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Institut für
Qualitätsentwicklung an
Schulen Schleswig-Holstein
: Thema: Ministerien & Behörden

Bildungsgerechtigkeit voranbringen

Eine gerechte Bildung schaffen und zugleich Herausforderungen einer diversen Gesellschaft bewältigen: Wie dies an Schulen gelingen kann, konnten Lehrkräfte beim Landesfachtag Diversität vertiefen.

Letzte Aktualisierung: 24.11.2025

Gruppenfoto, drei Frauen und ein Mann stehen dicht beieinander.
Christiane Hüttmann (IQSH), Dr. Ivana Bitto (IQSH), Prof. Dr. Ahmet Toprak (Fachhochschule Dortmund) und Dr. Gesa Ramm (Direktorin IQSH) bei der Veranstaltung.

Schulen und die Schülerschaft sind ein Spiegel der Gesellschaft und damit von unterschiedlichen Milieus, Bildungswelten und Elternhäusern geprägt. Deshalb wirken politische und gesellschaftliche Spannungen auch auf den Schulalltag. Unterschiedliche Wertvorstellungen, Haltungen und Rollenbilder geraten zuweilen aneinander und führen zu Missverständnissen, Reibungen und Ungerechtigkeit. Wie Schulen und Lehrkräfte damit umgehen können, dabei unterstützt das IQSH mit dem Schwerpunktthema Diversitätsbewusste Schule. Beim diesjährigen Fachtag stand konkret die Rolle der Bildung und ihren Auswirkungen auf mehr Gerechtigkeit im Vordergrund.

Bildung stärkt Demokratie

Schule ist der Ort, wo demokratische Regeln gelernt werden. Deshalb ist zentral für uns, wie Schule Bildung als Thema der Gerechtigkeit erlebbar machen kann“, betonte Dr. Gesa Ramm, Direktorin des IQSH. Bildung eröffne Möglichkeiten und Wege, deshalb stünden Chancengerechtigkeit und auch die Stärkung der Startchancenschulen als eines der zentralen Bildungsziele des Landes für die kommenden Jahre im Fokus. Vier Aufgaben stünden vor allem im Mittelpunkt:

  • Sprachbildung als Schlüssel zur Teilhabe,
  • pädagogische Professionalität im Umgang mit Diskriminierung,
  • Chancen der Digitalität nutzen und
  • vor allem die Schule als sicheren Ort für Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte gestalten.

Wenn wir Vielfalt als Normalität begreifen, stärken wir die Demokratie. Und wenn wir Schule als Ort des Respekts, der Anerkennung und der Solidarität verstehen, leisten wir einen gesellschaftlichen Beitrag zur Demokratie. Schule in Deutschland hat diese Chance“, ermutigte die Direktorin des IQSH die rund 100 Lehrkräfte beim Fachtag.

Erprobte Methoden und Expertise nutzen

Das Thema diversitätsbewusse Schule ist eine Querschnittsaufgabe, die in alle Schulbereiche und Fächer hineinspielt. Deshalb stellte der Fachtag neben wissenschaftlichen Expertentipps und der Gelegenheit zum Austausch ein umfassendes Programm vom Umgang mit Rassismus, Rechtsextremismus und Radikalisierung bis hin zu Bildung in der Resozialisierung bereit. „Diversität ist eine Selbstverständlichkeit des Lebens, und wie wir damit an Schule umgehen, ist ein Aushängeschild der Demokratie. Darum ist es wichtig, den Lehrkräften erprobte Methoden und Instrumente an die Hand zu geben, Chancen zu zeigen und Hürden zu senken“, betonte Dr. Ivana Bitto, Landesfachberaterin am IQSH.

Migration in Deutschland

Prof. Dr. Ahmet Toprak, Fachhochschule Dortmund, lenkte in seinem Hauptvortrag „Von Gastarbeitern zu neuen Bürgern. Stationen der Migration“ einen differenzierten Blick auf den Begriff Migrationshintergrund. Er umriss die deutsche Einwanderungspolitik seit den 50er Jahren, die lange die Bildungsbenachteiligung verstärkte und zu wenig die individuellen Faktoren wie Bildungshintergrund, Migrationsursachen und Zukunftspläne berücksichtigt habe. Seine erziehungswissenschaftliche Forschung dreht sich auch um Fragen, wie Wege entwickelt und wie Barrieren abgebaut werden können, während dabei milieuspezifische Faktoren berücksichtigt werden.

Kooperation mit den Eltern suchen

Im Vortrag stellte Prof. Toprak heraus, dass die Erziehungsziele unter Umständen zu Reibungen in Bildungseinrichtungen führen, wenn Ziele der Schulen auf familiär geprägte Ziele treffen. „Gleichzeitig möchte der Großteil der Eltern mit Migrationsgeschichte, vor allem die erste und zweite Generation, dass die Kinder bessere Arbeitsbedingungen haben und studieren“, betonte er. Dabei gelte es vor allem, die unterschiedlichen Bildungswege wie beispielsweise die duale Ausbildung und ihr Potential, besser zu erklären. „Es kommt auf einen respektvollen Umgang miteinander an, es geht um Kooperation in Erziehungsfragen, vor allem in der vorschulischen Bildung“, so sein Fazit.

Das war ein sehr wertvoller Impuls. Mir ist viel deutlicher geworden, dass wir bei allen Schwierigkeiten einen wertschätzenden Umgang brauchen, und ich nehme viel mit, wie ich das umsetzen kann“, zog Lehrerin Dana Gora als begeistertes Fazit. „Wie schaffen wir es gemeinsam mit den Eltern, darum geht es.

Prof. Dr. Ahmet Toprak (Fachhochschule Dortmund) im Gespräch mit einem Teilnehmer.
Die Lehrkräfte nutzten den Fachtag und stellten Fragen an die Referentinnen und Referenten.
Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Dr. Ahmet Toprak war genügend Zeit für eine Fragerunde.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten immer wieder Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen.
Die Teilnehmenden verfolgten interessiert die Vorträge.
Prof. Dr. Ahmet Toprak (Fachhochschule Dortmund) bei seinem Vortrag „Erziehung und Sozialisation in patriarchalen Gesellschaften – Welche Rolle spielt Bildung?“.
Dr. Ivana Bitto (IQSH) begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Beim Fachtag konnte aus einem großen Angebot an Workshops ausgewählt werden.

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