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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei : Thema: Ministerien & Behörden

Daniel Günther

Ministerpräsident

Open Source für die digitale Zukunft Europas

Im Hanse-Office in Brüssel hat Digitalisierungsminister Dirk Schrödter an der zweiten Veranstaltung der Initiative "OSPOs for Europe" teilgenommen.

Letzte Aktualisierung: 02.07.2026

Dirk Schrödter steht in einem Barocksaal und hält einen Vortrag. Vor ihm sitzen zahlreiche Menschen im Publikum. 
Im Hanse-Office in Brüssel stellte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter die Bemühungen Schleswig-Holsteins auf dem Weg zur digitalen Souveränität vor.

Beim zweiten Treffen der schleswig-holsteinische Initiative "OSPOs for Europe" im Hanse Office in Brüssel hat Digitalisierungsminister Dirk Schrödter die strategische Bedeutung von Open Source für Europas digitale Zukunft hervorgehoben. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus Europa kamen auf Einladung des Landes und des DigitalHub.SH zusammen, um den europäischen Austausch zu offenen Technologien und digitalen Innovationen weiter zu stärken. "Die Frage ist nicht mehr, ob Open Source wichtig ist. Die eigentliche Frage lautet, ob Europa es sich leisten kann, Open Source nicht zum Grundpfeiler seiner digitalen Zukunft zu machen", betonte Schrödter in seiner Eröffnungsrede.

Digitale Souveränität und internationale Zusammenarbeit

Nach Auffassung des Ministers sind digitale Souveränität und internationale Zusammenarbeit keine Gegensätze. Im Gegenteil: Je stärker Europa bei Standards, Technologien und Expertise zusammenarbeite, desto widerstandsfähiger und unabhängiger werde der Kontinent. Quelloffene Software und offene Standards seien deshalb unverzichtbare Voraussetzungen für eine souveräne und resiliente digitale Infrastruktur.

Schleswig-Holstein Vorreiter beim Open-Source-Umstieg

"From Vision to action" war das Motto der Veranstaltung im Hanse-Office mit Kernfragen: Wie lassen sich nachhaltige Open-Source-Strukturen bauen? Wie wird die Zusammenarbeit über organisatorische Grenzen hinweg organisiert? Oder auch: Wie übernehmen die Akteure Verantwortung für Code, Sicherheit und Abläufe? Schleswig-Holstein unterstrich in diesem Rahmen seine Vorreiterrolle in der digitalen Souveränität, insbesondere durch die flächendeckende Einführung von Open-Source-Software in der Landesverwaltung (LibreOffice, Open Xchange, XWiki, Nextcloud), die Mitgliedschaft im NIIS und die Pilotierung von X-Road als Beispiel für internationale Zusammenarbeit. Initiativen wie DigitalHub.SH und das Landesprogramm Open Innovation fördern darüber hinaus das Ökosystem für digitale Souveränität.

Offene Technologien stärken Transparenz und die Demokratie

In seiner Rede betonte Minister Schrödter die demokratische Dimension von Open Source. Transparenz, Beteiligung und gemeinsame Verantwortung seien zentrale Werte demokratischer Gesellschaften und würden durch offene Technologien in besonderer Weise gefördert. "Die Zukunft unserer Demokratie wird zunehmend in unserer digitalen Infrastruktur entschieden. Deshalb muss diese Infrastruktur unsere demokratischen Prinzipien widerspiegeln", sagte er.

Darüber hinaus hob der Minister die wirtschaftlichen Potenziale von Open Source hervor. Offene Technologien senkten Markteintrittsbarrieren, stärkten Start-ups und kleine Unternehmen und förderten Innovation und Wettbewerb. Europa müsse öffentliche Investitionen stärker nutzen, um eigene digitale Kompetenzen und gemeinsame technologische Grundlagen auszubauen, anstatt langfristige Abhängigkeiten von proprietären Lösungen zu verstärken.

Eine gemeinsame europäische Digitalpolitik schaffen

Die Initiative "OSPOs for Europe" entwickele sich zunehmend zu einer europäischen Gemeinschaft, die die Idee von Open Source in konkretes Handeln übersetze. Ziel sei es, erfolgreiche Projekte sichtbar zu machen, voneinander zu lernen und neue Partnerschaften für eine gemeinsame europäische Digitalpolitik zu schaffen "Europas digitale Souveränität wird nicht aus isolierten Initiativen entstehen. Sie entsteht aus Netzwerken – wie diesem", sagte Schrödter.

Die Agenda des Abends zeigte, wie relevant Open Source in ganz Europa geworden ist. Eine Begrüßungsrede hielt Miguel Diez Blanco, Leiter des OSPOs der EU-Kommission. Enrico Ferraris (Italien) präsentierte die IO App, eine Open-Source-Anwendung, die täglich von Millionen Menschen genutzt wird und einen zentralen Baustein für die europäische digitale Identität darstellt. Matti Schneider und Thomas Guillet (Frankreich) zeigten mit OpenFisca, wie Gesetzgebung und Regulierung gemeinsam und transparent entwickelt werden können. Alexander Rosenthal, Leiter des DigitalHub.SH teilte seine Erfahrungen aus dem Open Innovation Program und veranschaulichte, wie Open Source strukturell in die öffentliche Verwaltung eingebettet wird. Das Abschlusspanel bildeten Gina Plat (OSPO Niederlande), Claire Dillon (Open Ireland Network) Peter Ganten (Univention, OSBA) und Moderator werden die Niederlande, Irland und Dänemark ihre Erfahrungen mit der Umsetzung teilen.

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