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Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung,
Wissenschaft, Forschung und Kultur
: Thema: Ministerien & Behörden

Dr. Dorit Stenke

Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur

Leseförderung: „Leseband“ zukünftig auch an weiterführenden Schulen 

Mehr Unterrichtsstunden an den Grundschulen in Deutsch und Mathe in 2026/27 

Letzte Aktualisierung: 22.06.2026

KIEL. Das Leseband zieht sich inzwischen durch fast alle schleswig-holsteinischen Grundschulen. Es ist eine wirksame Methode zur Leseförderung und wird zum kommenden Schuljahr auch an 20 weiterführenden Schulen in der 5. und 6. Jahrgangsstufe übernommen.

"Lesen ist eine Schlüsselkompetenz. Mit dem Leseband gelingt es den Lehrkräften auf eine spielerische Weise, für das Lesen zu begeistern und die Lesefähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Das ist Leseförderung in neuer Qualität, die viele Schulleitungen für ihre Schulen übernommen haben", sagte Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke heute (22. Juni) bei ihrem Schulbesuch an der Gerhart-Hauptmann Schule in Kiel. Ergänzend werde es 2026/27 an allen Grundschulen in der Jahrgangsstufe 1 jeweils eine zusätzliche Stunden in Deutsch und in Mathematik geben. Die Ministerin betonte: "Wir geben den Schülerinnen und Schülern kontinuierlich mehr Lesezeit und mehr Lernzeit. Zeit, in der sie sicher das Lesen, das Schreiben und das Rechnen lernen können. Unser Ziel ist, dass viel mehr Schülerinnen und Schüler als bisher die Regelstandards erreichen." 

Alle 103 Grundschulen im Startchancen-Programm nehmen am Leseband teil, darunter sind auch 30 Pilotschulen, die wissenschaftlich begleitet werden. Die Gerhart-Hauptmann-Schule Kiel ist als Pilotschule seit Februar 2024 dabei. Viele weitere Grundschulen haben inzwischen ebenfalls diese systematische Leseförderung einführt, so dass insgesamt rund 76 Prozent aller Grundschulen mit dem Leseband arbeiten. Zum kommenden Schuljahr 2026/27 steigen auch 20 weiterführende Schulen ein - darunter sind ein Gymnasium, eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe und 18 Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe.

Das Leseband beinhaltet eine 20-minütige tägliche Lesezeit, in der die Leseflüssigkeit verbessert wird. Eingesetzt werden dazu Lautleseverfahren wie beispielsweise das "Tandemlesen", das "chorische Lesen", das "Vorlesetheater" oder das "Würfellesen". Gelesen wird in allen Fächern - außer Sport - und immer zu einer festen Uhrzeit. Entwickelt wurde das Projekt von Prof. Dr. Steffen Gailberger (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), umgesetzt wird es an den Pilotschulen in Kooperation mit der Auridis Stiftung und der Unternehmerstiftung für Chancengerechtigkeit. Zur Einführung und Umsetzung des Leseband.SH bietet das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) zahlreiche Fortbildungsangebote sowie die umfangreiche "Handreichung Leseband.SH" an. mehr lesen

Auridis-Stiftung: „Lesekompetenz ist die Grundlage für erfolgreiches Lernen in allen Fächern. Das Leseband zeigt eindrucksvoll, wie wissenschaftlich fundierte Ansätze mit wenig zusätzlichem Aufwand viele Kinder erreichen und ihre Bildungschancen nachhaltig verbessern können.“ Prof. Dr. Steffen Gailberger sagte: "Mit dem Leseband haben wir sicherlich nicht das lesedidaktische Rad neu erfunden. Wir haben aber System, Struktur, Kohärenz und Verlässlichkeit in die schulische Leseförderung gebracht, so dass es nun nicht mehr dem Zufall obliegt, ob Schülerin A oder Schüler B eine wirksame und passende Leseförderung erhält. Das ist der größte Gewinn des Lesebandes." 

Grundschule: Mehr Zeit für Deutsch-Unterricht ab 2026/27
Um die basalen Kompetenzen zu stärken, erhalten die Grundschulen zum kommenden Schuljahr zwei zusätzliche Unterrichtsstunden: eine im Fach Deutsch und eine im Fach Mathematik. Die Stunden gehen in die Jahrgangsstufe 1. Damit erhöht sich die Zahl der Wochenstunden über die gesamten vier Grundschuljahre im Fach Deutsch von jetzt 25 auf 26. Im Fach Mathematik steigt die Zahl von jetzt 21 auf 22 Stunden. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode wurde die Stundentafel der Grundschule in den Fächern Deutsch und Mathematik um jeweils eine Stunde erhöht. 

Werkstatt inklusiver Deutsch Unterricht (WIDU)
Vier Buchstaben – eine digitale Schatzkammer: Dahinter liegt eine digitale Bibliothek, über die Lehrkräfte ab dem kommenden Schuljahr 2026/27 auf didaktisch aufbereitetes Material für den Deutschunterricht zugreifen können. Das Besondere: Das Material richtet sich an Schülerinnen und Schüler jeder Lesestufe - von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II. Es berücksichtigt vor allem das inklusive Unterrichten von Kindern mit Förderbedarf und und den Unterricht in sprachlich heterogenen Klassen. Die Lehrkräfte können unter anderem Hörbücher, E-Books und DaZ-Material nutzen. Alle Urheberrecht sind geklärt. Im Angebot sind auch Hörbücher mit Schleswig-Holstein-Bezug wie die Kinder-Krimireihe "Förde-Detektive". In der lernen Kinder im Grundschulalter spielerisch etwas über Politik.
Aktuell wird das Hörbuch für WIDU eingesprochen. WIDU ist ein Gemeinschaftsprojekt der Länder Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Das Land ist mit einmalig 20.000 Euro an der Finanzierung beteiligt. Bildungsministerin Dr. Stenke: "Die neue digitale Bibliothek bietet vieles, was Lehrkräfte sich für einen inklusiven Deutschunterricht wünschen. Sie können zudem unkompliziert aus einer Vielzahl didaktisch aufbereiteter Materialien auswählen und gewinnen Zeit für die Unterrichtsvorbereitung. Das ist eine spürbare Entlastung." 

Leseförderung vernetzt
Mit der Netzwerkstelle Leseförderung der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schleswig-Holstein e.V. (www. lkj-sh.de) steht seit eineinhalb Jahren ein weiteres Angebot im Rahmen der Leseförderung in Schleswig-Holstein zur Verfügung. Die Netzwerkstelle Leseförderung unterstützt Schulen bei der Vernetzung der außerschulischen Leseförderung, indem außerschulische Leseförderungsinitiativen auf einer digitalen Plattform sichtbar gemacht werden. Zudem bietet sie Weiterbildungsangebote für Leseförderung an. 

Verantwortlich für diesen Pressetext: Beate Hinse I Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur | Brunswiker Straße 16-22, 24105 Kiel | Telefon 0431 988-2369 | E-Mail: pressestelle@bimi.landsh.de

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