Digitalisierungsminister Dirk Schrödter betonte auf der KI-Landeskonferenz die Chancen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Schleswig-Holstein.
Die KI-Landeskonferenz hat sich zur größten Informations- und Netzwerkveranstaltung zum Thema Künstliche Intelligenz in Schleswig-Holstein entwickelt. Die Veranstalter KI.SH, die digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein DiWiSH und die Staatskanzlei des Landes brachten zur 7. KI-Landeskonferenz in diesem Jahr Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft in den Holstenhallen Neumünster zusammen, um gemeinsam in Workshops, Vorträgen und Best-Practice-Beispiel zu diskutieren und sich auszutauschen.In seiner Eröffnungsrede ging Digitalisierungsminister Dirk Schrödter dabei auch auf die aktuelle Diskussion zum Einsatz und zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz ein.
KI verantwortungsvoll entwickeln und einsetzen
"Künstliche Intelligenz verändert unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und unseren Staat. Die entscheidende Frage ist nicht, ob diese Veränderung kommt. Sie ist längst da: Die entscheidende Frage lautet: Wie gestalten wir sie? Die Bosse der großen KI-Big-Tech-Konzerne malen sehr düstere Weltuntergangsszenarien und fordern Verlangsamung und massive Regulierung", sagte Schrödter. "Natürlich müssen wir uns mit solchen Warnungen auseinandersetzen. Wir müssen Sicherheitsfragen ernst nehmen. Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen. Beides ist essenziell. Und wir müssen dafür sorgen, dass KI verantwortungsvoll entwickelt und eingesetzt wird. Auch das ist essenziell."In der Debatte müsse man, so Schrödter, genau hinschauen und sich fragen, ob es dabei wirklich um die Sicherheit der Menschen gehe oder vielmehr darum, die Dynamik des Marktes zu bremsen, um die eigenen Monopole zu sichern. "Es mag sein, dass OpenAI oder Anthropic ihre Entwicklung verlangsamen müssen, um sich mehr um die Sicherheit ihrer KI-Systeme zu kümmern. Das hätte schon in der Vergangenheit passieren sollen. Aber nun zu fordern, dass auch diejenigen, die an offener, unabhängig von diesen Unternehmen nutzbarer KI arbeiten, damit aufhören, ist leicht durchschaubar und absurd."
Innovation nicht durch Angst lähmen
Ein genereller Entwicklungsstopp laut Minister Schrödter ein falsches Signal: "Wir dürfen die Innovation nicht durch Angst lähmen. Was wäre damit gewonnen? Und vor allem: Was wäre damit verloren? Wer sind wir denn, dass wir Innovationen beispielsweise im Gesundheitssektor aufhalten wollen? Wollen wir ernsthaft verhindern, dass KI Krankheiten früher erkannt, Therapien verbessert, Ärztinnen und Ärzte unterstützt oder Versorgung dort ermöglicht, wo heute Fachkräfte fehlen?"
Offene KI-Modelle sind der Schlüssel zum Erfolg
Der Weg in Schleswig-Holstein müsse ein anderer sein, die KI-Landeskonferenz biete die Gelegenheit, einen klaren Kontrapunkt zu setzen. "Die Lösung der Herausforderung darf nicht Blockade sein, sondern muss offene KI-Innovation sein", sagte Schrödter. "Offene Modelle sind der Schlüssel zum Erfolg. Sie schaffen mehr Transparenz. Sie ermöglichen Kontrolle. Sie erleichtern unabhängige Prüfung und Weiterentwicklung. Und sie können dazu beitragen, dass sensible Daten dort bleiben, wo sie hingehören."Dies bedeute für Schrödter nicht, dass offene KI automatisch risikofrei wäre. Risiken ließen sich jedoch besser verstehen und besser managen, wenn bekannt sei, was in den Systemen passiere.
KI nutzen, um digitale Systeme sicherer zu machen
"KI hat die Fähigkeit, Sicherheitslücken in IT-Systemen schnell zu finden. Das kann zum Angriff genutzt werden – oder dazu, Lücken zu schließen", erläuterte Schrödter. "Wenn wir offene IT und KI offensiv nutzen, um unsere digitalen Systeme sicherer zu machen, erreichen wir mehr, als wenn wir ihre Nutzung und Entwicklung einschränken. Denn wir können nie ausschließen, dass sich andere über solche Einschränkungen hinwegsetzen. Genau deshalb gehört die Debatte über KI für mich auch ganz unmittelbar zur Debatte über digitale Souveränität. Und wenn es einen Ort auf der Welt gibt, an dem diese Vision einer offenen und vertrauenswürdigen KI Wirklichkeit werden kann, dann ist es Schleswig-Holstein."Im Land gebe es ideale Voraussetzungen: Einen soliden Rechtsrahmen, die richtigen Grundlagen für die Technologieentwicklung, wie Erneuerbare Energien für den Betrieb von Rechenzentren. Und vor allem kluge Köpfe: unsere Forschenden und Unternehmer. "Schleswig-Holstein ist und bleibt daher ein Gunststandort für eine offene, souveräne und nachhaltige KI. Das gilt es zu nutzen."
KI noch stärker in die Anwendung bringen
Aber gute Voraussetzungen allein reichten für Schrödter nicht aus. Entscheidend sei, was Schleswig-Holstein daraus mache. Aus diesem Grund müssen man den nächsten Schritt schneller gehen und KI noch stärker in die Anwendung bringen. "Gerade in unseren Unternehmen. Denn für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Mittelstands wird entscheidend sein, wie schnell und wie souverän der KI nutzen kann – und dabei auch unabhängig vom Zugang großer KI-Modelle. Wir müssen KI in Produkte bringen, in Produktionsprozesse, Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung. Kurz gesagt: KI muss aus dem Labor in die Praxis."Schrödter dankte dem Netzwerk KI.SH für die bisher auf diesem Wege geleistete Arbeit und zeigte sich überzeugt, dass die 7. KI-Landeskonferenz einen weiteren wichtigen Schub geben wird. "Die Konferenz bringt Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Sie bringt Entwicklerinnen und Entwickler mit Anwendern zusammen. Sie stärkt unser KI-Innovationsökosystem. Und genau diese Zusammenarbeit brauchen wir. Lassen Sie uns nicht darüber diskutieren, wie wir KI verhindern können. Lassen Sie uns darüber sprechen, wie wir KI gestalten. Offen, sicher, souverän – mit einem klaren Blick auf die Chancen."
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