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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus : Thema: Ministerien & Behörden

Claus Ruhe Madsen

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Dank Sondervermögen des Bundes: Land, DB und AKN setzen in den nächsten Jahren 13 zusätzliche Schienenprojekte für knapp 900 Millionen Euro aufs Gleis

Letzte Aktualisierung: 23.02.2026

KIEL. Um das 1.350 Kilometer lange Schienennetz in Schleswig-Holstein stabiler und attraktiver zu machen, hat das Land in Abstimmung mit der Deutschen Bahn und der AKN ein Arbeitspaket mit 13 zusätzlichen Schienenprojekten und einem Gesamt-Investitionsvolumen von 900 Millionen Euro geschnürt. "Allein aus dem vom Bund bereitgestellten Sondervermögen für die Länder werden wir – neben laufenden Projekten wie der Fehmarnbelttunnel-Anbindung oder der S4 von Hamburg nach Bad-Oldesloe – in den nächsten Jahren 200 Millionen Euro zusätzlich ins Netz stecken. Damit können viele Ausbauten, Sanierungen, Elektrifizierungen oder Reaktivierungen früher umgesetzt werden als ursprünglich geplant", sagte Verkehrs-Staatssekretärin Susanne Henckel heute (23. Februar) in Kiel.

Schriftzug: Hier investiert Deutschland. Finanziert aus Mitteln des Sondervermögens "Infrastruktur und Klimaneutralität" des Bundes.
Logo des Bundes zum Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität

Zusammen mit der DB-Konzernbevollmächtigten Ute Plambeck und Sönke Kreft (DB-InfraGO, Leiter Betrieb Netz Kiel) sowie AKN-Geschäftsführer Matthias Meyer und NAH.SH-Geschäftsführerin Birgit Austen stellte Henckel die größten Ausbau-Projekte vor, die in den nächsten zwei Jahren angeschoben werden, aber auch konkrete Baumaßnahmen in der Zeit.

Als eines der "größten Infrastruktur-Sorgenkinder im Land" bezeichnete Henckel die Marschbahn zwischen Niebüll und Westerland: "Uns ist bewusst, dass diese Strecke regelmäßig eine Zumutung für tausende von Pendlerinnen und Pendlern ist, weil es für dieses Nadelöhr zur Insel Sylt nun einmal keine Alternative gibt." Wichtig sei deshalb, dass der Bundestag zügig die Mittel für die weitere Planung freigebe. "Und was wir zusätzlich brauchen, ist eine prioritäre Verankerung der Marschbahn im so genannten Infraplan des Bundesverkehrsministeriums", sagte Henckel. Über eine solche "Sylt-Klausel" würde der vollständige zweigleisige Ausbau zwischen Niebüll und Westerland unverrückbar im Arbeitsprogramm der DB InfraGO festgeschrieben werden.

Henckel erinnerte zudem daran, dass am 21. April auf Sylt ein weiterer Marschbahn-Gipfel stattfindet – diesmal auf Einladung von Ministerpräsident Daniel Günther. "Und am 6. März werden wir als Landesregierung auch im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks für das Thema in Berlin werben", so Henckel.

Ebenfalls auf der Prioritätenliste der nächsten 24 Monate befindet sich ein weiteres Nadelöhr im Land – die seit Jahren im Bau befindliche neue Schleibrücke in Lindaunis. Henckel: "Sobald die neue Klappbrücke zum Jahreswechsel 2027/2028 fertig ist, kann auch der Regionalexpress 72 auf der Linie Flensburg-Kiel wieder durchgehend fahren." Außerdem sollen die Züge dann erstmals regelmäßig in Lindaunis halten. Die dafür nötige Bahnsteigverlängerung werde komplett aus dem Sondervermögen finanziert.

Auch für Bahnsteigverlängerungen auf der Strecke Kiel-Hamburg seien aus dem Sondervermögen für die kommenden zwei Jahre drei Millionen Euro reserviert. "Ziel der Bahnsteigverlängerungen ist es, durch bis zu drei aneinander gekuppelte Züge mehr Menschen zur selben Zeit im selben Zug zu bewegen", so Henckel. Weitere geplante Projekte aus dem Sondervermögen seien der Ausbau der Bahnlinien Neumünster–Bad-Oldesloe und Kiel–Preetz sowie des Knotens Flensburg und die Reaktivierung der Strecke Bergedorf–Geesthacht.

