Seit mehr als einem Jahrhundert setzt sich die Fehrs-Gilde aus Itzehoe für die niederdeutsche Sprache und Kultur ein. Bei einem Festakt zum 110-jährigen Bestehen hat der Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, Johannes Callsen, nun das Engagement des Vereins gewürdigt. "Eine Sprache lebt nicht allein davon, dass sie gesprochen wird", betonte er. "Sie lebt davon, dass Menschen in ihr erzählen, schreiben, lachen, streiten, singen und dichten. Sie lebt davon, dass sie weitergegeben wird – von einer Generation an die nächste. Dafür steht die Fehrs-Gilde seit 110 Jahren."
Festakt in Itzehoe
Die Jubiläumsfeier fand im Prinzeßhof Itzehoe statt – dem Sitz des Vereins. Auch der Namensgeber der Gilde, Johann Hinrich Fehrs, lebte 56 Jahre lang in der Stadt. Bis heute zählt er zu den Begründern der neu-niederdeutschen Literatur des 19. Jahrhunderts, unter anderem mit seinem Hauptwerk, dem Dorfroman "Maren". Nach seinem Tod im Jahr 1916 hat sich die Fehrs-Gilde mit dem Ziel gegründet, seine Werke lebendig zu halten.
Interesse an "Platt" wächst
Die Gilde habe über viele Jahrzehnte hinweg einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, Niederdeutsch sichtbar zu halten und seine kulturelle Bedeutung zu vermitteln, betonte der Minderheitenbeauftragte. "Sie hat Literatur gefördert, Menschen zusammengebracht und immer wieder deutlich gemacht: Niederdeutsch gehört zu Schleswig-Holstein." Heute wachse das Interesse an Niederdeutsch unter anderem in Schulen und Kitas, im Theater, in der Literatur, Musik und den Medien.
Regionalsprache lebendig halten
Schleswig-Holstein unterstütze die Pflege und Förderung der plattdeutschen Sprache mit Unterricht an Schulen, der Förderung niederdeutscher Bühnen und Zentren sowie zahlreichen weiteren Projekten, sagte Callsen. "Niederdeutsch ist kein Relikt einer vergangenen Zeit. Es ist eine lebendige Regionalsprache, die ihren Platz in unserer Gegenwart und in unserer Zukunft hat." Daher sei auch die Arbeit der Fehrs-Gilde unverzichtbar. "Hartlich Glückwunsch un allens Gode för de tokamen Johren", wünschte er.
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