Eine leistungsstarke, international wettbewerbsfähige maritime Industrie ist für alle norddeutschen Küstenländer von großer gesamtwirtschaftlicher und strategischer Bedeutung. Deshalb haben die Minister, Senatoren und Senatorinnen für Wirtschaft der fünf norddeutschen Küstenländer gemeinsam mit der IG Metall Küste, dem Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) und der IHK Nord einen Appell an die Bundesregierung gerichtet.
Zunehmende Konkurrenz vor allem aus Asien und die Energiewende setzen die Schiffbauindustrie immer mehr unter Druck. Unter dem Titel "Zeitenwende auch für die Schiffbauindustrie einleiten, Chancen der Energiewende nutzen!" zielt der Appell daher darauf ab, ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen mit wirtschaftlichem Erfolg zu verbinden. Werften und Zulieferer könnten künftig einen gewichtigen Beitrag für die Energiewende, für die Nutzung der Offshore-Windenergie, für die Logistik erneuerbarer Kraftstoffe sowie den Umbau der Handelsflotte hin zu Klimaneutralität und Effizienz leisten.
Energiewende mit Hilfe der Werften
"Die Energiewende kann nur gelingen, wenn unsere Werften in die Lage versetzt werden, diese wirklich durch den Bau von Offshore-Strukturen oder Versorgungs- und Errichterschiffen zu unterstützen", sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen. Dabei sei das Thema Finanzierung von herausragender Bedeutung. "Die deutschen Werften sind heute meist der Generalunternehmer, sichern Anzahlungen der Auftraggeber ab und finanzieren Schiffe oder Offshore-Anlagen während der Bauzeit", erläuterte er. Sie müssten dabei viel Geld über einen langen Zeitraum bereitstellen, was die Werften häufig nicht leisten könnten. Darum solle der Bund gemeinsam mit den betroffenen Werften und Bestellern Instrumente entwickeln, um den Werften zu ermöglichen, ihren Anteil zum Gelingen der Energiewende beizutragen.
Konkrete Forderungen
Die Schaffung geeigneter Instrumente für die Finanzierung großer Offshore-Strukturen auf deutschen Werften, ist eine der Forderungen aus dem Appell. Die Unterzeichnenden fordern zudem vom Bund die Festschreibung von europäischen und nationalen Wertschöpfungsquoten in Bundesgesetzen und Förderprogrammen, Anreize zum Umbau der Handelsflotten in Richtung klimaneutrale Schifffahrt, die Stärkung der öffentlichen Beschaffung als auch handelspolitische Defizite der europäischen Schiffbaupolitik zu beseitigen.
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