Die DB-Konzernbevollmächtigte Ute Plambeck sagte mit Blick auf das Sondervermögen: "Mit dem zusätzlichen Investitionspaket können wir wichtige Infrastrukturvorhaben in Schleswig-Holstein gezielt voranbringen. Dafür werden wir nun die nächsten Planungsschritte gemeinsam mit dem Land angehen. Klar ist: Der Nachholbedarf bei der Infrastruktur steht außer Frage. Daher haben wir seitens des Bundes so viel Geld für die Modernisierung der Infrastruktur bekommen wie nie zuvor. Dafür sind wir dankbar. Nun gilt es, die zusätzlichen Bedarfe aus dem Länderanteil des Sondervermögens klug in Einklang zu bringen mit den anderen Bedarfen an Planungs- und Bauressourcen bundesweit."

Für die DB stünden laut Plambeck hier insbesondere der Ausbau der Strecke Neumünster–Bad Oldesloe sowie Maßnahmen zur Anpassung von Bahnsteigen entlang der RE-7/70-Achsen im Fokus. Dazu zählten unter anderem Bahnsteigverlängerungen in laufenden Projekten sowie punktuelle Anpassungen von Bahnsteighöhen, um perspektivisch längere Züge einsetzen und Fahrgastwechsel beschleunigen zu können. "Diese Vorhaben erhöhen die Kapazität, verbessern die Betriebsqualität und stärken die Anbindung Schleswig-Holsteins an das überregionale Netz", sagte Plambeck.

Unabhängig davon setze die DB laut Sönke Kreft laufend konkrete Verbesserungen für Fahrgäste um: So wurde Anfang des Jahres im Rahmen des Projekts "Elektronisches Stellwerk Niebüll" die erste Baustufe in Betrieb genommen. Damit wurden die Kapazität und Qualität der Strecke Husum–Bredstedt verbessert. Weitere Bauabschnitte folgen und erhöhen Schritt für Schritt die Leistungsfähigkeit des Netzes. Zusätzlich modernisiert die DB 2026 zentrale Infrastruktur an mehreren Stellen im Land: Auf der Marschbahn werden zwischen Glückstadt und Itzehoe Gleise, Bahnübergänge und Leit- und Sicherungstechnik erneuert. In Jübek modernisiert die DB die Bahnsteiganlagen für mehr Komfort und Barrierefreiheit. Auf der Strecke Kiel–Plön wird der Fahrweg instandgesetzt, um die Stabilität des Regionalverkehrs weiter zu erhöhen. Darüber hinaus steht der geplante Ausbau ab 2027 auf der Achse Kiel–Lübeck – vor allem im Abschnitt Kiel–Preetz – bevor.
Kreft: "Jede Baumaßnahme trägt dazu bei, dass das Schienennetz weniger störanfällig wird und Züge wieder pünktlicher und zuverlässiger verkehren können."

Nach den Worten des Geschäftsführers der AKN Eisenbahn GmbH, Matthias Meyer, komme sein Unternehmen bei den großen Infrastrukturprojekten planmäßig voran: "Beim Ausbau der S5 erreicht die Oberleitung in diesem Jahr Ulzburg Süd, in Kaltenkirchen entsteht das Umrichterwerk für den künftigen S-Bahn-Betrieb. Und auf der Strecke Kiel–Schönberger Strand geht ebenfalls in diesem Jahr der nächste Abschnitt bis Probsteierhagen in Betrieb", so Meyer. Für die AKN und ihre Fahrgäste bedeute dies: "Es geht sichtbar voran. Dass der Bund mit dem Sondervermögen jetzt zusätzliche Mittel für die Schiene bereitstellt, begrüßen wir ausdrücklich. Konkret können wir damit die neue Haltestelle Henstedt-Ulzburg West, den AKN-Expresszug und die Erneuerung der A7-Brücke auf der Linie A3 früher als geplant angehen", sagte Meyer.

Birgit Austen, kaufmännische Geschäftsführerin vom Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH) ergänzte: "Wir freuen uns darauf, diese vielen Projekte gemeinsam mit dem Land und den beiden Infrastrukturunternehmen umzusetzen. Wir wissen, dass die kommenden Jahre für Fahrgäste noch herausfordernd bleiben werden, auch durch die vielen Baumaßnahmen. Der Weg ist richtig."

Anlage zur Presseinformation: Projektliste

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