Schleswig-Holstein ist das Vorreiterland bei der Energiewende, dem Umbau der Energieversorgung hin zu erneuerbaren Energiequellen. Neben Strom aus Sonnenenergie und Biomasse erzeugt Schleswig-Holstein, insbesondere dank der idealen Bedingungen für Windkraft an Land und auf See, bereits seit mehreren Jahren mehr Strom als es selbst verbraucht und beliefert somit andere Teile Deutschlands mit seiner überschüssigen Energie.
Letzte Aktualisierung: 02.12.2025
Vom fossilen Zeitalter zur Energiewende
Schleswig-Holstein spielt in der deutschen Energiegeschichte und -zukunft eine besondere Rolle. Unser Bundesland war langer Zeit ein Standort klassischer Energieformen, bevor es sich zu einer treibenden Kraft der Energiewende entwickelte.
Atomkraft - ein Kapitel der Vergangenheit
Bis 2023 war Schleswig-Holstein Standort mehrerer Kernkraftwerke, darunter Brokdorf und Krümmel. Diese Anlagen lieferten jahrzehntelang einen bedeutenden Teil des Stroms in der Region und trugen zur Grundlastversorgung bei. Mit dem bundesweiten Atomausstieg, der im April 2023 endgültig umgesetzt wurde, endete jedoch die Ära der Atomenergie auch in Schleswig-Holstein. Der Rückbau der Reaktoren markiert nicht nur das Ende einer Technologie, sondern auch den Beginn eines neuen energiepolitischen Selbstverständnisses im Land.
Neben der Atomenergie spielte auch die Erdölförderung eine gewisse Rolle. Im Westen Schleswig-Holsteins wurde über Jahrzehnte hinweg Erdöl gefördert. Diese Förderung hatte zwar eine regionale wirtschaftliche Bedeutung, ihr Anteil an der gesamten Energieversorgung des Landes blieb jedoch gering. Die Förderung fossiler Energieträger steht heute zunehmend in der Kritik - sowohl wegen ihrer begrenzten Vorräte als auch wegen der damit verbundenen Treibhausgasemissionen.
In den letzten Jahren rückte Flüssigerdgas (LNG) stärker in den Fokus. Über den Hafen Brunsbüttel wird LNG importiert, um einen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten - insbesondere seit dem Wegfall russischer Erdgaslieferungen. Das LNG-Terminal in Brunsbüttel gilt als wichtiger Baustein einer sicheren, aber auch übergangsweise fossilen Energieversorgung. Perspektivisch soll die Infrastruktur dort jedoch für den Import klimaneutraler Energieträger wie Wasserstoff umgerüstet werden.
Heute ist unser Schleswig-Holstein in der Vorreiterrolle beim Ausbau erneuerbarer Energien. Besonders die Windenergie prägt das Landschaftsbild: Sowohl an Land (Onshore) als auch auf See (Offshore) wird Strom aus Windkraft in großem Umfang erzeugt. Bereits jetzt produziert Schleswig-Holstein deutlich mehr Strom aus erneuerbaren Quellen, als es selbst verbraucht - ein wichtiger Beitrag zur deutschen Energiewende.
Neben Windkraft gewinnen auch Photovoltaik, Biogas und die Nutzung von Wasserstoff zunehmend an Bedeutung. Schleswig-Holstein arbeitet intensiv daran, seine Stromnetze auszubauen, um überschüssige Energie in andere Regionen Deutschlands zu transportieren.
Die Energiewende ist für Schleswig-Holstein nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Chance. Der Ausbau der erneuerbaren Energien schafft Arbeitsplätze, stärkt die regionale Wertschöpfung und macht das Land zu einem zentralen Akteur in der deutschen Energiepolitik. Zudem leistet Schleswig-Holstein mit seiner Vorreiterrolle einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen und damit zum Erreichen der nationalen Klimaziele. Somit sind die Themen Energiewende und Klimaschutz stets eng miteinander verbunden und oftmals gemeinsam zu nennen.
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