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In ihrem neuen Roman erzählt Svenja Leiber die Geschichte der 16-jährigenNelka, die 1941 von deutschen Soldaten aus Lemberg verschleppt wird undauf einem ostholsteinischen Gutshof Zwangsarbeit leisten muss. Ihr Wissenüber den Obstbau hilft ihr zunächst zu überleben – und macht den Gutsherrnnach dem Krieg reich.Svenja Leiber verarbeitet in ihrem Roman eindringlich und präzise recherchiertein weitgehend verdrängtes Kapitel deutscher Geschichte: Schätzungsweise 13 Millionen Menschen wurden während des Zweiten Weltkriegs vom NS-Regime verschleppt und als Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiterausgebeutet. Jahrzehntelang fand ihr Schicksal kaum öffentliche Beachtung;insbesondere Zwangsarbeiterinnen gehörten nicht zu den anerkanntenOpfergruppen des Krieges.Mit großer Sensibilität zeigt Svenja Leiber, dass die Folgen dieses Unrechtsbis heute nachwirken – und selbst in den Landschaften Norddeutschlandssichtbar geblieben sind.
Svenja Leiber, 1975 in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf undverbrachte als Kind einige Zeit in Saudi-Arabien. Sie studierte Philosophie,Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte, debütierte 2005 mitdem Erzählungsband Büchsenlicht, 2010 folgte der Roman Schipino. ImSuhrkamp Verlag erschien 2014 Das letzte Land, 2018 Staub und2021 Kazimira. Svenja Leiber lebt und arbeitet in Berlin und Schleswig-Holstein.
Kathrin Fischer
Kathrin Fischer, geb. 1967, war 15 Jahre Redakteurin und Moderatorin beimHessischen Rundfunk. Seit 2022 hostet sie den Podcast 'Erschöpfung stattGelassenheit – warum Achtsamkeit die falsche Antwort auf ziemlich jede Frageist'. Ihre neueste Publikation "Achtsam geht die Welt zu Grunde. Warum dieIdeologie der Achtsamkeit gesellschaftlichen Wandel blockiert" steht im Mai aufPlatz 3 auf der Sachbuchbestenliste von ZDF, Deutschlandfunk Kultur und DieZeit. Sie lebt mit ihrer Familie bei Flensburg.
80 Jahre Flucht und Vertreibung ::: Geschichten vom
Flüchten, Ankommen und Erinnern in Deutschland
Mittwoch, 2. September 2026 um 19 Uhr
Die Erinnerung an Flucht und Vertreibung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, an den Verlust von Heimat und die traumatischen Erfahrungen nach Flucht und Ankunft lebt in unzähligen Familiengeschichten fort. Das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin sammelt schon lange im Zeitzeugenarchiv private Zeugnisse und ruft jetzt - 80 Jahre nach Flucht und Vertreibung von rund 14 Millionen Deutschen – für die Sonderausstellung „Zuflucht Berlin. Vertriebene in der geteilten Stadt“ dazu auf, persönliche Erinnerungsstücke und Dokumente aus dieser Zeit beizusteuern. [Zum Sammlungsaufruf]
Gemeinsam mit dem Kuratoren-Team des Dokumentationszentrums geben wir am 2. September in der Landesvertretung Schleswig-Holstein einen Ausblick auf die Ausstellung, schauen, wie sich im Vergleich zu Berlin die Situation der Vertriebenen in Schleswig-Holstein darstellte (1950 betrug der Anteil der Vertriebenen in Schleswig-Holstein etwa ein Drittel der Bevölkerung) und fragen danach, wie präsent die Fluchtgeschichten in unseren Familien und in unserer Gesellschaft sind.
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