Institut für
Qualitätsentwicklung an
Schulen Schleswig-Holstein: Thema: Ministerien & Behörden
Gemeinsam für die ABC-Schützen
Schon zum Beginn der Grundschule gilt es, Chancen für den Bildungserfolg zu nutzen. Bei der Schulanfangstagung gab es Impulse und frische Ideen, wie dies gelingen kann.
Der Start in die Grundschule ist eine sensible Phase mit weitreichenden Folgen für den weiteren Bildungserfolg. „Deshalb muss der Schulanfang als echter Entwicklungssprung verstanden werden – kognitiv, emotional und sozial“, betonte Prof. Dr. Anja Steinbach, Europa-Universität Flensburg, in ihrem Grußwort vor Lehrkräften, Schulleitungen sowie pädagogische Fachkräften aus Kita und Grundschule. „Kinder brauche Räume, in denen sie wachsen können, und sie brauchen verlässliche Beziehungen und Strukturen“. Kompetenzen wie Selbstregulation, Frustrationstoleranz und Empathie seien Grundpfeiler des Bildungserfolgs, hob sie hervor. Die Tagung sei eine Einladung, den Blick vor allem auf die vorhandenen und noch verborgenen Potenziale der Kinder zu richten.
Schulpraxis weiterentwickeln
Dr. Gesa Ramm, Direktorin des IQSH, stellte heraus, dass die Tagung ein sichtbares Zeichen für das gemeinsame Engagement von Schule, Kita und Weiterbildung sei: „Es ist entscheidend, Verantwortung für den Übergang von der Kita in die Grundschule zu übernehmen, um allen Kindern gerechte Chancen zu eröffnen“. Aus Sicht des IQSH sei die Tagung nicht nur als Start in das neue Schuljahr zu verstehen, sondern auch als Impuls für eine langfristige Weiterentwicklung der Schulpraxis, betonte sie. Wichtig sei, dass Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte den Übergang bewusst gestalteten und die Kinder mit ihrem Potenzial in den Mittelpunkt rückten.
Im ersten Teil des Hauptvortrages stand das Startchancen-Programm "PerspektivSchulen in Schleswig-Holstein" im Mittelpunkt. Helge Daugs, MBWFK verdeutlichte, dass dieses Programm die Schulen in Schleswig-Holstein dabei unterstützen solle, die Potenziale der Kinder systematisch zu fördern. Hintergrund sei die Zielsetzung, die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch nicht erreichen, bis 2035 zu halbieren. Schleswig-Holstein habe mit der Einführung des Startchancen-Programms einen wichtigen Schritt in diese Richtung unternommen.
Mit Leseband.SH und Diagnostik wirksam fördern
Sabine Böttcher, MBWFK stellte das Leseband.SH als zentrale Maßnahme des Programms vor. Dieses sehe eine obligatorische tägliche, verbindliche Lesezeit von 20 Minuten vor, losgelöst vom Deutschunterricht. Ziel sei es, die Leseflüssigkeit systematisch zu fördern – mithilfe von Methoden wie Tandemlesen, Vorlesetheater oder Hörbuchlesen, die an die jeweilige Lerngruppe angepasst würden. Sie machte deutlich, dass Leseförderung in allen Fächern erfolgen müsse und nur auf Grundlage einer sorgfältigen Lernstandsdiagnostik nachhaltig wirksam sei.
Schreiben, Lesen, Literacyförderung und Mathematik – breites Workshop-Programm
Die Workshops am Vor- und Nachmittag griffen das Motto „Potenziale entfalten“ praxisnah auf und boten ein breites Spektrum an Themen – von Bewegung und Tanz zur Förderung basaler Kompetenzen über die begabungsgerechte Gestaltung von Übergängen bis hin zu zentralen Bereichen wie Schreiben, Lesen, Literacyförderung und Mathematik. Auch Projektarbeit sowie praxisnahe Tipps für neue Klassenlehrkräfte wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gewählt.
Frische Ideen für den Schulstart
Die Schulanfangstagung 2025 machte Mut, die Herausforderungen des Schulanfangs gemeinsam anzugehen – mit frischen Ideen, neuen Impulsen und der Zuversicht, dass jedes Kind seine Potenziale entfalten kann, wenn alle an Bildung Beteiligten Hand in Hand arbeiten.
Mit reger Beteiligung und rund 125 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde die Tagung zu einem motivierenden Auftakt in das neue Schuljahr. Deutlich wurde dabei auch, wie eng das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur (MBWFK), das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) und das Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZfL) der Europa-Universität Flensburg zusammenarbeiten, um die Eingangsphase gemeinsam weiterzuentwickeln und Schulen wirksam zu unterstützen.
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