Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen hat eine 30-köpfige Delegation aus dem dänischen Parlament empfangen. Auf dem Programm steht unter anderem ein Besuch der Baustelle des neuen Dannewerk-Museums.
Das dänische Parlament, im Dänischen auch "Folketing" genannt, umfasst insgesamt rund 180 Abgeordnete aus 16 verschiedenen Parteien. 30 von ihnen sind nun zu einem Besuch in die deutsch-dänische Grenzregion gereist.
Der Minderheitenbeauftragte des Landes, Johannes Callsen, begleitet die Delegation. Die Reise unterstreiche die besondere Bedeutung der Beziehungen zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark sowie die internationale Vorbildfunktion des Grenzlandes, sagte Callsen im Vorfeld der Reise.
Signal der Wertschätzung
"Dass eine so hochrangige und große Delegation des Folketings den Weg in unsere Grenzregion findet, ist alles andere als selbstverständlich", sagte er in Schleswig. "Dieser Besuch ist ein kraftvolles Signal der Wertschätzung für die Menschen im Grenzland, für die Minderheiten und für die einzigartige Partnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark."
Kulturelles Programm
Am Vormittag hatten die Gäste aus Dänemark die Baustelle des neuen Dannewerk-Museums und die historische Waldemarsmauer besichtigt. Das Danewerk ist eine ehemalige Grenzanlage und eine Kombination aus Wällen, Mauern und Feuchtgebieten, die quer durch Schleswig-Holstein verläuft.
Für die Delegation steht weiterhin ein Besuch in der Duborg-Skolen in Flensburg sowie ein Zusammentreffen mit der deutschen Minderheit in der Bildungsstätte Knivsberg in Dänemark auf dem Programm.
Vertrauensvolle Nachbarschaft
Der Besuch knüpfe an die traditionell engen Beziehungen des dänischen Parlaments zur Grenzregion und zu den Minderheiten an, sagte Callsen. Dabei zeige die Grenzregion beispielhaft, wie aus historischen Konflikten eine friedliche und vertrauensvolle Nachbarschaft entstehen könne. "Gerade in einer Zeit internationaler Krisen und wachsender Unsicherheiten ist unser Grenzland ein starkes Symbol für Frieden, Verständigung und gegenseitigen Respekt", bekräftigte er. "Hier erleben wir jeden Tag, dass gute Nachbarschaft und Minderheitenschutz keine Selbstverständlichkeit sind, sondern aktiv gestaltet werden müssen."
Aktionsplan für Zusammenarbeit
Die enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark habe in den vergangenen Jahren weiter an Dynamik gewonnen, betonte der Minderheitenbeauftragte. Grundlage dafür sei der im Jahr 2021 von Bund, Land und dänischer Regierung vereinbarte deutsch-dänische Aktionsplan zur vertieften Zusammenarbeit. Er bündele unter anderem Projekte in Bildung, Kultur und Wirtschaft. Ziel sei es, die deutsch-dänische Grenzregion zu einer der am stärksten integrierten und innovativsten Regionen Europas weiterzuentwickeln.
Partnerschaft gestalten
"Der Aktionsplan zeigt, dass Deutschland und Dänemark ihre Partnerschaft aktiv gestalten", sagte Callsen. "Unsere Zusammenarbeit reicht heute weit über die Grenzregion hinaus und ist ein Beispiel dafür, wie europäische Nachbarn gemeinsam Zukunft gestalten können." Der Besuch des Folketings sei daher weit mehr als ein parlamentarischer Termin. Vielmehr stärke er die Kontakte, vertiefe das gegenseitige Vertrauen und setze ein starkes Zeichen für die gemeinsame Zukunft der Grenzregion.
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