Die letzten Winterwochen mit teils zweistelligen Minusgraden und einem ständigen Wechsel von Frost- und Tauphasen haben dem Straßennetz in Schleswig-Holstein arg zugesetzt. Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und LBV.SH-Direktor Frank Quirmbach heute (12. März) bei einem Besuch der Straßenmeisterei in Flensburg erläuterten, gehe das Land nach einer ersten überschlägigen Analyse von einer Verdopplung der Schäden und damit auch der Kosten gegenüber milderen Jahren aus. „Normalerweise stecken wir jährlich rund fünf Million Euro in die laufende Unterhaltung, in diesem Jahr werden es absehbar rund elf Millionen Euro werden“
, sagte Madsen. Die 22 Straßenmeistereien im Land seien bereits seit Wochen damit beschäftigt, die größten Schlaglöcher zumindest provisorisch zu beseitigen. „Autofahrerinnen und Autofahrer werden also weiterhin achtsam sein und viel Geduld aufbringen müssen“
, so der Minister.
Laut LBV.SH-Chef Quirmbach sind von den Schäden alle Kreise im Land nahezu gleich stark betroffen: „Während wir in Durchschnittsjahren etwa fünf Millionen Euro in die Unterhaltung unseres gesamten Streckennetzes investieren, werden in diesem Jahr zusätzlich zu der rund einen Million Euro für Schnell-Reparaturen voraussichtlich fünf Millionen Euro allein für die Schlagloch-Sanierung der Landesstraßen aufgewendet werden müssen. Hinzu kommen knapp drei Millionen Euro für die Bundesstraßen und etwa zwei Millionen Euro für die von uns betreuten Kreisstraßen.“ Insgesamt ist der LBV.SH in Schleswig-Holstein für gut 3.500 Kilometer Landesstraßen, 1.500 Kilometer Bundesstraßen und knapp 2.700 Kilometer Kreisstraßen zuständig.
Madsen erinnerte daran, dass das Straßennetz angesichts des über Jahrzehnte aufgebauten Sanierungsstaus ohnehin nach wie wie vor in keinem guten Zustand sei. Wechselhafte Winter würden das Problem weiter verschärfen. Durch das Eindringen von Schnee und Tauwasser in Fahrbahn-Risse verschärfe sich die Situation, weil das frierende Wasser zu kleinen Absprengungen des Asphalts führe und die so entstehenden Schlaglöcher durch den rollenden Verkehr immer weiter wachsen. „Wir sind also gut beraten, unsere planmäßigen Investitionen von jährlich rund 95 Millionen Euro für unser Landesstraßen- und Radwegenetz weiterhin auf diesem Niveau zu halten“
, sagte Madsen. Hinzu kämen in diesem Jahr massive zusätzliche Investitionen durch das kreditfinanzierte Sondervermögen des Bundes. Allein der LBV.SH will in den kommenden zwölf Monaten Bau- und Sanierungsprojekte im Umfang von 271 Millionen Euro starten. Hinzu kommen weit über 200 Millionen Euro an Investitionen durch die Autobahn GmbH des Bundes, die die Autobahnen seit acht Jahren in eigener Regie betreut und saniert. Madsen: „Viele Schlaglochpisten werden also im Zuge des umfassenden Bauprogramms in diesem Jahr gleich mit beseitigt.“
Die Ausschreibungen für großflächige Schadstellensanierungen nach den Worten von LBV.SH-Chef Quirmbach bereits in der Finalisierung, damit es Mitte April losgehen kann. Die Instandsetzungen laufen über das gesamte Restjahr und sollen vor dem nächsten Winter beendet sein.
Warme Luft - kalter Boden
Die 22 Straßenmeistereien im Land bessern Schadstellen aktuell provisorisch mit Wintermischgut aus - sogenanntem Kaltasphalt. Wenn es die Temperaturen erlauben, kommt auch das beständigere Heißmischgut zum Einsatz.
Weitere Informationen rund um Schlaglöcher finden sich hier: www.schleswig-holstein.de/schlagloecher