Der Film "Selbstverständlich gemeinsam" thematisiert die Geschichte der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein. Zur Premiere in Friedrichstadt war auch Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen gekommen.
Die Schülerinnen und Schüler der Theodor-Storm-Schule Husum machen sichtbar: In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Husum und dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma haben sie einen Film über die Lebenswirklichkeit von Sinti und Roma in Schleswig-Holstein produziert.
Zur Premiere des Films "Selbstverständlich gemeinsam – Sinti und Roma als Teil der schleswig-holsteinischen Gesellschaft" in Friedrichstadt wies der Minderheitenbeauftragte, Johannes Callsen, darauf hin, dass die Geschichte der Sinti und Roma stärker als selbstverständlicher Teil der Landesgeschichte wahrgenommen werden müsse.
Erinnerungskultur macht sichtbar
"Die Geschichte der Sinti und Roma gehört in die Mitte unserer Erinnerungskultur", sagte Callsen in der Gedenkstätte Ehemalige Synagoge Friedrichstadt. "Sinti und Roma leben seit mehr als 600 Jahren in Schleswig-Holstein. Ihre Geschichte, ihre Kultur und ihre Erfahrungen sind Teil unserer gemeinsamen Landesgeschichte." Erinnerungskultur müsse alle Opfergruppen nationalsozialistischer Verfolgung sichtbar machen und zugleich den Blick auf aktuelle Herausforderungen wie Antiziganismus und gesellschaftliche Ausgrenzung richten.
Vergangenheit bis Gegenwart
Im Mittelpunkt des Films steht ein Interview mit Berry Paskowski, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Landesverbandes, in dem er unter anderem über Familiengeschichte, die Sprache Romanes, die Verfolgung während des Nationalsozialismus sowie aktuelle Formen des Antiziganismus spricht.
Dank für Engagement
Weiterhin dankte Callsen den Projektbeteiligten für ihr Engagement. "Die Jugendlichen haben sich mit großer Kreativität und Ernsthaftigkeit einem wichtigen gesellschaftlichen Thema gewidmet", sagte er. "Sie übernehmen damit Verantwortung für historische Aufklärung und demokratische Bildung." So spreche der Film nicht nur über die Minderheit, sondern gebe ihren Stimmen Raum. Gerade solche direkten Begegnungen schafften Verständnis, wo sonst Vorurteile entstünden. Das stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb sei der Film ein gelungenes Beispiel dafür, wie Erinnerungsarbeit, politische Bildung und kulturelle Teilhabe gemeinsam gestaltet werden könnten.
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