KIEL. In Kiel haben sich heute (27. November) rund 100 Expertinnen und Experten aus Justiz, Verwaltung und Zivilgesellschaft mit aktuellen Herausforderungen des Opferschutzes befasst. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema Antisemitismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen, als Herausforderung für den Opferschutz und als Gefahr für die Demokratie. Der antisemitische Aushang in einem Ladengeschäft in Flensburg, die in Kiel verwendeten Aufkleber mit der Drohung „Zionisten mal zu Hause besuchen“ (mit Adresse und Bild des Wohnhauses eines Mitgliedes einer jüdischen Gemeinde) oder die Schmierereien am Kieler Landeshaus am 7. Oktober 2025, dem zweiten Jahrestag des terroristischen Überfalls der Hamas auf Israel - alle diese Taten machen deutlich, dass Antisemitismus wieder sichtbarer geworden ist.
„In welchen Formen Antisemitismus auftreten kann, wie wir ihn erkennen und welche Instrumentarien wir als Staat haben, um ihn zu bekämpfen, soll heute beleuchtet werden“
, erklärte Justizministerin Kerstin von der Decken. „Antisemitismus darf das jüdische Leben in unserem Land, das Leben aller Jüdinnen und Juden, nicht gefährden und einschränken. Wir wollen ein Schleswig-Holstein, in dem Jüdinnen und Juden sicher leben, sich sicher fühlen und uneingeschränkt als Mitbürgerinnen und Mitbürger wahrgenommen werden.“
Sie dankte in diesem Zusammenhang Gerhard Ulrich, dem Landesbeauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, und Ulrike Stahlmann-Liebelt, der Opferschutzbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein, für ihren großen Einsatz.
Ein weiteres Thema auf dem Opferschutztag war der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt vor knapp einem Jahr mit sechs Todesopfern und Hunderten Verletzten. Ministerin von der Decken dankte Roland Weber, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Anliegen von Betroffenen von terroristischen und extremistischen Anschlägen, der am Opferschutztag teilnahm und über die umfassenden Hilfemaßnahmen für die Betroffenen dieses Anschlags berichtete. „Aus Ihrem Bericht und Ihren Erfahrungen mit diesem Großschadensereignis möchten wir lernen. Und gleichzeitig wünschen wir uns ein Schleswig-Holstein, in dem wir das Gelernte niemals selbst anwenden müssen“
, sagte die Justizministerin.
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