Ein gemeinsames Projekt von Hamburg und Schleswig-Holstein soll die Verwaltung in Deutschland nutzerfreundlicher und digitaler machen: KERN UX ist ein Baukastensystem für das Design von digitalen Verwaltungslösungen und ein offener UX-Standard (User-Experience-Standard). Dieser ermöglicht die effiziente Entwicklung qualitativ hochwertiger digitaler Leistungen - jetzt auch bundesweit. KERN wird Produkt des IT-Planungsrats: In seiner 50. Sitzung hat dieser beschlossen, KERN zum 01. Januar 2027 in sein Produktportfolio zu übernehmen. Damit ist die dauerhafte Finanzierung gesichert – KERN wird künftig von allen Ländern und dem Bund gemeinsam getragen.
Hinter diesem Beschluss stehen drei Jahre intensiver Aufbauarbeit. Aus der mutigen Initiative von Hamburg und Schleswig-Holstein ist ein stabiles, einsatzreifes Produkt entstanden, eine bundesweite Fachcommunity mit über 650 Mitgliedern und eine zukunftsfähige Governance für Zusammenarbeit, Dokumentation und Code – getragen von gemeinsamem Engagement über alle Ebenen, von Bund, Ländern und Kommunen bis zu den IT-Dienstleistern. Das Design-System ermöglicht die einheitliche Umsetzung digitaler Verwaltungsleistungen über Kommunen- und Ländergrenzen hinaus, egal, ob es sich um Online-Dienste, Serviceportale oder Fachanwendungen handelt. Sein Einsatz schafft eine positive User Experience bei der Nutzung staatlicher Angebote. Die Wiederverwendbarkeit bewährter Standards sorgt zudem für eine Kostenersparnis in der Entwicklung.
Digitalisierung aus dem Norden ist bundesweit wegweisend
„Mit der Übernahme von KERN in das Produktportfolio des IT-Planungsrats setzen wir einen bedeutenden Meilenstein für die digitale Verwaltung in Deutschland. KERN UX ist der Beweis, dass föderale Zusammenarbeit und bundesweite Standards funktionieren", sagte Chef der Staatskanzlei und Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „Ab 2027 wird KERN UX von allen Ländern und dem Bund gemeinsam getragen – ein klares Signal für eine moderne, bürgerfreundliche und barrierefreie Verwaltung und ein weiteres konkretes Beispiel dafür, dass Digitalisierung aus dem Norden bundesweit wegweisend ist."
Jan Pörksen, Staatsrat und Chef der Senatskanzlei Hamburg: „Mit KERN UX und der Digitalen Dachmarke haben wir gemeinsam die Grundlage für eine bessere Wiedererkennbarkeit staatlicher Angebote in Netz gelegt. Bürgerinnen und Bürger können sich einfacher vor Falschinformationen und unseriösen Angeboten schützen. Für die Digitalisierung der Verwaltung ist das ein wichtiger Schritt, der nicht nur Vertrauen stiftet, sondern auch die Nutzung unserer Angebote erleichtern wird.“
Hintergrund: Was ist KERN UX?
KERN UX ermöglicht die nutzendenzentrierte und barrierefreie Entwicklung digitaler Verwaltungsangebote auf allen föderalen Ebenen. Getragen wird er von einer Fachcommunity aus den Bereichen Design, Entwicklung und Projektverantwortung in Verwaltungen und bei IT-Dienstleistern. Das Design-System bietet plattformunabhängige Implementierungen von reinem HTML/CSS bis hin zu Adaptern für Frameworks wie Angular oder Vue und setzt konsequent auf Open Source und das Prinzip „Public Money? Public Code!".
In Verbindung mit der Digitalen Dachmarke reduziert KERN Designbrüche, steigert Qualität und Wiedererkennbarkeit staatlicher Online-Angebote und macht digitale Lösungen effizienter, konsistenter und vertrauenswürdiger – für ein besseres Serviceerlebnis.
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