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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei : Thema: Ministerien & Behörden

Daniel Günther

Ministerpräsident

Rechtlicher Schutz für Minderheitensprachen

In Helsinki hat sich Johannes Callsen für den Schutz von Minderheitensprachen im europäische Markenrecht eingesetzt. Den Anstoß lieferte ein Rechtsfall um den friesischen Dialekt Öömrang.

Letzte Aktualisierung: 18.09.2026

Vier Menschen stehen nebeneinander und lächeln in die Kamera.
Mit seiner Teilnahme am FUEN-Kongress knüpft Callsen an die jahrelangen Bemühungen Schleswig-Holsteins an, die Belange der Regional- und Minderheitensprachen auch auf europäischer Ebene sichtbar zu machen.

Minderheitensprachen sollten denselben Schutz genießen wie die Mehrheitssprachen – dafür hat sich der Minderheitenbeauftragte Johannes Callsen beim Kongress der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) in Helsinki ausgesprochen. Grund für seine Forderung ist der Fall "Öömrang": Eine US-amerikanische Spirituosenfirma hatte das Wort als Marke eintragen lassen. Dabei ist Öömrang der Name des auf Amrum gesprochenen friesischen Dialekts. Der Eintrag als Marke könnte daher den Gebrauch des Begriffs für die friesische Gemeinschaft erschweren. Normalerweise dürfen Wörter aus dem Alltagssprachgebrauch nicht als Marke gesichert werden – Sprachen mit nur wenigen Sprechern sind von diesem Schutz aber bislang ausgenommen.

Unterstützung aus Deutschland und Europa

Schleswig-Holstein habe das Problem bereits im Bundesrat und auf europäischer Ebene angesprochen, sagte Callsen. In beiden Fällen habe es große Unterstützung für das Anliegen gegeben, sodass jetzt auf eine Änderung des betreffenden Gesetzes hingearbeitet werde. Das sei auch vorteilhaft für andere Minderheitensprachen, betonte er: "Der Fall ,Öömrang’ ist nicht auf die friesische Volksgruppe begrenzt. Die angestoßene Änderung könnte deshalb über Schleswig-Holstein hinaus Bedeutung für kleine Sprachgemeinschaften in ganz Europa haben."

Minderheitensprachen digitalisieren

Das Markenrecht stand in Helsinki nicht als einziger Punkt auf der Tagesordnung: Auf Betreiben Schleswig-Holsteins diskutierten die Teilnehmenden auch über die Frage, wie nationalen Minderheiten der Zugang zu digitalen Inhalten aus anderen Ländern erleichtert werden könnte. Aktuell würden solche Inhalte oft durch Geoblocking gesperrt, weshalb zum Beispiel die dänische Minderheit in Deutschland weniger Zugriff auf Inhalte aus Dänemark hätte. "Europa hat die Grenzen geöffnet. Unser digitales Leben sollte sie nicht an anderer Stelle wieder errichten", sagte Callsen.

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