die Vorreiterrolle des Nordens. In den norddeutschen Ländern sind jetzt Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik sowie Bürgerinnen und Bürger dabei, die Umsetzung der Norddeutschen Wasserstoffstrategie voranzutreiben.
Norddeutschland verfügt über einzigartige Standortvorteile zum Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft:
- hohe Erzeugungskapazitäten für On- und Offshore-Windstrom mit weiterem Ausbaupotenzial
- unterirdische Formationen zur Speicherung von Wasserstoff
- Seehäfen, die als Logistik- und Wirtschaftszentren mit ihren Importterminals künftig eine wesentliche Rolle bei Import und Verteilung von grünem Wasserstoff und synthetischen Energieträgern, bei der Nutzung von Wasserstoff sowie beim Export von Wasserstofftechnologien und -komponenten spielen werden
- maritime Unternehmen und wissenschaftliche Expertise
- Industriezweige mit erheblichen Erfahrungen im Umgang mit Wasserstoff; weiteres Know-how wird in den norddeutschen „Reallaboren der Energiewende“ aufgebaut