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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei : Thema: Ministerien & Behörden

Daniel Günther

Ministerpräsident

Echte Vorbildfunktion

In Schleswig-Holstein genießen gleich mehrere nationale Minderheiten und Volksgruppen besonderen Schutz – ein echtes Vorbild, auch auf internationaler Ebene. Nun ist eine Delegation aus Estland nach Kiel gereist, um von dieser Minderheitenpolitik zu lernen.

Letzte Aktualisierung: 18.08.2026

Mehrere Menschen sitzen an einer Tafel. Johannes Callsen hält einen Zettel in der Hand und spricht.
In Kiel hat Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen eine estnische Delegation empfangen.

"Wir freuen uns, die Arbeit im Land als international anerkanntes Beispiel für Schutz und Teilhabe nationaler Minderheiten präsentieren zu können", sagte der Minderheitenbeauftragte Johannes Callsen zum Besuch der estnischen Delegation. In dem Gespräch der 20 Delegationsmitglieder mit Beschäftigten der Landes- und Landtagsverwaltung ging es vor allem um Minderheitenkultur und -selbstverwaltung.

Internationales Beispiel

Schleswig-Holstein erfülle auf diesem Gebiet eine internationale Vorbildfunktion, erklärte Callsen. Etwa 3,6 Prozent der Menschen im Land gehören einer nationalen Minderheit oder Volksgruppe an. Zu ihnen zählen die dänische Minderheit sowie die Deutschen Sinti und Roma, aber auch die friesische Volksgruppe. Ihr Schutz und ihre Förderung sind in der Landesverfassung fest verankert.

Schwierigkeiten der russischen Minderheit in Estland

Die Teilnehmenden der Delegation, die nun in Schleswig-Holstein ist, arbeiten in estnischen Verwaltungen, Schulen und Museen. Sie können damit einen wichtigen Beitrag zur Minderheitenpolitik in ihrem Land leisten. In Estland lebt bereits seit dem Mittelalter eine russische Minderheit, die vor allem während der Zeit der Sowjetunion stark gewachsen ist. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt mittlerweile bei rund 20 Prozent.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine haben Menschen der russischen Minderheit mit Vorurteilen und Ausgrenzung zu kämpfen. Im Gespräch mit den Minderheiten in Schleswig-Holstein wollen sich die Delegationsmitglieder darüber informieren, wie ein friedliches Miteinander von Mehr- und Minderheit umsetzbar ist. Im Laufe der Woche sind dafür verschiedene Termine mit Vertreterinnen und Vertretern der Minderheiten im Land sowie mit Zugehörigen der deutschen Minderheit in Dänemark geplant.

Chance für Minderheiten in Schleswig-Holstein

Die Zusammenarbeit sei nicht nur eine Chance für die nationale Minderheit in Estland sondern auch für die Minderheitenpolitik in Schleswig-Holstein, sagte Johannes Callsen: "Durch das Projekt erhöhen wir die Sichtbarkeit unserer eigenen Minderheiten und stärken ihre Vernetzung in Europa."

Erst im Juli dieses Jahres hat das Kabinett mit einem Beschluss die Minderheiten im Land weiter gestärkt: angehende Beamtinnen und Beamte sollen ihren Diensteid künftig auch in einer der Minderheitensprachen ablegen dürfen. "Damit wird sprachliche Vielfalt auch im staatlichen Handeln sichtbar", erklärte Callsen.

Mehr zu den Minderheiten im Land

Weitere Informationen zum Diensteid in Regional- und Minderheitensprachen

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