Bei einer Konferenz in Oeversee haben sich Minister Dirk Schrödter und Johannes Callsen, Minderheitenbeauftragter des Landes, mit Vertretern aus sechs Westbalkanstaaten und zwei weiteren deutschen Bundesländern über Minderheitenrechte, gesellschaftliche Teilhabe und Zusammenhalt ausgetauscht.
Seit 2016 engagiert sich Schleswig-Holstein für die Stärkung von Minderheitenrechten und gesellschaftlicher Teilhabe im Westbalkan. Auf der Veranstaltung "Schleswig-Holstein – Westbalkan: Dialog zur Stärkung der sozialen Kohäsion und Minderheitenschutz" hat sich das Land nun gemeinsam mit Brandenburg und Sachsen sowie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien über ihre Erfahrungen in Bezug auf den Minderheitenschutz, konkrete Praxisbeispiele sowie neue Kooperationen und Perspektiven für die Zusammenarbeit ausgetauscht.
Deutsch-dänische Vorzeigeregion
"Schleswig-Holstein zeigt seit vielen Jahren, dass ein verlässlicher Schutz von Minderheiten und gesellschaftlicher Zusammenhalt Hand in Hand gehen", sagte Minister und Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter bei der Eröffnung der Konferenz in der Europäischen Akademie Sankelmark in Oeversee. "Gerade unser deutsch-dänisches Grenzland macht deutlich, wie Vielfalt, gegenseitiger Respekt und gelebte Teilhabe die gesamte Gesellschaft stark machen. Diese Erfahrungen wollen wir im internationalen Austausch teilen – und zugleich von unseren Partnern lernen."
Vertrauen und Verlässlichkeit
Wo früher nationale Gegensätze das Mit-, beziehungsweise das Nebeneinander, geprägt hätten, lebten die Menschen nun seit vielen Jahrzehnten zusammen, betonte Schrödter. "Vertrauen entsteht durch verlässliche Zusammenarbeit. Wir haben gelernt: Brückenbauen beugt geopolitischen Spannungen vor."
Beispiele aus der Praxis
Wie die Zusammenarbeit aussieht, zeigen unterschiedliche Beispiele aus der kommunalen Praxis: In Bijeljina (Bosnien und Herzegowina) wurde zum Beispiel nach schleswig-holsteinischem Vorbild das Amt eines Beauftragten für nationale Minderheiten eingerichtet. Außerdem entstand in Tetovo (Nordmazedonien) eine Dialogplattform für den Austausch zwischen Kommunen und Roma-Organisationen.
Gemeinsamer Dialog
"Minderheitenschutz muss im Alltag erfahrbar sein", sagte der Minderheitenbeauftragte des Landes, Johannes Callsen. "Entscheidend ist, dass Menschen ihre Anliegen einbringen können, dass ihre Perspektiven in politischen Entscheidungen berücksichtigt werden und dass sie gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben." Die Erfahrungen aus Schleswig-Holstein zeigten, wie wichtig dafür verlässliche Strukturen und der Dialog zwischen Verwaltung, Minderheiten und Zivilgesellschaft seien.
Impulse für weitere Zusammenarbeit
Auf dem Programm steht weiterhin ein gemeinsames World Café, das dazu beitragen soll, die Erkenntnisse zu vertiefen und Ideen für künftige Kooperationen zu entwickeln. Die Ergebnisse werden dann auf der digitalen Plattform "Who We Are" des Minderheiten-Kompetenz-Netzwerks Schleswig-Holstein/Süddänemark dokumentiert. "Wir wollen nicht nur über Minderheitenschutz sprechen, sondern konkrete Impulse für die weitere Zusammenarbeit setzen", betonte Dirk Schrödter. "Der Dialog auf Augenhöhe und das Lernen voneinander sind dafür entscheidend."
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