Ministerpräsident Daniel Günther hat der Saxophonistin Asya Fateyeva und dem Schauspieler Rainer Bock den Kunstpreis des Landes verliehen. Der Förderpreis ging an die bildende Künstlerin Nele Golle.
Kunst hat viele Wege, Menschen zu berühren. Durch Musik, Schauspiel oder handwerkliches Können. Bei der Verleihung des Kunstpreises 2026 standen somit drei ganz unterschiedliche Künstlerlinnen und Künstler im Mittelpunkt: Mit dem Kunstpreis des Landes ausgezeichnet wurden die Saxophonistin Asya Fateyeva und der Schauspieler Rainer Bock. Den Förderpreis erhielt die bildende Künstlerin Nele Golle. "Was Sie verbindet, ist Ihre Leidenschaft für die Kunst. Und Ihre besondere Beziehung zu Schleswig-Holstein", sagte Ministerpräsident Daniel Günther.
Papas Saxophon
Der Zufall führte die gebürtige Ukrainerin zum Saxophon. Ihr Vater hatte das Instrument eigentlich für sich selbst gekauft. Doch als die damals Neunjährige es ausprobierte, war sie sofort fasziniert. "Heute gehören Sie zu den besten Saxophonistinnen der Welt", würdigte Günther die Künstlerin aus Großhansdorf. "Sie machen Menschen neugierig auf Musik, die sie vielleicht noch gar nicht kennen."
So habe Fateyeva vor zwei Jahren als Porträtkünstlerin beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) unzählige Besucherinnen und Besucher begeistert. Sie unterrichtet seit 2017 an der Musikhochschule Lübeck, ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, spielt Konzerte mit großen Orchestern und gastiert bei vielen renommierten Musikfestivals im In- und Ausland.
Vom Kieler Café auf die Weltbühne
Der zweite Preisträger ist der Schauspieler Rainer Bock. Seit 1989 stand er in mehr als hundert Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera und arbeitete mit Regisseuren wie Quentin Tarantino und Steven Spielberg. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2021 für seine Rolle in der Serie "Das Boot".
Auch sein Weg zur Schauspielerei begann eher zufällig. Ende der 1970er-Jahre betrieb Bock das Café Lucy in Kiel - ein beliebter Treffpunkt der Kulturszene. Gespräche mit Schauspielern weckten sein Interesse und so stand er ab 1982 selbst auf der Bühne, zunächst im Theater in Kiel und im Landestheater. "Und bei allem internationalen Erfolg haben Sie Ihre Heimat nie vergessen. Sie kehren bis heute regelmäßig für Auftritte und Lesungen nach Schleswig-Holstein zurück", richtete Günther dankende Worte an den heute in München lebenden Schauspieler.
Kunst aus Glas
In ihrer Werkstatt spielt das Glas die Hauptrolle. Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis geht an die bildende Künstlerin Nele Golle aus dem Kreis Schleswig-Flensburg. Sie ist ausgebildete Glasveredlerin und studierte am Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz. Mit ihrer Kunst möchte sie den Menschen ein Bewusstsein für die Umwelt und die Natur vermitteln.
Wie zum Beispiel mit ihrer Arbeit "Melting Landscapes" ("Schmelzende Landschaften"). Durch die Bearbeitung des Glases mit Farbe sind feine Linien und Risse entstanden, die an schmelzendes und sich veränderndes Meereis erinnerten. "Sie zeigen, wie sich solche Veränderungen mit künstlerischen Mitteln sichtbar machen lassen. Und Sie regen uns an, genauer hinzusehen", sagte Günther.
Der Kunstpreis des Landes
Der Kunstpreis des Landes wird seit 1950 verliehen. Er ist insgesamt mit 20.000 Euro dotiert. Geehrt werden alle zwei Jahre Künstlerinnen und Künstler, die in Schleswig-Holstein geboren sind, im Land wirken oder für das Land eine besondere Bedeutung haben. Ausgezeichnet wurden unter anderem Hans Peter Kuhn, Dörte Hansen, Detlef Buck, Sabine Meyer, Klaus Florian Vogt und Lars Jessen. Der Ministerpräsident verleiht den Preis auf Vorschlag des künstlerischen Beirats unter Vorsitz von Kulturministerin Dr. Dorit Stenke.
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