KIEL. Rückenwind für die Inklusion im Land: Ministerpräsident Daniel Günther und die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Michaela Pries, haben heute (20. Januar) in Kiel den neuen Fokus-Landesaktionsplan 2022 vorgestellt. Unter dem Motto "Einer für alle." bündelt er über 50 konkrete Maßnahmen der Ministerien und der Staatskanzlei zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in den kommenden Jahren.
"Mehr als eine halbe Million Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner leben mit einer Behinderung, also jeder fünfte Mensch bei uns im Land. Jede und jeder von ihnen ist ein Teil unserer Gesellschaft
", sagte Günther. Immer noch scheitere die volle Teilhabe und Barrierefreiheit aber an Stufen, Treppen, engen Wegen, schlechter Akustik oder komplizierten Texten. "Wir haben die Menschen mit Behinderungen gefragt, wo sie konkreten Handlungsbedarf sehen und was zu tun ist
", so der Ministerpräsident. In enger Zusammenarbeit mit der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, Michaela Pries, sowie ihrem Vorgänger Professor Ulrich Hase sei so der Fokus-Landesaktionsplan 2022 entstanden.
"Die aktive Beteiligung und die Berücksichtigung der Perspektive von Menschen mit Behinderungen war uns ein besonderes Anliegen
", so Günther. Es sei enorm wichtig und eine permanente Aufgabe, die Gesellschaft für die Belange von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren. Im neuen Landesaktionsplan zeige sich das beispielsweise in den Projekten Entwicklung und Förderung von inklusiven Sozialräumen in mehreren Kommunen oder in geplanten Kursen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesverwaltung zur Gebärdensprache. Als weitere Beispiele nannte der Ministerpräsident die Sprachförderung für Geflüchtete mit Behinderungen sowie das Projekt "Nationalpark Wattenmeer erleben" für blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderung.
Michaela Pries, die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, ergänzte: "Vor knapp sieben Jahren hat die Landesregierung Schleswig-Holstein die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention mit einem Aktionsplan begonnen. Alle Beteiligten haben in dieser Zeit wichtige Erfahrungen gesammelt, die in diesen neuen Aktionsplan eingeflossen sind. Der Plan hat dank der vielfältigen und kontinuierlichen Beteiligungen eine gute Qualität erreicht. Wir haben alle viel voneinander gelernt und kommen damit auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft weiter voran!
"
Der neue Aktionsplan ist ab sofort im Internet unter www.fokus-lap-2022.de – auch in Leichter Sprache und Deutscher Gebärdensprache – abrufbar.
Um Barrieren abzubauen, hat die Landesregierung darüber hinaus den Fonds für Barrierefreiheit verlängert. 2018 wurde er mit zehn Millionen Euro eingerichtet. Daraus wurden 153 Projekte mit ca. 9,5 Millionen Euro gefördert. Für 2022 werden noch einmal 1,2 Millionen Euro für investive Vorhaben zum Abbau von Barrieren und fünf Millionen Euro für die Schaffung inklusiver Sozialräume für Kommunen eingestellt. "Bei allen Projekten achten wir darauf, dass möglichst komplette Nutzungsketten entstehen. Kleine Inselprojekte sind gut, kombinierte Ansätze sind häufig besser
", so der Ministerpräsident. Anträge zum Fonds können noch bis zum 1. April unter https://schleswig-holstein.de/unbrk gestellt werden.
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