Navigation und Service

Der Ministerpräsident - Staatskanzlei : Thema: Ministerien & Behörden

Daniel Günther

Ministerpräsident

Schleswig-Holstein zeigt, was möglich ist

In Kiel haben Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen und Digitalisierungsminister Dirk Schrödter an Bord der "Mein Schiff Flow" den Innovations- und Wachstumsgipfel des Landes Schleswig-Holstein und der TUI Group besucht.

Letzte Aktualisierung: 26.10.2026

Vier Männer sitzen auf Stühlen auf einer Bühne. Einer von ihnen, Digitalisierungsminister Dirk Schrödter, spricht in ein Mikrofon.
An Bord der "Mein Schiff Flow" erklärte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter (2.v.l.) unter anderem, wie Politik und Unternehmen die Chancen von KI nutzen können.

Deutschland und Europa stehen vor einer entscheidenden Phase: Es kommt darauf an, Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, Innovationen schneller zu ermöglichen und nachhaltiges Wachstum zu schaffen. Beim Innovations- und Wachstumsgipfel der TUI Group und des Landes Schleswig-Holstein ging es in Kiel an Bord der "Mein Schiff Flow" daher um Fragen, die für den Standort Schleswig-Holstein konkret sind: Wie bekommen wir mehr Investitionen auf den Weg? Wie nutzen wir Künstliche Intelligenz mutiger und verantwortungsvoll? Wie sichern wir digitale Souveränität, stabile Netze und eine Mobilität, die Wachstum und Nachhaltigkeit zusammenbringt? 

Wirtschafts- und Technologieminister Claus Ruhe Madsen sowie Digitalisierungsminister Dirk Schrödter diskutierten im Veranstaltungssaal des Kreuzfahrtschiffes gemeinsam mit weiteren Impulsgebern und Rednern sowie rund 100 Fachleuten aus Politik, Unternehmen und Wissenschaft.

Konkrete Lösungen und Prioritäten

Ausgangspunkt der Debatte war eine nüchterne Bestandsaufnahme. Deutschland war über Jahrzehnte der Wachstumsmotor Europas. Für die Jahre 2026 bis 2030 erwartet der Sachverständigenrat noch rund 0,6 Prozent Wachstum pro Jahr. Zukunftsentscheidende Infrastrukturen wie die Energienetze benötigen ein dringendes Update. Bei Technologien wie KI ist das Land von anderen abhängig geworden. Dazu kommen hohe Energiekosten und überbordende Bürokratie. Sebastian Ebel, CEO der TUI Group, stellte zu Beginn der Veranstaltung Handlungsfelder zur Diskussion, um Deutschland und Europa zurück auf den Wachstumspfad und hin zu mehr Innovationsfähigkeit zu bringen. Von der Beschleunigung von Genehmigungen und Bürokratieabbau über gezielte Investitionen in Schlüsselindustrien bis zur Förderung der Talente und Kompetenzen von morgen sowie wettbewerbsfähige Energiekosten: Europa und Deutschland sollten ihre Stärken bewusst einsetzen und klar priorisieren.

"Wir sollten aufhören, uns gegenseitig zu erklären, was alles nicht funktioniert. Deutschland hat starke Unternehmen, einen leistungsfähigen Mittelstand, gute Hochschulen und Menschen, die etwas bewegen wollen. Was uns fehlt, ist ein echter Plan und der Wille, ihn umzusetzen", sagte Ebel. "Fokus und Geschwindigkeit sind dabei entscheidend. Genau deshalb haben wir Wirtschaft, Politik und Wissenschaft heute in Kiel zusammengebracht: Wir bleiben nicht bei der Analyse stehen, sondern wollen gemeinsam über konkrete Lösungen und Prioritäten diskutieren."

Weniger zögern, mehr machen

Wie konsequent andere Volkswirtschaften vorgehen, machte Ebel unter anderem am Beispiel China deutlich. Ein zweiter Blick ging über die Grenze nach Dänemark. Und auch Schleswig-Holstein präsentiere Antworten auf drängende Zukunftsfragen, beispielsweise zu den Themen digitale Souveränität und erneuerbare Energien.

"Schleswig-Holstein ist ein gutes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man seine Stärken ernst nimmt. Wir erzeugen mehr erneuerbaren Strom, als wir selbst verbrauchen, und siedeln Industrie dort an, wo die Energie entsteht", sagte Minister Madsen. "Mit Zuversicht nach vorn heißt für mich: weniger zögern und mehr machen. Wer heute investieren will, braucht Planungssicherheit und schnelle Verfahren, keine zusätzlichen Formulare. Unser Nachbar Dänemark zeigt uns jeden Tag, dass das geht."

Echte Innovation ist offen

Künstliche Intelligenz gehört zu den großen Wachstumsfeldern der kommenden Jahre und stand entsprechend im Fokus des Gipfels. Doch mit dem technologischen Fortschritt entstehen auch neue Abhängigkeiten, etwa bei Infrastruktur, Daten und Modellen. Wie können Politik und Unternehmen die Chancen von KI nutzen und gleichzeitig ihre digitale Handlungsfähigkeit bewahren? Diese Frage zog sich durch die Diskussion.

"Digitale Souveränität ist keine Frage der Abschottung, sondern eine Frage der Gestaltungsfähigkeit. Wenn Europa bei Schlüsseltechnologien dauerhaft nur Kunde bleibt, entscheiden andere über unsere Wettbewerbsfähigkeit", sagte Minister Schrödter. "Echte Innovation ist offen. Open Source gibt uns Kontrolle über unsere Systeme zurück und schafft gleichzeitig Raum für Wertschöpfung hier bei uns. Wir haben in Schleswig-Holstein gezeigt, dass dieser Weg funktioniert. Jetzt muss er europäisch werden."

Am Nachmittag rückten Netze und Mobilität in den Mittelpunkt. Ove Petersen, CEO von GP Joule, sprach darüber, wie dezentrale und flexible Systeme die Energieversorgung sicher und bezahlbar machen. Mathias Wiecher, CEO des Ladeinfrastrukturanbieters Spirii, machte deutlich, dass Deutschland bei der Elektrifizierung keine neue Vision braucht, sondern eine konsequente und schnelle Umsetzung. Wybcke Meyer, CEO von TUI Cruises, Ida Wolf von Mercedes-Benz und Bertel Maigaard, Gründer von Biocirc, diskutierten, wie Technologie und neue Kraftstoffe nachhaltige Mobilität wirtschaftlich tragfähig machen.

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link:

Datenschutz

Mastodon