FRIEDRICHSKOOG/KIEL. Letzter Verwaltungsakt und damit Schlusspunkt der 160-jährigen Geschichte des ehemaligen Fischereihafens Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen: Nach der notariellen Beurkundung übergab Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute (12. April) die Flächen des ehemaligen Landeshafens symbolisch an Friedrichskoogs Bürgermeister Bernd Thaden. "Damit beenden wir einen vor mehr als zehn Jahren angestoßenen Prozess, der lange und heftig die Gemüter erhitzt und auch die Gerichte beschäftigt hat
", sagte Buchholz. Er habe bis heute größtes Verständnis dafür, dass sich die Menschen in der Region nur schwer von "ihrem" Hafen trennen konnten. "Damit sind nun einmal Familiengeschichten über Generationen verbunden.
" Aber zur Wahrheit gehöre auch, dass der zunehmend versandete Hafen keine wirtschaftliche Perspektive mehr hatte und jeder Kutter-Anlauf vom Steuerzahler rechnerisch mit rund 10.000 Euro subventioniert werden musste.
Buchholz versicherte zugleich, dass das Land die Gemeinde weiterhin dabei unterstützen werde, die insgesamt gut neun Hektar Hafenfläche auch künftig touristisch weiter zu entwickeln. Seit Schließung des Hafens wurden vom Land unter anderem mehr als 7,5 Millionen Euro in den Aus- und Umbau der Seehundstation Friedrichskoog investiert.
Birgit Matelski, Direktorin des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) machte bei dem Ortstermin zudem deutlich, dass der LKN noch über einige Jahre hinweg die touristische Umgestaltung des Hafenbeckens intensiv begleiten werde: "Wir werden die Ufereinfassungen des ehemaligen Hafenbeckens in Abstimmungen mit der Gemeinde so instand setzen, dass sie auf deren touristische Planungen abgestimmt sind.
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Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdieck sagte: "Ich freue mich, dass alle Beteiligten so konstruktiv zusammengearbeitet haben, um hier zu einer Einigung zu kommen.
" Und auch Friedrichskoogs Bürgermeister Thaden bezeichnete den Abschluss des Übergabe-Vertrags als gute Grundlage für die weitere touristische Entwicklung in Friedrichskoog: "Wir haben lange und hart verhandelt und sind zufrieden mit dem Erreichten, denn das Land hat echte Zugeständnisse gemacht, wie beispielsweise bei den Ufereinfassungen.
" Erfreulich sei zudem, dass eine echte politische Zusage hinsichtlich touristischer Fördermittel Eingang in den Vertrag gefunden habe.
Auch Thaden erinnerte an die emotionalen Debatten um die Schließung des Hafens: "Viele Friedrichskooger Familien sind über Generationen Fischer gewesen. Für sie hat der Heimathafen eine große emotionale Bedeutung, das darf man nie vergessen.
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