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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei : Thema: Ministerien & Behörden

Daniel Günther

Ministerpräsident

Energiewende neu gedacht

Mehr Stromproduzenten, flexiblere Netze: In Gettorf hat Ministerpräsident Daniel Günther den Abschluss der ersten dynamischen und flexiblen Netzanschlussvereinbarung begleitet.

Letzte Aktualisierung: 30.10.2026

Daniel Günther sitzt mit den Vertragspartnern an einem Tisch, die die Vereinbarung unterschreiben.
"BioEnergie Gettorf", "SH Netz" und "Hansewerk AG" haben in Gettorf Deutschlands erste, vollständig dynamische, regelbasiert flexible Netzanschlussvereinbarung für eine Biogasanlage geschlossen.

Schleswig-Holstein ist Vorreiterland in der Energiewende: Dank idealer Bedingungen für Windkraft an Land und auf See erzeugt der echte Norden seit mehreren Jahren mehr Strom, als er selbst verbraucht. Doch gerade in Spitzenzeiten müssen immer wieder Windkraftanlagen abgeschaltet werden, um die Netze zu entlasten – die Betreiber der Anlagen erhalten dann eine Entschädigung.

Mit einer neuen Vereinbarung wollen "BioEnergie Gettorf", "SH Netz" und "Hansewerk AG" nun die vorhandenen Netze besser nutzen, ohne zusätzliche Engpässe zu erzeugen. Dafür haben die Partner nun in Gettorf Deutschlands erste, vollständig dynamische, regelbasiert flexible Netzanschlussvereinbarung (FCA) für eine Biogasanlage geschlossen.

Leitungen besser nutzen

Grundsätzlich muss jede Anlage jederzeit mit 100 Prozent ihrer Leistung einspeisen können. Der Netzbetreiber muss dafür entsprechende Kapazitäten freihalten – auch wenn diese selten voll genutzt werden. Viele Netze gelten deshalb als ausgelastet, obwohl sie ihre Grenze noch gar nicht erreicht haben. Wer eine neue Anlage anschließen will, muss dann entweder auf den Netzausbau warten oder einen weiter entfernten Anschlusspunkt nutzen – oft verbunden mit höheren Kosten.

Seit dem vergangenen Jahr gibt es dazu mit der flexiblen Netzanschlussvereinbarung eine Alternative. Netzbetreiber und Stromproduzent können nun vereinbaren, die maximale Einspeiseleistung nach bestimmten Kriterien zu begrenzen. Der Produzent verzichtet somit darauf, jederzeit mit voller Leistung einzuspeisen. Im Gegenzug kommt er schneller ans Netz – ohne auf den Ausbau warten zu müssen.

In Gettorf funktioniert das dynamisch: Nicht feste Uhrzeiten entscheiden, wann die Biogasanlage einspeisen darf, sondern wie viel Wind- und Sonnenstrom gerade tatsächlich im Netz ist. Liefern Wind und Sonne wenig, verstromt die Anlage ihre Gasreserven. Ist viel Wind- und Solarstrom im Netz, speichert sie das Biogas für später. Dadurch kann mehr erneuerbarer Strom über die bestehenden Netze fließen.

Brandneues Kapitel der Energiewende

"Welche Rolle Biogas im Energiesystem der Zukunft spielen kann; dafür bekommen wir hier in Gettorf einen Vorgeschmack", sagte Ministerpräsident Daniel Günther bei der Vertragsunterzeichnung. "Sie schlagen damit ein brandneues Kapitel der Energiewende in Deutschland auf."

Unabhängig von fossilen Energien

"In Schleswig-Holstein arbeiten wir Stück für Stück daran, unsere Abhängigkeit von fossilen Energien zu verringern und den Anteil der Erneuerbaren immer weiter zu erhöhen", sagte Günther. Das Land steigere dafür die Produktion Erneuerbarer Energien. Auch Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich, etwa durch den Einsatz eigener Wärmepumpen oder E-Autos.

Klimaneutral bis 2040

"Unser Ziel ist, dass wir so in Schleswig-Holstein bis 2040 klimaneutral werden", sagte Günther. "Und das wollen wir auch an windstillen Tagen mit wenig Sonnenschein sein." Dafür sei Biogas unverzichtbar, weil es natürliche Schwankungen der Erneuerbaren Energien ausgleiche.

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